OMEN 30L im Test: Kann der Komplett-PC überzeugen?

Es gibt zwei Arten von PC-Spielern. Die einen basteln sich ihren PC selbst zusammen, um die bestmögliche Performance aus allen verbauten Komponenten zu kitzeln. Die anderen möchten einfach nur ein zuverlässiges System, ohne sich viele Gedanken über die technischen Hintergründe machen zu müssen. Genau für letztere gibt es diverse Fertig-PCs im Handel. Einen davon haben wir uns in den vergangenen Wochen etwas genauer angesehen: den OMEN 30L.



Der Test-PC: Die wichtigsten Details im Überblick

Der OMEN 30L ist in verschiedenen Ausstattungsvarianten erhältlich. Der grundlegende Aufbau bleibt jedoch gleich und in allen Fällen handelt es sich um ein leistungsstarkes Gaming-System, ganz egal ob Intel, AMD oder Nvidia zum Einsatz kommt. Unser Test-System stammt noch aus dem vergangenen Jahr und läuft entsprechend nicht mit Nvidias neuester Grafikkarten-Generation, sondern mit einer RTX 2080 Ti. Mittlerweile sind aber auch schon Varianten mit der RTX-3000-Serie im Handel erhältlich.

ChipsatzIntel Z490
ProzessorIntel Core i9-10900KF
GrafikkarteNvidia GeForce RTX 2080 Ti
Arbeitsspeicher64 GB DDR4-RAM
Speicher2 TB SSD
KühlungFlüssigkeitskühlung (CPU)
Netzteil750 Watt
FormfaktormicroATX
Gewicht12,86 kg

Design & Verarbeitung

Der Aufbau des OMEN 30L ist denkbar einfach: aus der Verpackung nehmen, anschließen und schon kann es losgehen. Der große Vorteil eines Komplett-PCs eben. Rein optisch weiß der PC voll zu überzeugen, da er sowohl „schlicht“ als auch „ausgefallen“ beherrscht. Standardmäßig leuchten Logo, Lüfter und einige Komponenten, die man durch das Seitenfenster aus gehärtetem Glas bestaunen kann, in Weiß. Auf Wunsch lässt sich die Beleuchtung in alle erdenklichen Farben umändern – oder aber auch komplett ausschalten.

Im OMEN Gaming Hub lassen sich vier Beleuchtungszonen verwalten. So können für Logo, Lüfter, RAM und Wasserkühlung jeweils eigene Farben und Beleuchtungseffekte definiert werden. Die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten sind selbsterklärend. In unserem bisherigen Testzeitraum wurden vorgenommene Änderungen stets gespeichert und beim späteren Starten des Rechners automatisch wieder abgerufen. Allerdings dauert es immer ein paar Sekunden, ehe die Beleuchtung nach dem Hochfahren vom Standard Weiß auf unsere ausgewählten Farben springt.



Ein Blick ins Innere offenbart einen sehr schön strukturieren PC. In unserem Fall wurden alle Komponenten korrekt und stabil verbaut. Unschöne Kabel sind möglichst unauffällig nach hinten in einen nicht einsehbaren Teil des Gehäuses verlegt worden. Insgesamt wirkt die Verarbeitung des OMEN 30L hochwertig. Die Spaltmaße sind schon gleichmäßig und das Gehäuse lässt sich auch mit Druck nicht eindrücken. Man kann den PC auch problemlos von einem Ort zum anderen tragen, ohne das Gefühl haben zu müssen, dass bei der kleinsten falschen Bewegung etwas zu Schaden kommen könnte. Solltet ihr gerne auf LAN-Partys gehen, dann ist der OMEN 30L ein guter Begleiter.

Die Anschlussmöglichkeiten

An der Gehäuseoberseite befinden sich zwei USB-A-Ports mit einer Signalrate von bis zu 5 Gbit/s sowie ein Kopfhörer- und Mikrofonanschluss. Die Anschlüsse eignen sich perfekt für externe Geräte, die des Öfteren umgesteckt werden. Alle anderen Geräte werden auf der Rückseite angeschlossen. Hier warten sieben weitere USB-Ports (6x USB-A & 1x USB-C) und die typischen Audioschnittstellen auf uns.

An Grafikschnittstellen stehen dreimal DisplayPort, einmal HDMI und einmal USB-C zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt der PC noch über ein integriertes WLAN-Modul und Bluetooth.

