Wegen Kryptowährungen: Chinesische Mining-Farmen führen im Iran zu Stromausfällen

Anfang des Jahres war die iranische Hauptstadt Teheran von Stromausfällen betroffen. Schnell stellte sich heraus, dass Mining-Farmen für Kryptowährungen die Auslöser waren. Drahtzieher sollen chinesische Firmen sein, wie nun ein Bericht von The Observer offenbart.


Bild: Pixabay

Insgesamt soll es 14 riesige Mining-Farmen im Iran geben, die zum Zeitpunkt der Stromausfälle rund 300 Megawatt Energie verbrauchten. Mittlerweile soll der Energiebedarf sogar schon bei 450 Megawatt liegen. Zum Vergleich: damit könnte man eine komplette Stadt mit mehr als 100.000 Einwohner versorgen. Nachforschungen der Universität Cambridge zufolge ist der Iran das Land mit der sechstgrößten Mining-Kapazität weltweit.

Warum Iran?

Im Iran wird Strom für 1,8 Cent pro Kilowattstunde produziert und – zumindest theoretisch – für das Zehnfache an die Allgemeinheit verkauft. Die Mining-Farmen sollen den Strom allerdings schon für 2,2 Cent pro Kilowattstunde bekommen. Das ist ein Preis, mit dem selbst das chinesische Festland nicht mithalten kann. Aus diesem Grund haben sich in den vergangenen Monaten immer mehr chinesische Miner dazu entschieden, ihren Standort einfach in den Iran zu verlegen.



Besonders lukrativ sei derzeit das Schürfen von Ethereum. Insbesondere die aktuellen Modelle der „GeForce RTX 3000“ sowie der „Radeon RX 6000“ sollen extrem hohe Hashraten ermöglichen können, während der Stromverbrauch und entsprechend auch die laufenden Kosten dank Undervolting gering gehalten werden.

Für den Consumer-Markt ist das natürlich alles andere als optimal. Die aktuellen Grafikkarten sind ohnehin schon sehr schwer erhältlich. Da kommt eine hohe Nachfrage seitens der Mining-Community ziemlich ungelegen. Ob und wann sich die Marktsituation entspannt, bleibt also weiterhin ungewiss. Zumindest planmäßig soll sich die Verfügbarkeit ab Sommer 2021 wieder bessern.

Quelle: The Observers

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