Es gibt viele Gründe, warum man sich anonym durchs Internet bewegen möchte. Beispielsweise um die eigene Privatsphäre zu schützen, keine Zielscheibe für Hacker und Phishing-Angriffe zu sein oder um Zensur umgehen zu können. In diesem Blogbeitrag werden wir euch einige Tipps geben, wie ihr möglichst anonym durchs Internet surfen könnt.


Bild: Canva

Verwendet ein Virtual Private Network (VPN)

Die Funktionsweise von VPNs basiert auf der Verwendung von Verschlüsselungstechnologien, um die Daten, die ihr sendet und empfangt, zu schützen. Wenn ihr eine Verbindung zu einem VPN-Server herstellt, werden alle Daten von eurem Computer zunächst an den VPN-Server gesendet, dort verschlüsselt und schließlich über das öffentliche Internet weiter zum Ziel gesendet. Auch wenn die Daten nun abgefangen werden, kann sie niemand lesen. Zudem ist es nicht ohne weiteres möglich, ihren wahren Ursprung herauszufinden.

VPNs können auf verschiedene Arten konfiguriert werden, je nach Anbieter und verwendeter Technologie. Einige VPNs nutzen eine clientseitige Software, die auf dem Computer des Benutzers installiert werden muss, während andere über eine browserbasierte Konfiguration verfügen. Es gibt auch VPNs die auf Router oder sogar auf Netzwerkgeräten eingerichtet werden können. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle VPNs gleich sind und dass einige Anbieter möglicherweise Logfiles speichern oder eure Daten an Dritte weitergeben. Man sollte sich im Vorfeld gut über den jeweiligen Anbieter informieren.

Verwendet einen anonymisierten Browser

Ein gutes Beispiel dafür ist der Tor Browser, der das sogenannte „Onion-Routing-Protokoll“ verwendet, um die Anonymität und Privatsphäre des Benutzers im Internet zu schützen. Es ermöglicht es Benutzern, anonym durchs Internet zu surfen, indem es ihren Internetverkehr durch mehrere Server (auch als Knoten bezeichnet) umleitet.

Dabei wird eure Internetanfrage zunächst an einen Eintrittsknoten gesendet. Dieser Knoten verschlüsselt dann eure Verbindung und leitet sie weiter an einen Zwischenknoten. Dieser Vorgang wiederholt sich mehrere Male, bevor die Verbindung schließlich an einen Ausgabeknoten gesendet wird. Der Ausgabeknoten entschlüsselt dann die Verbindung und sendet die Anforderung an das Ziel.

Dieser Prozess des Onion-Routings sorgt dafür, dass es beinahe unmöglich ist, die ursprüngliche IP-Adresse zu ermitteln oder eure Aktivitäten im Internet nachzuverfolgen. Jeder Knoten kennt nur den vorherigen und nächsten Knoten in der Verbindungskette, was bedeutet, dass es sehr schwierig ist, die tatsächliche Quelle der Verbindung zu identifizieren.

Allerdings ist der Tor Browser nicht unbedingt die beste Wahl für alle Anwendungsfälle und er hat auch gewisse Schwachstellen. Zum einen kann die Verbindung deutlich langsamer sein, da sie zunächst durch mehrere Knoten geleitet wird. Zum anderen gibt es einzelne Webseiten, die einen Zugriff über den Tor Browser komplett blockieren. Letzteres gilt übrigens auch für VPN-Verbindungen.

Verwendet alternative Suchmaschinen

Google ist die mit Abstand beliebteste Suchmaschine. Standardmäßig speichert der Dienst allerdings allerhand Informationen wie Suchanfragen und sonstige Aktivitäten über euch. Auf der Seite „Meine Google-Aktivitäten“ könnt ihr selbst einmal nachvollziehen, was der Suchmaschinenriese alles über eure Aktivitäten im Netz weiß. Spoiler: ihr werdet vermutlich alles mögliche finden. Welche Seiten ihr in den vergangenen Jahren besucht, welche YouTube-Videos ihr angeschaut und welche Apps ihr auf eurem Smartphone benutzt habt. Alles fein säuberlich in chronologischer Reihenfolge aufgelistet.

