Interview: Fynn Kliemann über sein Album „nie“

Webdesigner, Autor, Heimwerkerkönig, Gründervater des Kliemannslandes und jetzt also auch noch Musiker. Fynn Kliemann bringt am 28. September sein erstes Album heraus. Es trägt den Namen „nie“ und ist in allen Belangen etwas ganz Besonderes!


Songs, Videos, Artwork und Website – Fynn macht alles selbst! Mit twoFinger Records hat er sogar ein eigenes Label ins Leben gerufen, um seine Platte zu vertreiben, obwohl ihm durchaus lukrative Angebote vorlagen. Denn „nie“ soll alles andere werden als Standard. Das merkt man auch schon an der Art der Veröffentlichung. „Ich werde das Album nur ein einziges mal physisch produzieren, weil ich die verschwenderische Produktion von Musik nicht so geil finde und nicht möchte, dass die Platte wegen Überproduktion irgendwann bei nem Discounter im Grabbeltisch liegt“, sagt Fynn. „Das heißt, jetzt ist die einzige Möglichkeit das Album jemals in echt in den Händen zu halten. Das war mir wichtig“.

Bedeutet im Klartext, wer das Album in den Händen halten möchte, sollte es besser schnell vorbestellen!

Fynn Kliemann Album nie

Interview mit Fynn Kliemann zu seinem Album „nie“

Zuallererst: Wie bist du überhaupt zur Musik gekommen? Gibt es da ein paar Künstler, die dich besonders geprägt haben?

Schon immer Mucke gehört, schon immer Mucke gemacht, und natürlich durch Papas Plattenregal beeinflusst. Die Frage sowie die Antwort darauf, ist bei allen Musikern die gleiche 🙂 Bei meinem Vater lief viel Van Morrison und Steppenwolf, aber ich weiß nicht, ob man das meiner Platte irgendwo anhört 🙂

Du hast dir auf YouTube als Heimwerkerking einen Namen gemacht. In deinen Videos improvisierst du viel und versuchst einfach aus den gegebenen Sachen das beste raus zu holen. Lässt sich das auch auf deine Musik übertragen, oder hast du dir für das Album im Vorfeld ein klares Konzept überlegt?

Klare Konzepte bringen bei Musik irgendwie nichts, aber ganz so lapidar wie bei dem Bau eines Hühnerstalls kannste da jetzt auch nicht ran gehen. Einfach viiiieeeel Zeit und ausprobieren, bis dann mal was sitzt und man sagt: Jepp, hier steht n musikalisch, brauchbareres Gerüst.

Nun bist du nicht gerade durch deine Musik bekannt geworden und auf YouTube wird man ja schnell in eine gewisse Schublade gepackt. Vor dem Release deiner ersten Single, hattest du ein Stückweit Angst vor den Reaktionen der Zuschauer?

Klar, dieses YouTuber-Ding ist eben schon speziell. Da gibts wahnsinnig viel Gutes, aber verglichen wird man eben mit den Jungs und Mädels, die für die ganze Plattform stehen und nicht mit den Nischentalenten. Mehr Abwertung geht nicht 🙂 Bei mir raffen das glücklicherweise viele, weil immer schon der ein oder andere Ton in den Videos etc. vorgekommen ist.

Du hast dich gezielt gegen ein großes Label entschieden und wolltest die Albumarbeit auf eigene Faust durchziehen. Noch ist nicht alles geschafft, aber bereust du den Schritt manchmal, oder bist du ganz froh über die Entscheidung?

Ey, das war bisher vielleicht die beste Entscheidung meines Lebens. Ist im Nachhinein auch immer ein bisschen leicht mit dem: „das war ja easy“, obwohl der Trip dahin die Hölle war 🙂 Nee, also war schon mega aufwendig und wir sind noch lange nicht am Ende, aber bisher ist es unglaublich und das Feedback ist der Wahnsinn!

Was hat sich besser angefühlt: Die erste Kliemannsländer Bratwurst in den Händen zu halten, oder den ersten Track fertig zu haben?

Natürlich die Musik. Wurst ist lecker, aber so ein Song verändert alles.

Wie würdest du deinen Musikstil am ehesten beschreiben?

Soooo schwer. Keine Ahnung. Alternative Pop oder so.



Zu deiner Single „Zuhause“: Fällt es dir schwer so persönliche Themen aufs Blatt zu schreiben, oder war das eher eine Erleichterung?

Das Aufschreiben ist ganz einfach, die richtige Wortwahl dann schon komplizierter und das Vorspielen dann im Grunde unmöglich.

Hast du ein persönliches Lieblingslied auf dem Album? Oder vielleicht ein Lied, dass du schon gar nicht mehr hören kannst?

Ich find alle noch mega, trotz unendlich oft hören. Lieblingssong hängt immer an der Tagesverfassung, aber „bau mich auseinander“ kann ich einfach immer hören.

Auch die bisherigen Videos sind eher ausgefallen – Abgedreht, aber auch hier wieder mit einer persönlichen Note. Stören dich diese Standard-Musikvideos, die man meistens vorgesetzt bekommt?

Ja voll. Es geht dabei ja nicht nur darum einen Song zu bebildern, sondern trotzdem noch ein spannendes Video zu produzieren. Grundregel: Das Video sollte auch ohne Musik noch interessant anzuschauen sein.

„Vom Deutschrap erwarte ich mehr“ sagst du in einem BACKSPIN-Podcast. Man hat dich ja schon ein paar mal rappen hören, könnte da in der Zukunft mehr kommen?

Nope.

Jetzt wo du dein eigenes Album fertig hast, wie wäre es denn mit einem kleinen Musikfestival im Kliemannsland?

Kommt. Wir planen schon länger an einem Festival im Sommer. Ansonsten spielen bei unseren Veranstaltungen wie z.B. dem Flohmarkt auch immer Bands. Am 08 + 09.09 ist im Kliemannsland Schnabutrömata (Schnabulier und Trödel ma! Tag), da gibt es dann auch was auf die Ohren 😉



HIER KANNST DU „nie“ VORBESTELLEN

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