Test zeigt: So wirkt sich intensives Krypto-Mining auf eine Grafikkarte aus

Das dauerhafte Schürfen nach Kryptowährungen kann sich doch nur negativ auf die Performance einer Grafikkarte auswirken, oder? Ein YouTuber hat den Test gemacht und die Leistung einer brandneuen Grafikkarte mit der einer ehemaligen Miner-Karte verglichen. Die Ergebnisse sind nicht ganz so eindeutig.


Bild: Nvidia

Für den Test hat sich der YouTube-Channel „Testing Games“ zwei Exemplare einer Nvidia GeForce RTX 2080 Ti geschnappt. Während die eine noch nie zuvor im Einsatz war, wurde die andere in den 18 Monaten zuvor intensiv als Mining-Karte genutzt. Um aussagekräftige Daten zu erhalten, hat er beide Grafikkarten in sieben verschiedenen Spielen getestet.

Die Erwartungshaltung ist klar: eigentlich müssten sich deutliche Verschleißerscheinungen an der Mining-Karte bemerkbar machen. Und tatsächlich schneidet die brandneue Grafikkarte im Durchschnitt fast zehn Prozent besser ab. Doch dieser Performance-Unterschied könnte sich ganz leicht beheben lassen.



Besonders auffällig sind nämlich die Temperaturunterschiede, die im Rahmen des Tests aufgetreten sind. Die gebrauchte RTX 2080 Ti wurde in jedem Spiel deutlich wärmer als die neue. In der Mafia Definitive Edition wurden beispielsweise 87 Grad gemessen, während sich das neue Modell lediglich auf 57 Grad erwärmte. Aufgrund der hohen Temperatur taktet die Grafikkarte dann automatisch herunter, was wiederum niedrigere Bildraten zufolge hat.

Durch ein einfaches Erneuern der Wärmeleitpaste könnte sich dieser negative Effekt wohl größtenteils wieder ausgleichen lassen. In 18 Monaten Dauerbetrieb dürfte diese nämlich am meisten unter der ständigen Hitze gelitten haben.

Für Gamer sind das grundsätzlich gute Nachrichten. Wie jeder mitbekommen hat, sind leistungsstarke Grafikkarten derzeit so gut wie gar nicht erhältlich, was unter anderem an dem aktuellen Mining-Hype liegt. Sollte dieser Hype abflachen, dürfte der Markt von unzähligen günstigen Mining-Karten geschwemmt werden. Eine ähnliche Situation konnten wir bereits 2018 beobachten. Natürlich lässt sich der tatsächliche Verschleiß einer Grafikkarte nicht so leicht pauschalisieren, doch die Chancen liegen nicht schlecht, dass viele dieser Mining-Karten durch das Auftragen frischer Wärmeleitpaste zu alter Power wiederfinden.

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Manuel
Manuel
7 Monate her

Leider werden im Deutschen Markt, bei unseren Strompreisen sehr wenige gebrauchte Miningkarten es überhaupt hier her schaffen. Weil es dürfte wenige große Miner in DE geben.

Rob
Rob
7 Monate her
Reply to  Manuel

In den letzten Wochen lohnte sich sogar das Minen bzw. das zur Verfügung stellen von Hashpower über Dienste wie z.B. nicehash, mit einer GTX 1060

Michael
Michael
7 Monate her
Reply to  Manuel

Nein, auch Gamer in Deutschland würden davon profitieren, wenn die globale Nachfrage nach GPUs zu Miningzwecken abnimmt – sinkt die Nachfrage und steigt gleichzeitig das Angebot, dann passiert was? Die Preise sinken. Genau der gegenteilige Effekt führt ja auch dazu, dass Grafikkarten im Moment weltweit absurd teuer sind.

Zid
Zid
7 Monate her
Reply to  Michael

Das stimmt zwar grundsätzlich, aber Nvidia ist ja schon dabei gegen zu steuern indem auf Minin spezialisierte Karten rausbringen die dann hinter für Gamer uninteressant sind und eben auch auf den Markt kommen.
Zudem wird Nvidia nicht blind in die sinkende Nachfrage reinproduzieren.