Tesla verlangt „Lösegeld“: Fahrer soll 4.500 Dollar für volle Reichweite zahlen

Stell dir vor, du gehst eines Morgens an dein Auto und stellst fest, dass es plötzlich ein Drittel seiner Reichweite verloren hat. In einem anschließenden Telefongespräch mit dem Hersteller wird dir daraufhin erklärt, dass du die Reichweite erst zurückbekommst, sobald du 4.500 US-Dollar bezahlt hast. Klingt verrückt, soll einem Fahrer aber tatsächlich so passiert sein.


Photo by Jp Valery on Unsplash

Die Geschichte stammt von Jason Hughes, dem Besitzer einer unabhängigen Tesla-Werkstatt, und treibt gerade auf Twitter ihr Unwesen. Hughes sei von einem seiner Kunden um Hilfe gebeten worden, da ihm der Elektroautohersteller ein Drittel seiner Reichweite „gestohlen habe“.

Konkret geht es dabei um ein Model S aus dem Jahre 2013. Der aktuelle Fahrer soll das Auto als Gebrauchtwagen gekauft haben und sei der bereits dritte Besitzer des Wagens. Ursprünglich war das Auto mit einem 60er Batteriepack ausgestattet. Im Rahmen einer Garantieleistung – und weil zu diesem Zeitpunkt nichts anderes verfügbar war – wurde es jedoch einige Jahre vor dem Kauf des aktuellen Halters in ein 90er-Modell umgewandelt. Das Ergebnis waren rund 129 Kilometer mehr Reichweite.

Aus der Ferne limitiert

Und genau diese fehlen dem Fahrer nun. Tesla hatte nämlich plötzlich beschlossen, das Auto per Update wieder auf das gleiche Niveau zu drosseln, wie zum Zeitpunkt des Neukaufs. Die technische Reichweite ist zwar nach wie vor erhöht, jedoch softwareseitig limitiert. Das konnte auch Jason Hughes in seiner Werkstatt nicht mehr ändern. „Wenn ich sie wieder auf 90 ändere, greift ihr „Teleforce“-Bot per Fernzugriff ein und stellt sie innerhalb weniger Augenblicke wieder auf 60 zurück“, schreibt er bei Twitter. Es gebe zwar einige „hacky ways“, doch keine davon sei ideal.

Die Forderung des Herstellers, einfach 4.500 US-Dollar zu bezahlen, hält er für völlig falsch. Ein solches „Lösegeld“ zu verlangen, sei nicht gerade ein Zeichen für einen guten Kundensupport. Apropos Kundensupport. Nachdem die Geschichte bei Twitter einige Aufmerksamkeit erzeugen konnte, scheint Tesla nun tatsächlich um eine kulante Lösung bemüht. „Ich glaube zwar nicht, dass es ideal ist, einen riesigen Social-Media-Schub zu brauchen, um etwas zu erreichen, aber dank der Dynamik, die dieser Thread ausgelöst hat, scheint es so, als hätten wir mit Tesla einen Weg gefunden, um die Sache auf die richtige Weise zu erledigen“, heißt es in dem letzten Tweet.

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