Erneuerbare Energie: In Schottland geht die bislang größte Gezeitenturbine in Betrieb

Das Unternehmen Orbital Marine Power hat in Schottland die bislang größte Gezeitenturbine der Welt gefertigt. Das Kraftwerk soll genügend Strom liefern, um 2.000 Haushalte versorgen zu können.


Bild: Orbital Marine Power

Rund 74 Meter lang und 680 Tonnen schwer ist der Rumpf des schwimmenden Kraftwerks. Es wurde anderthalb Jahre lang in der schottischen Hafenstadt Dundee gefertigt und wird nun die Nähe der rund dreihundert Kilometer entfernten Orkney-Inseln geschleppt. Die Inselgruppe gilt als Zentrum für erneuerbare Energien. Dort sollen Möglichkeiten untersucht werden, wie man die Kraft des Meeres bestmöglich in nutzbare Energie umwandeln kann.

Gezeitenkraftwerke nutzen die Kraft von Ebbe um Flut, um mithilfe großer Turbinen Strom zu gewinnen. Da die vorhandene Energie quasi unerschöpflich ist, eignen sich solche Kraftwerke bestens zur nachhaltigen Energiegewinnung.

Das nun fertiggestellte Gezeitenkraftwerk ist eine dieser Möglichkeiten. Am Rumpf sind zwei Rotoren mit einem Durchmesser von je 20 Metern befestigt. Diese sollen Herstellerangaben zufolge eine Leistung von bis zu 2 Megawatt liefern können – einzig und allein durch die Kraft der Gezeiten. Ein dynamisches Kabel leitet den Strom bis zum Meeresboden. Von dort verlaufen fest installierte Kabel an Land, wo die gewonnene Energie schließlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.

Gezeitenkraftwerke gibt es schon seit rund 60 Jahren. Anfänglich wurden die Turbinen allerdings an großen Betonwallen installiert, was nicht nur extrem umständlich, sondern auch ein großer Eingriff in das dortige Ökosystem war. Moderne Kraftwerke, wie das in Schottland, schwimmen stattdessen auf dem Wasser und sind deutlich flexibler. Da sich die verbauten Rotoren um 360 Grad drehen lassen, können sie sich einfach der jeweiligen Strömung anpassen, ohne, dass sich die gesamte Konstruktion neu ausrichten muss.

Quelle: Orbital Marine Power

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