Austauschbare Akkus? Samsung warnt vor dicken und fehleranfälligen Smartphones

Der Bundesrat hatte Anfang dieses Jahres ein Verbot fest verbauter Akkus gefordert. Nun meldet sich einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt zu Wort und kritisiert das Vorhaben.


Photo by Tyler Lastovich from Pexels

Austauschbare Akkus führen zu einer besseren Reparierbarkeit und verringern entsprechend den entstehenden Elektroschrott, so die Verfechter des Regierungsentwurfs. Samsung hingegen sieht die Thematik weit weniger positiv. In einer Anhörung im Bundestag äußerte Andreas Beck, Deutschlands Serviceleiter bei Samsung Electronics, seine Bedenken.

Samsung werde durch ein solches Gesetz gezwungen, Produkte speziell für Deutsche zu entwickeln, die aufgrund der austauschbaren Akkus automatisch klobiger und schlechter geschützt seien, so Beck. Fest verklebte Gehäuse, wie sie aktuell standardmäßig genutzt werden, würden nicht nur weniger Material bei der Herstellung benötigen, sondern auch einen besseren Schutz vor Staub und Wasser gewährleisten. Demzufolge könnten austauschbare Akkus im Endeffekt sogar für eine verringerte Lebenszeit sorgen, da dieser Schutz wegfalle.

Außerdem, so Beck, gehören defekte Smartphones stets in professionelle Hände – und das gelte auch für den vermeintlich einfachen Austausch eines Akkus. Ein direkt vom Endkunden durchgeführter Akku-Austausch sei seiner Meinung nicht zielführend, weder recylcing- noch sicherheitstechnisch. Die Nachfrage an Selbstreparatur-Möglichkeiten seit seitens der Verbraucher ohnehin gering.

Die Bundesregierung hatte bereits Anfang März verlauten lassen, dass ein Verbot fest verbauter Akkus allein in Deutschland nicht umsetzbar sei. Eine derartige Regelung sei nur auf EU-Ebene möglich, hieß es in einer damaligen Stellungnahme. Die EU-Kommission strebt ebenfalls eine neue Batterieverodnung an, welche wechselbare Akkus, zumindest in Kleingeräten, garantieren soll. Eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus.

Via: heise

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CArn
CArn
5 Monate her

so ein Blödsinn, als ob ein Autohersteller die Motorhauben nach dem Einbau des Antriebes zuschweißen würde. Das Smartphone ist durch nicht wechselbare Akkus ein Wegwerfartikel – merkt man auch am Software Support 2, maximal 3 Jahre – dann gibt es nichts mehr. Frage mich auch warum die Geräte immer teurer werden, das kann man doch nicht alles mit „Inflation, Produktionskosten und Ressourcenkosten“ abtun. Und eine IP Zertifizierung habe ich noch nie gebraucht. selbst beim Wandern kann einen „das Wetter“ nicht überraschen – einfach ein Zipperbeutel, gerät rein und fertig.

Wapiti 47
Wapiti 47
5 Monate her

also mein LG hat einen Wechselakku. Es ist weder zu dick noch hatte ich in über 5 Jahren eine Störung. Im Gegensazt zu Sasunghandys in meinem Freundeskreis. Samsung kann ruhig zugeben das sie zu blöd dafür sind!

M.D
M.D
5 Monate her

Das Argument mit dem Schutz vor Wasser und Staub ist absoluter Schwachsinn. Samsung produziert selber ein Handy, welches IP86 zertifiziert ist und wer glaubt es, der Akku ist wechselbar

J.A
J.A
5 Monate her

Hallo Samsung. Absoluter Schwachsinn was sie schreiben! Ich habe hier jetzt meine 3 Handys nebeneinander liegen. Das uralte Samsung GT 8530i von ihnen dann mein Huawei P9 lite und mein neuestes das Redmi 9 pro. Beide neueren Handys Huawei und Redmi kann ich nicht öffnen. Das Redmi habe ich mir jetzt nur kaufen müssen weil ein Akku-austausch beim Huawei anstand. Es ging immer bei 40 % sofort auf null. Der Austausch sollte beim Fachhändler 60 Euro kosten. Da habe ich dann abgewogen mir lieber das Redmi das zu diesem Zeitpunkt 199 Euro mittlerweile wieder 264 Euro gekostet hat zu kaufen.… Read more »