Smartphone: Schadet zu langes Laden dem Akku?

Die meisten von uns werden ihr Smartphone über Nacht einfach ans Ladegerät stecken, um den Tag über gut ausgestattet zu sein. Es gibt aber regelmäßig kritische Stimmen, die davor warnen, sich damit die Lebensdauer des Akkus zu verkürzen.


Foto: Pexels

Ein Smartphone braucht in der Regel etwa zwei bis drei Stunden, bis der Akku vollständig aufgeladen ist. Über Nacht hängt das Smartphone in manchen Fällen also viermal so lange am Strom, als eigentlich nötig. Ist das schädlich für den Akku, oder gar gefährlich?

Das sagt die Theorie

Bei aktuellen Smartphones kommen normalerweise Lithium-Ionen-Akkus zum Einsatz. Diese bestehen aus Elektrolyt, zwei Elektroden und den Lithium-Ionen. Lithium und Elektrolyt reagieren im Inneren des Akkus miteinander, wobei die Lithium-Ionen nach und nach zersetzt werden. Der Akku verliert mit der Zeit also einen Teil seiner Kapazität, ein ganz normaler Alterungseffekt. Wird der Akku falsch geladen und steht dadurch dauerhaft unter Spannung, beschleunigt sich dieser Alterungseffekt.


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Auch die Temperatur spielt eine wichtige Rolle. Je wärmer der Akku, desto schneller geht die Zell-Oxydation im Inneren vonstatten. Apple rät seinen Nutzern beispielsweise, ein iPhone nur zwischen 0 und 35 Grad zu nutzen. Wobei man bedenken muss, dass sich der Akku während des Ladevorgangs noch zusätzlich aufheizt.

Das sagt die Praxis

Sobald das Smartphone vollständig geladen ist, der Akku also seine volle Kapazität erreicht hat, wird der Ladevorgang entweder unterbrochen, oder so lange ein Erhaltungsstrom geliefert, bis die Kapazität unter einen bestimmten Grenzwert fällt. Der Akku wird also nicht durchgängig bei 100 Prozent geladen. Sony beispielsweise nutzt sogar ein spezielles „Batteriepflege-Feature“. Das Feature erkennt, wie lange das Smartphone wohl mit dem Ladegerät verbunden sein wird und regelt dementsprechend die Ladegeschwindigkeit. Der Akku erreicht die 100 Prozent dadurch erst kurz bevor der Wecker klingelt.

Tatsächlich sind die negativen Auswirkungen, zumindest bei aktuellen Smartphones, in der Praxis äußerst gering. Nur weil man sein Smartphone die ganze Nacht lang auflädt, gibt der Akku nicht plötzlich nach 6 Monaten schon den Geist auf. Jeder Akku altert, man kann diesen Vorgang lediglich bremsen und das auch nur in einem geringen Maße. Experten raten dazu, den Akku im Idealfall immer zwischen 30 und 80 Prozent zu halten, da Extremwerte für den Energiespeicher besonders stressig sind. Zudem soll man das Smartphone keiner großen Hitze aussetzen, besonders nicht während dem Ladevorgang. So holt man die maximale Lebensdauer aus seinem Smartphone-Akku heraus. Der Unterschied ist allerdings eher marginal.

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Lollydorf
Lollydorf
1 Monat her

Dieser Artikel ist sehr hilfreich für Laien, den viele selbsternannten Experten, wollen es immer sehr genau machen und reizen die Vorgaben bis ins absolut Unsinnige aus.
Natürlich soll kein Akku wochenlang an ein normales Ladegerät angeschlossen sein aber über Nacht ist dies kein Problem. Wenn sich dann die Lebenszeit vom Akku durch nicht absolut ideales Laden um 1% verkürzt, wehn juckt dies? Mich nicht, dafür habe ich dann ein entspanntes Leben:-)
Viel Spaß mit Eurer Elektronik.

Berserkus
Berserkus
1 Monat her

Das „zwischen 30 und 80%“ ist völlig veraltet! Denn tatsächlich ist der untere Wert fast völlig irrelevant und der obere ist mittlerweile, durch Weiterentwicklung (viele Hersteller haben hier massiv Patente und nutzen andere „Mischungen“) bei ca. 95% Der kritische unteren Wert ist auch nur noch bei 5% und damit irrelevant, da eben die Geräte vorher ausschalten. Der Hersteller Lügen hier ein wenig und geben wenger % an als der Akku eigendlich noch hat, da der Kunde das nicht begreifen würde, warum er bei 5% Restladung nicht noch ne WhatsApp schreiben darf.. Kritisch ist der Wert auch eben nur wegen der… Read more »

Last edited 1 Monat her by Berserkus