Kompakt & extrem schnell: Die SteelSeries Apex Pro Mini (Wireless) im Test

Mit der Apex Pro Mini hat SteelSeries eine Tastatur für Gamer auf den Markt gebracht, die viel Wert auf ein kompaktes Design, hochwertige Schalter und viele Anpassungsmöglichkeiten legen. Im Handel ist sowohl eine kabelgebundene als auch eine Wireless-Variante erhältlich. Wir haben uns beide geschnappt und im Alltag getestet.



Design & Verarbeitung

Das Design der SteelSeries Apex Pro Mini ist vergleichsweise schlicht. Sowohl die gewöhnliche Apex Pro als auch die Apex Pro TKL verfügen noch über ein kleines OLED-Display am oberen rechten Rand. Um einen möglichst kompakten Formfaktor zu erhalten, hat der Hersteller in diesem Fall darauf verzichtet. Die gesamte Tastatur ist in der Farbe Schwarz gehalten. Lediglich die anpassbare RGB-Beleuchtung der Tasten sorgt für ein wenig Abwechslung. Da die Switches mit einem durchsichtigen Gehäuse daherkommen, entsteht ein wunderschönes Farbenspiel mit geschmeidigen Effekten.

Der Name ist Programm: die SteelSeries Apex Pro Mini kommt im 60%-Format daher und ist gerade einmal 29 Zentimeter breit, 10 Zentimeter tief und 4 Zentimeter hoch.

An der linken hinteren Ecke versteckt sich ein USB-C-Anschluss, um die Tastatur per Kabel anschließen zu können. Bei der Wireless-Version befindet sich dort zudem ein kleiner Schalter, mit dem wir zwischen dem Bluetooth- und dem 2,4-GHz-Modus hin- und herwechseln können. Ein USB-C-zu-USB-A-Kabel ist bei beiden Varianten im Lieferumfang enthalten. Bei der Wireless-Tastatur kommen noch ein zusätzlicher USB-C-Adapter sowie ein entsprechender Wireless-Dongle hinzu.



Dreht man die Tastaturen auf den Kopf, erwarten uns zwei verschiedene Rückseiten. Vier Gumminoppen und zwei herausklappbare Ständer (in je zwei unterschiedlichen Größen), haben beide Versionen zu bieten. Doch wo die kabelgebundene Tastatur noch über ein verstecktes Fach verfügt, in dem der Keycap Puller untergebracht ist, prangt bei der Wireless-Tastatur lediglich ein großer „steelseries“-Schriftzug. Einen Keycap Puller gibt es bei der Wireless-Variante zwar ebenfalls. Dieser wird aber einfach in einem zusätzlichen Karton geliefert.

Was die Verarbeitung betrifft, machen beide Tastaturen einen sehr guten Eindruck. Weder bei der kabelgebundenen noch bei der Wireless-Tastatur sind uns störende Kanten oder ungleichmäßige Spaltmaße aufgefallen. Das raue Gehäuse wirkt robust und liegt gut in der Hand. Auch unter etwas Druck war kein besorgniserregendes Knarzen zu hören.

Der erste Eindruck

Wer noch nie eine Tastatur im 60%-Format genutzt hat, der wird voraussichtlich eine kleine Eingewöhnungszeit benötigen. Alle Funktionen, die über die Standard-Tasten hinausgehen, werden hier nämlich über Doppelbelegungen gelöst. Aktiviert werden sie durch das Drücken einer Funktionstaste. Welche Funktion zu welcher Taste gehört, wurde klein auf die Vorderseite der jeweiligen Tasten gedruckt. Theoretisch lassen sich diese Doppelbelegungen auch an die eigenen Wünsche anpassen. Dazu später mehr.

Der große Vorteil einer Mini-Tastatur ist zweifelsohne der dazugewonnene Platz auf dem Schreibtisch. Besonders nützlich für alle, die ohnehin nur eine kleine Arbeitsfläche zur Verfügung habe. Oder für Leute wie mich, die für gewöhnlich mit einer sehr niedrigen Mausempfindlichkeit spielen und dadurch mit der Maushand über den halben Schreibtisch gleiten müssen, um Ingame eine 360-Grad-Drehung hinlegen zu können. Da kommt mir eine möglichst kleine Tastatur gerade recht.

Problematisch kann es dafür in anderen Situationen werden. Wer beispielsweise viele kreative Arbeiten am PC erledigt, ganz egal ob Bild-, Video- oder Musikbearbeitung, der wird an der SteelSeries Apex Pro Mini womöglich weniger Freude haben. Auch wenn die Doppelbelegung der Tasten hier durchaus intuitiv gelöst ist, kann das ständige Umschalten auf Dauer doch etwas nervig sein. Macht euch also besser im Vorfeld ein paar Gedanken darüber, ob ihr in eurem Alltag wirklich auf die Zusatztasten verzichten könnt oder nicht.



