Spieleentwicklung: Wie viel Umsatz kommt bei den Entwicklern eigentlich an?

Wie viel Geld bleibt den Entwicklern eines Videospiels eigentlich übrig, nachdem sie alle anfallenden Kosten abgezogen haben? Simon Carless, ein ehemaliger Game Designer, veranschaulicht die finanzielle Situation anhand einer Beispielrechnung.


Photo by Arian Darvishi on Unsplash

Von wegen Millionär

In seinem Beispiel schaffen es die Spieleentwickler, eine Million US-Dollar umzusetzen. Eigentlich ein großer Erfolg, doch von dem Geld wird am Ende nur knapp die Hälfte übrig bleiben.

Zunächst müssen nämlich die Rückerstattungen abgezogen werden. Carless Erfahrungen nach geben zwischen fünf und acht Prozent der Spieler ein Spiel zurück. Aufgrund regionaler Preisunterschiede wirken sich die Rückerstattungen insgesamt noch ein klein wenig stärker auf den Umsatz aus. Carless rechnet mit einer Auswirkung von etwa neun Prozent. Bleiben noch 910.000 US Dollar.

Anschließend wird die Mehrwertsteuer abgezogen, die in jedem Land anders ausfällt und im Durchschnitt bei 8,5 Prozent liegt. Der „Netto-Umsatz“ beträgt demnach 825.000 US-Dollar.

Von diesem Geld möchte nun der Plattformbetreiber seinen Anteil haben. In diesem konkreten Beispiel wird das Spiel über Steam vertrieben. Dort liegt die Abgabegebühr bei 30 Prozent. Somit bleiben den Entwicklern noch 575.000 US-Dollar.

An dieser Stelle endet seine Rechnung, auch wenn Carless betont, dass sicherlich noch weitere Kosten hinzukommen. Schlechte Wechselkurse könnten beispielsweise nochmals 2-3 Prozent ausmachen. Doch Rebekah Saltsman vom Studio Finji führt das Beispiel auf Twitter noch weiter.



Sollte das Spiel nämlich noch über einen Publisher vertrieben werden, fallen nochmals Gebühren in Höhe von mindestens 20 Prozent an. Dann blieben am Ende noch 462.000 US-Dollar übrig. Angenommen, das Entwicklerteam besteht aus vier Personen, wären es also 115.000 Dollar pro Person.

Theoretisch hätte nun jeder Mitarbeiter, bei einer Entwicklungszeit von drei Jahren, ein Brutto-Jahresgehalt von 38.500 US-Dollar zur Verfügung, um von diesem Geld ein weiteres Spiel zu entwickeln. Zumindest theoretisch – in der Praxis kommen allerdings noch viele kleine Kostenträger hinzu, von Gebäudemieten bis hin zu Ausgaben für Hard- oder Software.

Quelle: gamediscoverability ; Twitter

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