Um zumindest die Suchanfragen im Netz zu anonymisieren, könnt ihr alternative Dienste wie DuckDuckGo verwenden. Die Suchmaschine hat es sich zum Ziel gesetzt, keine personenbezogenen Daten zu sammeln. Keine IP-Adressen, keine Nutzerdaten und keine Suchverläufe. Seit neuestem gibt es auch einen Tracking-Schutz für Android-Nutzer, der in Apps erkennen können soll, welche Daten an Dritte gesendet werden.

Verwendet eine Firewall

Eine Firewall könnt ihr euch wie einen Schutzschild vorstellen, der zwischen Endgerät und Verbindung aufgespannt wird. Sie blockiert unerwünschte Verbindungen von außen und schränkt den Zugriff auf bestimmte Netzwerkressourcen ein. Eine Firewall kann beispielsweise dafür sorgen, dass nur autorisierten Benutzern Zugriff auf bestimmte Teile des Netzwerks gewährt wird, und dass unerwünschte Verbindungen von Hackern oder Malware blockiert werden, die eure Daten erbeuten wollen. Die gute Nachricht: viele Geräte, vom Router bis zum PC, verfügen bereits über eine integrierte Firewall. Solange ihr diese nicht manuell deaktiviert, seid ihr diesbezüglich auf der sicheren Seite.

Erst denken, dann handeln

Wie sagt man so schön: die größte Fehlerquelle sitzt häufig vor dem Bildschirm. Im Endeffekt seid ihr selbst dafür verantwortlich, welche persönlichen Daten ihr bei Facebook, Instagram, Twitter & Co. preisgebt. Macht es wirklich Sinn, Adresse, Telefonnummer und Geburtsdatum zu veröffentlichen? Vermutlich nicht. Sogar der eigene Name lässt sich verschleiern, indem man die Dienste einfach unter einem Pseudonym verwendet.

Zudem sollte man darauf achten, dass man sich nur auf vertrauenswürdigen Webseiten mit verschlüsselter Verbindung (HTTPS) bewegt. Im Netz werden immer wieder Phishing-Links verteilt, die nur darauf abzielen, an eure persönlichen Daten zu kommen. Kein seriöser Anbieter wird von euch irgendwelche Kreditkarteninformationen verlangen, weil ihr angeblich bei einem Gewinnspiel gewonnen habt. Online-Händler, von denen ihr noch nie zuvor gehört habt und die plötzlich mit einem unschlagbaren Angebot aufwarten, solltet ihr euch auch besser noch einmal genauer ansehen. Im Zweifelsfall hilft bereits eine kleine Suchanfrage bei der Suchmaschine eures Vertrauens, um in Erfahrung zu bringen, ob es sich um einen Fake-Shop handelt oder nicht.

Zusammenfassung

Es gibt keine hundertprozentige Garantie dafür, dass ihr im Internet vollständig anonym bleiben könnt. Indem ihr die obigen Tipps befolgt, könnt ihr eure Privatsphäre und Sicherheit im Internet jedoch erheblich verbessern. Es kann auch nicht schaden, regelmäßig die Sicherheitseinstellungen zu überprüfen und sich über die neuesten Bedrohungen im Internet auf dem Laufenden zu halten.

Abschließend lässt sich sagen, dass Anonymität im Internet eine Kombination aus verschiedenen Schutzmaßnahmen erfordert. Indem ihr eine Kombination aus VPN, anonymisierten Browsern, sicheren Suchmaschinen, Firewalls und Vorsicht beim Teilen von persönlichen Informationen anwendet, könnt ihr eure Privatsphäre und Sicherheit im Internet deutlich steigern.

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