Einheitliches Ladekabel: EU-Parlament will Smartphones ohne USB-C verbieten

Ladekabel gab es in den vergangenen Jahren so einige. Wirklich durchsetzen konnten sich bis heute aber nur zwei: USB-C sowie Apples Lightning-Anschluss. Da zwei allerdings noch immer eins zu viel sind, will die EU nun eine einheitliche Lösung vorantreiben.


Photo by Marcus Urbenz on Unsplash

Hersteller von Smartphones, Tablets, Kopfhörern & Co. werden in Zukunft alle auf die gleiche Ladetechnik setzen müssen. Der Verkauf von Geräten ohne USB-C-Anschluss soll nämlich verboten werden. Das geht zumindest aus einem Beschluss hervor, den der Verbraucherschutz-Ausschuss der EU mit deutlicher Mehrheit angenommen hat.

Einen ähnlichen Vorschlag brachte die EU-Kommission bereits im vergangenen Jahr hervor. Damals sorgte insbesondere Apple für Gegenwind. Ein einheitlicher Ladestandard sei ein Innovationshemmnis, so das Unternehmen. Darum setzt der kalifornische Hersteller, mit ein paar Ausnahmen, noch immer auf seine hauseigene Lightning-Technologie.

Weniger Elektroschrott

Die EU verweist hingegen auf die nachhaltigen Effekte einer solchen Regelung. Ein einheitlicher Ladestandard könne dabei helfen, die Anzahl an Kabeln, Ladegeräten und entsprechend auch Elektroschrott zu reduzieren. Ausnahmen gibt es dann nur noch für Geräte, die entweder zu klein oder zu leistungshungrig für einen USB-C-Anschluss sind.

Statistisch gesehen produziert jeder Deutsche 20 Kilogramm Elektroschrott pro Jahr. Richtig entsorgt wird davon aber nur die Hälfte. Der Rest landet im Hausmüll.

Doch damit nicht genug. Die EU möchte nicht nur das kabelgebundene, sondern auch das kabellose Laden auf einen gemeinsamen Nenner bringen. Während die neue USB-C-Regelung bereits 2024 zum Einsatz kommen könnte, lässt man sich im kabellosen Bereich jedoch mindestens bis zum Jahr 2026 Zeit. Ehe die einzelnen EU-Staaten den Umsetzungsprozess in Gang setzen, muss das Parlament den Entwurf ohnehin noch abnicken. Die dazugehörige Plenartagung findet im Mai statt und eine Zustimmung gilt als Formsache.

Quelle: Europäisches Parlament

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der1Horn
der1Horn
3 Monate her

Eigentlich wäre halt VOR Einfügung von USB-C geil gewesen, wenn Apple seinen Stecker freigegeben hätte. Der ist halt auf jeden Fall robuster. Aber ansonsten bin ich voll dafür, dass es nur einen Standard geben soll. Es ist einfach völlig unnötig, dass Apple sein eigenes Ding macht. Wie gesagt, nix gegen den Stecker an sich, Lightning ist der bessere Stecker, aber jetzt ist es zu spät, den als Standard zu setzen.

ElHosso
ElHosso
3 Monate her
Reply to  der1Horn

Ich bin völlig deiner Meinung, man braucht einen einheitlichen Stecker und Apple sollte nicht sein eigenes Ding machen , aber der Lightning Stecker ist USB-C besonders in Sachen Datenübertragung um einiges Hinterher und ich sehe nicht wo er „robuster“ sein sollte.

Lg