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Aktuell macht eine ungewöhnliche E-Mail von PayPal einige Nutzer stutzig. Darin wird die Schließung des Kontos angekündigt, obwohl einige Empfänger ihren Account regelmäßig nutzen. Doch offenbar handelt es sich dabei nicht um Phishing.

PayPal kündigt in der Nachricht an, dass Konten, die seit mehr als drei Jahren nicht mehr genutzt wurden, innerhalb von 90 Tagen geschlossen werden sollen. Aus Sicherheitsgründen sollen die betroffenen Accounts zunächst eingeschränkt werden. Transaktionen seien dann nicht mehr möglich, die bisherigen Zahlungen könnten aber weiterhin eingesehen werden. Ein Teil der E-Mail lautet wie folgt:
“Wir haben festgestellt, dass du dich seit über drei Jahren nicht mehr in dein Paypal-Konto eingeloggt hast. Als Sicherheits- und Compliance-Maßnahme haben wir dein Konto eingeschränkt und werden es in 90 Tagen schließen. Du kannst mit diesem Konto keine Transaktionen mehr durchführen, dich aber bis zur Schließung des Kontos einloggen, um deine Transaktionsübersicht einzusehen.”
Warum die PayPal-E-Mail für Verwirrung sorgt
Auf den ersten Blick erinnert die Nachricht stark an einen typischen Phishing-Versuch. Vor allem die auffällige Überschrift „Dein PayPal-Konto wird in 90 Tagen geschlossen“ dürfte bei einigen Nutzern für Unsicherheit gesorgt haben. Doch laut Golem, handelt es sich bei den untersuchten E-Mails tatsächlich nicht um Betrugsmaschen. Auch der enthaltene Link hat zur offiziellen PayPal-Webseite geführt. Das Merkwürdige daran ist aber, dass offenbar auch Nutzer eine solche Warnung erhalten haben, die ihren PayPal-Account regelmäßig verwenden. Warum also sollten diese Konten plötzlich geschlossen werden?
Golem hat bei PayPal nachgehakt, um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Ein Unternehmenssprecher erklärte, dass gerade länger ungenutzte Konten anfälliger für unbefugte Zugriffe sein können. Schließlich werden Passwörter dort möglicherweise über Jahre nicht geändert. Darüber hinaus könnten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) fehlen. Laut PayPal seien aktiv genutzte Konten von der Überprüfung allerdings nicht betroffen. Warum trotzdem entsprechende Warnungen per E-Mail verschickt wurden, blieb zunächst offen.
Altes Gastkonto könnte schuld sein
Eine mögliche Erklärung für die Warnungen könnten alte Gastzahlungen bei PayPal sein. Denn dort lassen sich auch Zahlungen durchführen, ganz ohne dass man ein eigenes PayPal-Konto benötigt. Dabei werden allerdings persönliche Daten angegeben, die möglicherweise auch Jahre später noch mit den Zahlungen verknüpft sind.
Wie Golem berichtet, stellte sich durch den Kundenservice heraus, dass unter der E-Mail-Adresse des betroffenen Nutzers offenbar noch ein älteres Konto existierte. Dabei wurde aber nie bewusst ein Account angelegt. Bei der Suche in alten E-Mails fand er dann Zahlungen, die tatsächlich zu dieser Erklärung passen würden. Möglicherweise hat PayPal damals im Hintergrund ein separates Konto angelegt, das nun als inaktiv gilt. Ob solche alten Gastkonten wirklich der Grund für die Warnungen sind, hat PayPal bislang jedoch nicht bestätigt.
Was sollten Nutzer jetzt tun?
Wer eine solche E-Mail erhalten hat, sollte trotzdem nicht vorschnell auf Links klicken. Denn gerade solche Nachrichten sind ein gefundenes Fressen für Betrüger, die sich häufig als PayPal ausgeben. Am besten sollte man in diesem Fall direkt den Weg über die PayPal-App oder die offizielle Webseite gehen. Dort lässt sich dann der Kontostatus überprüfen. Sollte weiterhin Unklarheit bestehen, gibt es noch die Möglichkeit, sich direkt an den Kundenservice zu wenden und nachzufragen, auf welches Konto sich die Warnung bezieht.
Eigentlich sollte PayPal erkennen können, ob es sich um einen regulären Account oder ein mögliches altes Gastkonto ohne eigenen Passwortzugang handelt. Für die betroffenen Nutzer ist das schließlich kaum nachvollziehbar. Sie verwenden ihr Konto ganz normal und bekommen plötzlich eine Warnung, dass es geschlossen werden soll. Gerade bei einem großen Zahlungsdienstleister wie PayPal sollte so etwas eigentlich besser funktionieren. Ob PayPal dazu noch einmal Stellung nimmt, wird sich in nächster Zeit zeigen.
Hast du auch eine solche E-Mail von PayPal bekommen und warst überrascht, weil du deinen Account regelmäßig nutzt? Oder dachtest du zunächst, dass es sich um Phishing handelt? Lass es uns gerne in den Kommentaren wissen!
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Quelle: Golem

