Das Ende von Adobe Flash: In China bleiben die Züge stehen

Zu Beginn dieses Jahres hat Adobe den einst so beliebten Flash Player eingestellt. Ein Umstand, der schon knapp vier Jahre lang bekannt war. Und trotzdem hat das Ende eine chinesische Eisenbahngesellschaft kalt erwischt. Plötzlich standen alle Züge still.



Ein großes Debakel: Der Zugverkehr in der chinesischen Hafenstadt Dalian kam für einen kompletten Tag zum Erliegen. Da die meisten Planungstools der „China Railway Shenyang Group“ flashbasiert waren, konnten quasi über Nacht keine Zugverbindungen mehr geplant werden. Einem Bericht zufolge wurden die Verantwortlichen vom „plötzlichen Support-Ende“ von Adobe Flash überrascht. Doch so überraschend war die Einstellung des Dienstes eigentlich nicht. Die Deadline stand bereits im Jahr 2017 fest. In Wahrheit hat es die Eisenbahngesellschaft also lediglich versäumt, nach einer geeigneten Alternative zu suchen.


Dass es in China auch ganz anders laufen kann, zeigt der kürzlich vorgestellte „Super Bullet Maglev Train“. Mit einer Maximalgeschwindigkeit von bis zu 800 Stundekilometern, soll es die schnellste Magnetschwebebahn der Welt werden.


Die Mitarbeiter kamen jedoch auf eine geniale Idee. Sie installierten kurzerhand eine steinalte Version des Flash Players, in der das Enddatum zum 12.01.2021 noch gar nicht codiert war. So konnte man den Betrieb nach rund 20 Stunden wieder aufnehmen. Für die Bewohner von Dalian bleibt zu hoffen, dass es sich dabei nur um eine Zwischenlösung handelt. Immerhin wurde der Flash Player nicht ohne Grund eingestellt. In der Vergangenheit macht er insbesondere durch gravierende Sicherheitslücken auf sich aufmerksam – und das klingt nicht unbedingt nach der perfekten Lösung, um ein Eisenbahnnetz zu koordinieren.

Was lernen wir daraus? Immer schön das EOL-Datum der genutzten Anwendungen im Blick behalten und rechtzeitig nach Alternativen suchen. Ansonsten kann es zu unschönen „Überraschungen“ kommen.

Via: Apple Daily

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