Neo P1: Genetisch veränderte Pflanze soll die Luft 30 Mal besser reinigen

Pflanzen sind waschechte Luftreiniger. Sie nehmen CO2 aus der Luft und wandeln es in wertvollen Sauerstoff um. Einem französischen Unternehmen ist es nun gelungen, diesen Effekt durch bestimmte Genveränderungen zu maximieren und sogar weiter auszubauen.


Photo by feey on Unsplash

Die Efeutute, umgangssprachlich auch Pothos genannt, ist eine äußerst beliebte Zimmerpflanze. Sie benötigt weder besonders viel Licht, noch besonders viel Wasser und gilt allgemeinhin als pflegeleicht. Aus diesem Grund wurde sie von dem französischen Unternehmen „Neoplants“ als Basis für ihre erste genmanipulierte Pflanze genutzt: die Neo P1.

Enzyme mit neuen Funktionen

Eigenen Angaben zufolge habe man vier Jahre lang an der Neo P1 gearbeitet. Herausgekommen ist eine Variante, die nicht nur eine Menge CO2, sondern auch flüchtige organische Verbindungen wie Formaldehyd, Benzol, Toluol und Xylol aus der Luft filtern kann. Stoffe, die zu Lungenproblemen und anderen ernsthaften Krankheiten führen können, wenn man ihnen zu lange ausgesetzt ist.

„Durch Transgenese haben wir einige zusätzliche Gene eingefügt, welche die Pflanze in die Lage versetzen, Enzyme mit einer neuen Funktion zu produzieren“, heißt es auf der offiziellen Webseite. „Der erste enzymatische Weg wandelt Formaldehyd in Fruktose um, einen Zucker, den die Pflanze als Nahrungsquelle nutzt. Der zweite verwandelt Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol (BTEX) in eine Aminosäure, die die Pflanze als Baustein für ihre Proteine verwendet.“

Die luftreinigende Wirkung sei insgesamt rund 30 Mal so hoch, wie bei gewöhnlichen Zimmerpflanzen. Und da die Pflanze keine Samen und keine Pollen produziert, sei sie auch bestens für Allergiker geeignet. Dafür ist die Neo P1 aber auch deutlich teurer. Wenn sie auf den Markt kommt, soll sie stolze 179 US-Dollar kosten. Wann genau das sein wird, ist noch nicht bekannt. Auf der Webseite des Unternehmens kann man sich aber zumindest schon in eine Warteliste eintragen lassen.

Quelle: Neoplants (via. Singularity Hub)

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