Die Speicherkrise belastet auch den Markt für Smartphones. Während der Gesamtmarkt schrumpft, bauen Apple und Samsung ihre Marktanteile noch weiter aus. Woran das liegt und welche Folgen das hat, erfährst du hier.

Ein Apple- und ein Samsung-Smartphone liegen nebeneinander auf einem orangenen Hintergrund.
Bild: Georgiy Lyamin auf Unsplash

Um die Smartphone-Markt steht es weltweit derzeit nicht sonderlich gut. Im zweiten Quartal 2026 gingen die Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4 % zurück. Trotz des allgemeinen Marktrückgangs konnten sich Apple und Samsung behaupten und ihren Vorsprung gegenüber der Konkurrenz weiter ausbauen.

Bild: Omdia

Apple und Samsung haben die Nase vorn

Die Grafik des Marktforschungsunternehmens Omdia zeigt, dass Samsung und Apple ihre Spitzenpositionen auf dem Smartphone-Markt weiter behaupten. Während andere Hersteller wie Xiaomi, Oppo und Vivo zum Ende des Jahres 2025 Marktanteile verloren, kletterten die beiden Marktführer noch weiter nach oben.

Samsung bleibt mit einem Marktanteil von 22 % weltweit die Nummer eins und legte damit gegenüber dem Vorjahresquartal um 2 Prozentpunke zu. Zum Erfolg von Samsung trugen eine stabile Nachfrage, eine gute Lieferfähigkeit sowie der spätere Marktstart der Galaxy-S26-Serie bei. Zudem konnte Samsung seine Position auch im günstigeren Smartphone-Segment weiter stärken.

Apple folgt mit 20 % Marktanteil und erzielt damit das bisher erfolgreichste zweite Quartal seiner Unternehmensgeschichte. Gegenüber dem Vorjahr gewann der Hersteller ganze 4 Prozentpunkte dazu. Das ist überraschend, weil das zweite Quartal für Apple normalerweise das schwächste ist, da die neuen iPhones im Herbst vorgestellt werden. Gründe für die positiven Zahlen sind laut Omdia vor allem die hohe Nachfrage nach der iPhone-17-Serie, da viele Nutzer ihr älteres iPhone gegen ein neues Modell austauschten. Zudem konnte Apple seine Preise weitgehend stabil halten.

Mit deutlichem Abstand folgen die Hersteller Xiaomi (11 %), Oppo (10 %) und Vivo (8 %). Insgesamt zeigt die Analyse, dass Samsung und Apple ihren Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr weiter ausbauen konnten, obwohl der weltweite Smartphone-Markt insgesamt geschrumpft ist.

Bild: Omdia

Warum viele Hersteller unter Druck stehen

Es zeigt sich eine zunehmende Aufteilung des Smartphone-Marktes. Während große Hersteller ihre Position weiter stärken können, geraten vor allem Anbieter günstiger Smartphones zunehmend unter Druck. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die anhaltende Speicherkrise und Lieferengpässe, welche die Produktionskosten deutlich erhöhen.

Die Kosten für Speicher sind innerhalb eines Jahres massiv gestiegen. Einige Hersteller sollen inzwischen das Vier- bis Fünffache im Vergleich zum Vorjahr zahlen. Das macht sich besonders bemerkbar, da Arbeits- und Massenspeicher mittlerweile zu den größten Kostenfaktoren bei Smartphones zählen. Bei günstigen Geräten verschlingen sie mehr als 60 % der Materialkosten, bei teureren Modellen sind es immer noch über 30 %.

Besonders betroffen sind Smartphones unter 400 US-Dollar. In diesem Preissegment sind die Gewinnmargen gering und Käufer reagieren besonders sensibel auf Preiserhöhungen. Viele Hersteller stecken deshalb in einer schwierigen Lage: Einerseits können sie die gestiegenen Kosten nicht vollständig an ihre Kunden weitergeben, andererseits kommen sie um Preiserhöhungen oft nicht herum. Gleichzeitig verkleinern einige Unternehmen ihr Angebot und setzen verstärkt auf profitablere Modelle.

So könnte sich der Markt weiter entwickeln

Da die Speicherkrise noch im vollen Gange ist, wird ein Preisrückgang vorerst nicht erwartet. Mit einer Entspannung rechnen die Analysten frühestens ab der zweiten Jahreshälfte 2027. Selbst dann dürften die Kosten jedoch nicht mehr auf das Niveau vor 2025 zurückkehren.

Die Aussichten bleiben zunächst angespannt. Omdia geht davon aus, dass die Verkaufszahlen in den kommenden beiden Quartalen noch weiter sinken. Besonders ungünstig ist dabei der Zeitpunkt. In der zweiten Jahreshälfte werden normalerweise neue Smartphones vorgestellt. Gleichzeitig sorgen das Weihnachtsgeschäft und Rabattaktionen wie der Black Friday oder Cyber Monday üblicherweise für eine besonders hohe Nachfrage.

Um die gestiegenen Kosten aufzufangen, werden viele Hersteller voraussichtlich stärker auf hochpreisige Smartphones setzen. Damit lassen sich höhere Gewinne erzielen und könnten somit auch langfristig einen größeren Teil im Sortiment ausmachen.

Fazit

Samsung und Apple zählen derzeit zu den Gewinnern der angespannten Marktlage. Für viele Verbraucher könnte die Entwicklung jedoch zur Herausforderung werden. Sollten Hersteller künftig verstärkt auf teurere Geräte setzen, dürfte die Auswahl im günstigeren Preissegment kleiner werden. Umso spannender bleibt die Frage, wie sich der Smartphone-Markt entwickelt und ob sich die Lage bei den Speicherchips ab 2027 tatsächlich entspannt.


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Quelle: Omdia/ComputerBase

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