Wegen US-Sanktionen: Huawei muss Chip-Produktion stoppen

Der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei muss wohl ab Ende des Jahres auf seine High-End-Prozessoren verzichten. Der Grund sei der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China.


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„Dieses Jahr könnte das letzte sein, in dem es High-End-Chips von Huawei geben wird“, sagte Huaweis Mobil-Chef Richard Yu auf einer Konferenz in China. Yu zufolge werde die Produktion des Kirin 990 am 15. September 2020 gestoppt, sollte sich bis dahin nichts an der derzeitigen Situation ändern.

Keine Zusammenarbeit mit TSMC möglich

Bei der Chip-Produktion arbeitet Huawei eigentlich mit dem taiwanischen Auftragsfertiger TSMC zusammen. Doch auf Druck der USA hat TSMC schon seit Mitte Mai keine neue Aufträge mehr von Huawei angenommen. Eine geeignete Alternative scheint es nicht zu geben. Der chinesische Konkurrent SMIC kann momentan nur Chipsätze im 14-nm-Verfahren fertigen. Der Kirin 990 basiert allerdings auf dem 7-nm-Verfahren.

Bislang lief das Jahr für Huawei, trotz US-Sanktionen, ziemlich erfolgreich. Rein nach Verkaufszahlen setzte man sich im zweiten Quartal, zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens, als weltweit größter Smartphone-Hersteller durch. Dieser Erfolg lag in erster Linie an der steigenden Nachfrage in China. Das Geschäft in Europa ist im gleichen Zeitraum um fast ein Drittel eingebrochen.

Ein Wegfall der High-End-Chips könnte das Unternehmen nun deutlich stärker treffen als die bisherigen Sanktionen. Die Google-Dienste, auf die Huawei schon seit einigen Monaten verzichten muss, werden in China ohnehin kaum genutzt. Doch High-End-Smartphones mit bestmöglicher Leistung sind auch in China kaum zu ersetzen.

Quelle: apnews.com

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