Die SteelSeries Apex Pro Mini lässt sich mühelos mit dem PC verbinden. Sowohl über Bluetooth als auch per Dongle gab es in unserem Test keinerlei Verbindungsprobleme. Kleine Eingabeverzögerungen konnten wir nur während der Bluetooth-Verbindung beobachten. Wer möglichst kurze Latenzen haben möchte, der sollte eher zum mitgelieferten Dongle greifen – oder eben direkt die Kabelverbindung nutzen. Der Akku soll je nach Nutzung eine Laufzeit von bis zu 40 Stunden gewährleisten. Aus Zeitgründen konnten wir das nicht überprüfen.

Die vier Gumminoppen an der Unterseite garantieren einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch. Da die ausklappbaren Ständer allerdings nicht gummiert sind, leidet der Halt ein wenig, sobald man sie benutzt, um die Tastatur leicht anzuwinkeln.

Die verbauten Schalter wissen von der ersten Sekunde an zu überzeugen. Nicht nur, dass sie einen butterweichen und auf Wunsch extrem schnellen Anschlag haben. Sie klingen auch noch hervorragend. Sie sind nicht zu laut, nicht zu leise und hinterlassen auch kein metallisches Klackern, wie man es von manch anderen mechanischen Tastaturen her kennt. Die Lebensdauer von 100 Millionen Anschlägen pro Schalter dürften in der Regel mehr als nur ausreichend sein. Positiv hervorzuheben sind auch die Anpassungsmöglichkeiten. Die meisten Einstellungen, von der Beleuchtung bis hin zur Auslösedistanz der Tasten, lassen sich direkt an der Tastatur vornehmen.



Die Anpassungsmöglichkeiten

Ihr wahres Potenzial entfaltet die SteelSeries Apex Pro Mini jedoch erst in Kombination mit der dazugehörigen Software. Beispielsweise wenn es darum geht, die Distanz zum Auslösen der Tasten anzupassen. Die Bestätigungspunkte der verbauten OmniPoint 2.0 Schalter können in 0,1-mm-Schritten von 0,2 bis hin zu 3,8 mm eingestellt werden. Je nachdem, ob die Tasten eher früh oder eher spät auslösen sollen. Mithilfe der Software lassen sich diese Betätigungspunkte für jede Taste individuell abändern. Zudem kann jeder Taste eine zweite Funktion zugewiesen werden, abhängig von der Anschlagsdistanz.

Praxisbeispiel gefällig? Nehmen wir dafür einen typischen Shooter. Dann können wir die WASD-Tasten so konfigurieren, dass sie nach einer möglichst kurzen Distanz (0,2 mm) auf unsere Eingaben reagieren, um unser Movement zu optimieren. Gleichzeitig können wir für die Steuerungs-Taste festlegen, dass wir uns bei einer leichten Betätigung (0,2 mm) ducken, bei einer starken Betätigung (3,8 mm) hingegen hinlegen. Nur durch unseren Tastendruck entscheiden wir, welche Funktion ausgelöst werden soll.

Ansonsten kommen noch kleinere Spielereien hinzu, die zwar nichts an dem Tippgefühl der Tastatur ändern, dafür aber ziemlich schick aussehen. So können wir beispielsweise festlegen, dass die RGB-Beleuchtung unserer Tastatur auf unseren Ingame-Lebensbalken reagieren soll. Bekommen wir Schaden, dann wird die Beleuchtung abgedunkelt. Wie das aussehen kann, ist im folgenden Video zu sehen. Insgesamt fünf Profile lassen sich auf dem internen Speicher der Tastatur abspeichern.



Fazit

Die SteelSeries Apex Pro Mini (Wireless) hat in unserem Test eine exzellente Figur abgegeben. Größtes Highlight sind die neuen OmniPoint 2.0 Schalter, die zweifelsfrei zu den Besten gehören, die der Markt derzeit zu bieten hat. Die schnelle Reaktionszeit sowie die einstellbare Anschlagsdistanz sind eine Bereicherung für jeden ambitionierten Spieler. Dank der anpassbaren RGB-Beleuchtung, die eine Reihe ansehnlicher Effekte mitbringt, macht die Tastatur zudem auch optisch einiges her. Wer auf die fehlenden Zusatztasten verzichten kann/will und das nötige Kleingeld mitbringt, bekommt hier eine hervorragende Tastatur im Mini-Format. Mit einem Preis von rund 200 Euro ist die SteelSeries Apex Pro Mini (Wireless) allerdings nicht gerade günstig. Insbesondere wenn man bedenkt, dass auf ein Drittel aller typischen Tasten verzichtet wird.

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