OMEN Gaming Hub

Mit dem OMEN Gaming Hub ist bereits ein nützliches Programm vorinstalliert, in dem sich die wichtigsten Kennzahlen anzeigen und anpassen lassen. Wie stark werden CPU und Grafikkarte ausgelastet? Wie heiß werden die Komponenten? Wie stark sollen die Lüfter drehen? Im OMEN Gaming Hub wird alles übersichtlich dargestellt.



Darüber hinaus lassen sich dort auch die vier verschiedenen Beleuchtungszonen anpassen. Neben unterschiedlichen Farben stehen auch diverse Farbeffekte zur Auswahl. Sehr interessant ist die Möglichkeit der Übertaktung. Man kann entweder den „Intelligenten Modus“ verwenden, welcher die Performance automatisch um einen gewisse Grad anhebt, oder benutzerdefinierte Werte festlegen. Ein integrierter Benchmark-Test hilft dabei, den Nutzen der vorgenommenen Änderungen besser einordnen zu können.

Die Leistung des PCs

Gleich vorweg: die Performance des PCs hängt natürlich von der jeweiligen Ausstattungsvariante ab. Ergebnisse, die wir mit unserem Test-System feststellen konnten, können mit einem anderen Modell selbstverständlich besser oder schlechter ausfallen.

Im Alltag lässt der OMEN 30L keine Wünsche übrig. Der PC ist innerhalb weniger Sekunden hochgefahren und wartet quasi nur darauf, seine Rechenpower unter Beweis stellen zu dürfen. So gehen alltägliche Aufgaben, beispielsweise das Surfen im Internet oder das Arbeiten mit Office-Anwendungen, sehr flott und ohne nennenswerte Ladezeiten über die Bühne. Keine große Herausforderung für die High-End-Hardware. Die verbaute SSD gibt auch ein gutes Bild ab. Zum einen sollte der 2 TB große Speicherplatz für die meisten Nutzer ausreichen. Zum anderen ist die SSD mit Schreib- beziehungsweise Lese-Geschwindigkeiten von 3358,58 MB/s und 3512,53 MB/s angenehm schnell unterwegs.



Etwas spannender ist da schon der Blick auf CPU-fordernde Anwendungen wie Bild- und Videobearbeitungsprogramme. Diese laufen ebenfalls flüssig, bringen den PC aber schon etwas mehr ins Schwitzen, was sich besonders in der Lautstärke bemerkbar macht. Je fordernder die Aufgaben, desto stärker dreht die Lüftung hoch. Und spätestens wenn ein AAA-Game wie „Cyberpunk 2077“ gestartet wird, ist das System alles andere als „silent“. Man merkt, dass der vergleichsweise kleinen Wasserkühlung doch einiges abverlangt wird, um den leistungsstarken Intel Core i9-10900KF nicht zu heiß laufen zu lassen.

Apropos AAA-Games: natürlich haben wir den OMEN 30L auch in einigen Spielen getestet. Die folgenden Werte beziehen sich auf eine Full-HD/WQHD-Auflösung mit maximalen Grafikdetails. In „Cyberpunk 2077“ konnten wir durchschnittlich mit 82 beziehungsweise 64 Bildern pro Sekunde durch Night City fahren. Der in „Assassin’s Creed Valhalla“ integrierte Benchmark-Test lieferte 72/61 FPS im Durchschnitt. Und in „League of Legends“ waren sowohl in Full-HD als auch in WQHD mehr als 300 FPS möglich. Flüssiges WQHD-Gaming ist also ohne Einschränkungen möglich!

Fazit

Eigentlich hat der OMEN 30L nur eine entscheidende Schwäche und das ist die etwas zu klein geratene Wasserkühlung. Aufdrehende Lüfter zeigen deutlich, wie stark sie mit den Temperaturen des verbauten Hochleistungsprozessors zu kämpfen hat. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: der Leistung tut das in 99 Prozent der Fälle keinen Abbruch.

Wer den PC nicht noch zusätzlich übertakten möchte und mit hörbaren Lüftern klarkommt, bekommt hier einen sehr starken und obendrein außerordentlich schicken Gaming-PC, der selbst aktuelle AAA-Games in WQHD meistert. Darüber hinaus ist der vorinstallierte OMEN Gaming Hub schön benutzerfreundlich konstruiert, dass selbst absolute PC-Laien die wichtigsten Einstellungen vornehmen können.

4.8 6 votes
Article Rating
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments