Deutsche Telekom: Netflix, Google & Co. sollen für ihren Datenverkehr zahlen

Die größten Internetdienste haben auch den (mit Abstand) größten Datenverkehr zu verzeichnen. Die Deutsche Telekom verlangt nun, dass sie dafür aufkommen.


Bild: Deutsche Telekom

„Das Datenvolumen in europäischen Breitband- und Mobilfunknetzen wächst exponentiell“, heißt es in einem offiziellen Blogbeitrag der Deutschen Telekom. Jahr für Jahr müssten die europäischen Netzanbieter viele Milliarden investieren, nur um den stetig steigenden Datenverkehr gewährleisten zu können. Zwischen 36 und 40 Milliarden Euro seien dafür jedes Jahr nötig. Das geht zumindest aus einer aktuellen Studie hervor.

Etwa die Hälfte dieses Datenvolumens werde dabei von einer Handvoll Unternehmen verursacht. Beispielsweise von dem Suchmaschinen-Riesen Google oder dem Streaming-Anbieter Netflix. An den entstehenden Kosten beteiligen sie sich allerdings nicht. Doch was wäre, wenn große Internetunternehmen faire Entgelte für ihren Datenverkehr bezahlen würden?

Beteiligung der Internetkonzerne

In einer von Axon durchgeführten Studie wurden drei verschiedene Szenarien beleuchtet, in denen die Unternehmen insgesamt zehn, 20 oder 30 Milliarden Euro pro Jahr hinzusteuern. Infolgedessen könnte der Netzausbau deutlich beschleunigt und die digitale Wirtschaft in ihrer Gänze davon profitieren, heißt es in den Ergebnissen.

„So würde ein Beitrag der Internetunternehmen von jährlich 20 Milliarden Euro, der einen beschleunigten Netzausbau erleichterte, europaweit die Wirtschaftsleistung bis 2025 um bis zu 72 Milliarden Euro steigern. Weiterhin könnten 840.000 neue Arbeitsplätze entstehen, Netzerlebnis und Innovationstätigkeit gefördert sowie Energieverbrauch und CO2-Emissionen deutlich reduziert werden.“

Die Deutsche Telekom fordert deshalb Verhandlungen auf Augenhöhe zwischen den großen Internet- und den europäischen Telekommunikationsunternehmen. Beispielsweise in Form von EU-weiten Vorgaben. Es sei an der Zeit, dass der Gesetzgeber sich mit mehr Engagement der Frage widmet, welche Lösung am besten hilft.

Quelle: Deutsche Telekom

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Sharpy
Sharpy
4 Monate her

Moment den Traffic bezahle ich doch direkt an den Netzbetreiber, in dem ich beim Handy meinen Tarif bezahle und beim Hausanschluß ebenfalls.

Der mit dem "s"
Der mit dem "s"
4 Monate her

und dann wechselt man zu einem Anbieter, bei dem Netflix keine Internetmehrwertsteuer von einem verlangt oder wie?
Frage mich wie das funktionieren soll- wir haben in Deutschland eh schon mit die teuersten Tarife überhaupt.

Duralux
Duralux
4 Monate her

Das erinnert mich an die Anfangszeiten von Flatrate und Co. wo dann bei zu starker Nutzung der vertraglich garantierten Bandbreite vom Provider bis auf wenige Kilobit (!) gedrosselt wurde – finde den Fehler!

Giaster
Giaster
5 Monate her

Netflix, Amazon, Google usw.. werden es sicherlich an uns weitergeben. Wozu dann noch ein Festnetzanschluss, wenn mir Netflix zu teuer wird ?

Thomas
Thomas
4 Monate her
Reply to  Giaster

Zahlen müssen wir es sowieso. Entweder an die Netzbetreiber, Anbieter oder den Staat.
Oder glaubst du, dass nur einer davon uns was schenkt?

Michael Kneisch
Michael Kneisch
5 Monate her

und dann wäre also der internet anschluß, kostenlos?