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Ein Lkw ganz ohne Fahrer und sogar ohne Fahrerkabine? Was erst einmal nach Zukunftsmusik klingt, ist bei Lidl bereits Realität. In Deutschland ist jetzt erstmals ein autonomer Elektro-Lkw im echten Lieferbetrieb unterwegs.

Kabinenloser autonomer Elektro-Lkw von Einride bei einer nächtlichen Fahrt auf einem Betriebsgelände.
Bild: Einride/Lidl

Startschuss für das Pilotprojekt war im September 2026 im hessischen Edermünde bei Kassel. Dafür arbeitet Lidl Deutschland mit dem schwedischen Tech-Unternehmen Einride zusammen. Zum Einsatz kommt ein komplett vollelektrischer Lkw, der sogar ganz ohne Kabine auskommt und komplett autonom unterwegs ist. Damit betritt Lidl in Deutschland Neuland. Laut der Schwarz Gruppe ist Lidl der erste Lebensmitteleinzelhändler hierzulande, der einen solchen kabinenlosen E-Lkw für die Belieferung von Filialen im realen Straßenverkehr einsetzt.

Bereits unterwegs auf öffentlichen Straßen

Schon jetzt ist der Lkw unterwegs und das sogar auf öffentlichen Straßen. Er transportiert Waren vom Logistikzentrum zu einer nahegelegenen Lidl-Filiale und bietet Platz für 15 Europaletten. Bis zu dreimal am Tag soll er die Filiale mit Trockensortiment beliefern und diese Route komplett abdecken. Allein während der zunächst auf vier Monate angesetzten ersten Projektphase könnten so mehr als 3.000 Paletten transportiert werden.

Besonders schnell ist der Lkw allerdings nicht, denn mit maximal 25 km/h tuckert er eher gemütlich durch die Gegend. Rechtlich ist ebenfalls alles geregelt. Für den Einsatz liegt eine Genehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vor. Eine solche wurde für einen kabinenlosen autonomen Lkw sogar erstmals in Deutschland erteilt.

Wie fährt der Lidl-Lkw ohne Fahrer?

Der Lidl-Lkw ist mit SAE Level 4 unterwegs und erreicht damit bereits die zweithöchste Stufe beim autonomen Fahren. In einem festgelegten Einsatzbereich kann er die komplette Fahrt selbstständig übernehmen. Außerhalb dieses Bereichs funktioniert das allerdings noch nicht. Erst bei Level 5 könnte ein Fahrzeug unabhängig davon vollständig autonom unterwegs sein.

Ganz ohne menschliche Unterstützung kommt das Pilotprojekt aber noch nicht aus. Im Lkw selbst sitzt zwar niemand, ein sogenannter Local Operator begleitet ihn aber in einem separaten Fahrzeug und kümmert sich auch um das Be- und Entladen.

Weitere Routen in Zukunft geplant

Bei der einen Strecke soll es in Zukunft aber nicht bleiben. Wird die erste Phase des Pilotenprojekts erfolgreich abgeschlossen, ist eine zweite Phase an einem weiteren Standort geplant. Dort soll das Konzept schrittweise zu einem sogenannten Milkrun-Modell ausgebaut werden, bei dem der autonome Lkw mehrere Stopps auf einer Tour anfährt. Weitere Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Schwarz Gruppe werden ebenfalls bereits diskutiert.

Mit dem Pilotprojekt will Lidl erst einmal schauen, wie gut autonome Transporte in der Praxis funktionieren und wie sie sich in die eigene Lieferkette einbauen lassen. Davon erhofft sich das Unternehmen unter anderem effizientere Abläufe und eine zuverlässige Warenversorgung. Gleichzeitig könnte die Technik dabei helfen, den Fahrermangel in der Logistik etwas abzufedern. Als Lösung für alle Probleme in der Logistik sieht aber auch die Schwarz Gruppe autonome Lkw nicht.


Wie gut sich der fahrerlose Lkw in der Praxis schlägt, muss sich jetzt erst noch zeigen. Spannend dürfte vor allem werden, ob sich die Technik langfristig bewährt, wie weit das Projekt künftig ausgebaut wird und welche Aufgaben autonome Lkw in der Logistik noch übernehmen könnten.

Was hältst du von Lidls fahrerlosem Lkw und könntest du dir solche Fahrzeuge künftig häufiger auf öffentlichen Straßen vorstellen? Schreib es uns gerne in die Kommentare.


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Quelle: Schwarz Gruppe/Einride/KBA/Lidl

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