Neues Gesetz: Nutzer von WhatsApp, Telegram & Co. sollen sich bald gegenseitig schreiben können

Theoretisch gibt es eine Vielzahl verschiedener Messenger für das Smartphone. Das bringt einem allerdings recht wenig, wenn sich die große Mehrheit auf einen einzigen Messenger versteift. Wer mit möglichst vielen Personen in Kontakt bleiben möchte, der kommt eigentlich nicht mehr an WhatsApp vorbei. Doch das soll sich bald ändern.


Photo by Adem AY on Unsplash

Nutzer von Telegram, Signal & Co. haben allen Grund zur Freude. In Zukunft soll es nämlich möglich sein, seinen Freunden bei anderen Messengern wie WhatsApp Nachrichten zukommen zu lassen, ohne die App selbst nutzen zu müssen. Diese „Interoperabilität“ hat das EU-Parlament nun in einem neuen Gesetz beschlossen.

Keine Anbieterabhängigkeit

Das EU-Parlament will damit gegen die marktbeherrschende Stellung einzelner Tech-Giganten vorgehen. Die neuen Regelungen sehen vor, dass kleinere Plattformen verlangen können, ihren Nutzern den Austausch von Nachrichten, Sprachnachrichten oder Dateien über andere Messaging-Apps zu ermöglichen. Oder anders gesagt: Nutzer von Signal oder anderen alternativen Messengern können dann ohne Probleme mit WhatsApp-Nutzern kommunizieren. Über die App ihrer Wahl.

Den Anbietern, die dagegen verstoßen, drohen hohe Strafen. „Verstößt ein Gatekeeper gegen die Vorschriften, kann die Kommission künftig Geldstrafen in Höhe von bis zu 10 % des im vorhergehenden Geschäftsjahr weltweit erzielten Gesamtumsatzes verhängen. Bei wiederholten Verstößen können die Strafen bis zu 20 % des Umsatzes betragen“, heißt es in der Bekanntgabe des EU-Parlaments. „Damit sorgen wir für offene Märkte und stärken die Wahlfreiheit für Verbraucher“, so Andreas Schwab, Berichterstatter für das Gesetz über digitale Märkte.



Das Gesetz über digitale Märkte gilt sechs Monate nach seinem Inkrafttreten. Die Gatekeeper haben nach ihrer Einstufung höchstens sechs Monate Zeit, den neuen Verpflichtungen nachzukommen. Zuvor muss allerdings noch der Europäische Rat zustimmen. Die entsprechende Abstimmung soll noch im Laufe dieses Monats erfolgen.

Quelle: EU Parlament

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Alex
Alex
1 Monat her

Solange das ein, ich kann jemanden, der nur WhatsApp nutzt, auch etwas über Signal schreiben, wenn ich das will. Dann finde ich das gut, aber was passiert dann mit den Daten, gebe ich diese dann wieder einfach weiter?

Klingt für mich eher nach einer Hintertür für die Überwachung als ein Schutz für Verbraucher.

Paul
Paul
2 Monate her

Interessant ist natürlich dann die Frage nach dem Datenschutz und der geplanten Zusammenführung von Meta-Profilen. Es gibt genug, die von Whatsapp weg sind, damit eben nicht die Daten auf deren Servern landen.