Recht auf Homeoffice: Gesetzespläne bereits gescheitert

SPD-Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht seinen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice als gescheitert an. Heftiger Widerstand des Koalitionspartners CDU würden die Umsetzung verhindern.


Photo by Pedro Henrique Santos on Unsplash

Ursprünglich wollte Heil einen Rechtsanspruch auf 24 Homeoffice-Tage pro Jahr ermöglichen. Doch der Vorschlag des Bundesarbeitsministers stieß auf heftigen Widerstand. Für die Arbeitgeberseite waren die 24 Tage zu viel, für die Homeoffice-Verfechter zu wenig. Jetzt steht fest: einen solchen Rechtsanspruch wird es – zumindest vorerst – nicht geben.

„Da die Union bei dieser Frage offensichtlich noch nicht im Jahre 2020 angekommen ist, bin ich bereit, den Anspruch auf 24 Tage Homeoffice im Jahr zurückzustellen“, äußerte sich Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland gegenüber. Stattdessen möchte man sich in anderer Art und Weise dem Thema „Homeoffice“ nähern.

Recht auf ein Gespräch mit dem Chef

Nun will Heil den Arbeitnehmern zumindest ein Recht auf ein ernstzunehmendes Gespräch mit dem Chef garantieren. So sollen Arbeitgeber den Wunsch im Homeoffice arbeiten zu können nicht ohne profunde Erläuterung ablehnen können. „Mein Vorschlag ist: Lasst uns jetzt zumindest gemeinsam einen modernen Rahmen für mobile Arbeit beschließen. Es geht mir darum, dass wir weiterkommen“, so Heil. Darüber hinaus wünscht sich Heil konkrete Regelungen für das Arbeiten von Zuhause. Im Sinn habe er einen umfassenden Unfallschutz.

Nicht nur aus Sicht vieler Arbeitnehmer, auch mit Blick auf die Umwelt wäre eine vermehrte Homeoffice-Nutzung wünschenswert. Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich durch regelmäßige Homeoffice-Tage mehrere Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen ließen.

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