Produktion gekürzt: Huawei reagiert auf Handelskonflikt

Die Folgen des Handelskonflikts: Der chinesische Elektronik-Gigant Huawei hat die Smartphone-Produktion drastisch zurückgefahren – wohl auf Grund der kürzlich verhängten US-Sanktionen.


Foto: Huawei P30 Pro

Wie die South China Morning Post berichtet, hat Huawei die Produktion von Smartphones deutlich gekürzt. Auftragsfertiger Foxconn soll sogar einige Produktionslinien komplett eingestellt haben. Dabei hatte Foxconn die Produktionsstätten vor einiger Zeit erst erweitert, um die stetig steigende Nachfrage nach Huawei-Smartphones überhaupt bedienen zu können. Der chinesische Smartphone-Hersteller konnte im vergangenen Jahr etwa 200 Millionen Geräte verkaufen – lediglich Samsung hatte höhere Absatzzahlen vorzuweisen.

Beginn einer Krise?

Eine offizielle Stellungnahme bleibt bislang noch aus. Man kann aber davon ausgehen, dass es die ersten spürbaren Folgen des Handelskonflikts zwischen den USA und China sind: Google hat Huawei die Android-Lizenz entzogen und einige Hardware-Zulieferer, unter anderem Qualcomm, haben ihre Geschäftsbeziehungen mit Huawei zumindest stark eingeschränkt. Zwar gibt es eine Übergangsfrist bis Mitte August, doch diese ist hauptsächlich auf bestehende oder bereits ausgelieferte Geräte beschränkt. So kam es beispielsweise auch dazu, dass das kürzlich vorgestellte Honor 20 noch eine Android-Lizenz bekam, die Pro-Variante des Smartphones hingegen nicht.

Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass Huawei den starken Aufwärtstrend des vergangenen Jahres unter diesen Bedingungen fortsetzen wird. Das Ziel, bis zum Jahr 2020 der weltweit führende Smartphone-Hersteller zu werden, dürfte man damit wohl kaum erreichen. Geeignete (Software-)Alternativen stehen zwar schon in den Startlöchern, sind aber noch nicht bereit für die Markteinführung. Huaweis hauseigenes Betriebssystem soll Gerüchten zu Folge noch in diesem Jahr veröffentlicht werden, zunächst aber nur in China. Eine internationale Version folgt dann erst im kommenden Jahr.

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