Mountain Everest Max: Modulare Gaming-Tastatur im Test

Mechanische Tastaturen gibt es mittlerweile in allen erdenklichen Formen und Farben. Der Hardware-Hersteller Mountain setzt hier allerdings auf ein eher ungewöhnliches Design. Punkten will die Mountain Everest Max mit einem modularen Aufbau. Ob das im Alltag klappt? Wir haben die ausgefallene Gaming-Tastatur im Wert von rund 250 Euro getestet.



Design & Verarbeitung

Bereits die Verpackung tanzt aus der Reihe. Für eine Gaming-Tastatur wird die Mountain Everest Max in einem ungewöhnlich sperrigen Karton geliefert. Aus gutem Grund, wie sich herausstellt. Im Inneren wartet nämlich nicht nur die Tastatur an sich und der obligatorische Zettelkram auf uns, sondern auch zwei andockbare Module sowie eine zusätzliche Handballenauflage. Hinzu kommen noch ein Keycap- & Switch-Kombiwerkzeug, fünf extra Cherry MX-Schalter und sogar noch eine zweite ESC-Tastenkappe. Damit dürfte die Zielgruppe ziemlich klar sein: Gamer, die nicht auf der Suche nach der nächsten Standard-Tastatur sind.

Rein optisch macht die Mountain Everest Max einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Oberseite besteht aus einer dicken Aluminiumplatte und kommt im schicken “Gunmetal Grey”-Stil daher. Oberhalb der F-Reihe sitzt noch ein kleines Logo. Sobald die Tastatur mit dem PC verbunden ist, ergibt sich ein farbenfrohes Spektakel. Nicht nur die Tasten an sich leuchten. Es gibt auch noch ein kleines LED-Band, welches sich einmal komplett um den Rand der Tastatur zieht.

Auffällig ist auch die Vielzahl an Anschlussmöglichkeiten. Auf beiden Seiten befinden sich USB-Typ-C-Anschlüsse, um den separaten Nummernblock anzudocken. Am hinteren Rand gibt es zwei weitere USB-C- sowie einen USB-A-Anschluss. Die USB-C-Anschlüsse sind für das Verbinden des Mediadocks gedacht. An dem USB-A-Anschluss lässt sich beispielsweise eine Maus anschließen. Das Anschlusskabel der Tastatur findet in einer kleinen Ausbuchtung an der Unterseite einen Platz und kann ordentlich durch entsprechende Kabelkanäle in die gewünschte Richtung verlegt werden.


Die Mountain Everest Max in voller Montur

Rutschfeste Gummis auf der Unterseite garantieren einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch. Zwei Ständer, um der Tastatur eine bequeme Neigung zu verpassen, gibt es ebenfalls. Diese funktionieren jedoch ein wenig anders, als wir es gewohnt sind – dazu später mehr. Alle Spaltmaße sind schön gleichmäßig und auch mit etwas Druck lässt sich das Gehäuse der Tastatur nicht eindrücken.

Modularer Aufbau

Das Aushängeschild der Mountain Everest Max ist ihr modulares Design. In verschiedenen Bereichen kann die Tenkeyless-Tastatur an die eigenen Wünsche angepasst werden. Angefangen beim Nummernblock, welcher wahlweise links oder rechts angedockt werden kann. Das funktioniert sowohl über einen praktischen Schieberegler am Dock oder alternativ auch über ein USB-C-Kabel. Oberhalb des Zehnerblocks gibt es noch vier zusätzliche Display-Tasten, die sich frei belegen lassen.

Dann wäre da noch das Mediadock, welches am oberen Rand der Tastatur eingesetzt werden kann. – ebenfalls per USB-C. Das Dock verfügt über insgesamt vier Tasten zur Mediensteuerung und einen Drehregler, um noch weitere Einstellungen vornehmen zu können. Passende Informationen werden dabei auf einem runden Display präsentiert.



Die Ergonomie spielt bei der Mountain Everest Max ebenfalls eine wichtige Rolle. Die oben bereits angesprochene Neigung lässt sich in diesem Fall über magnetische Scheiben erreichen, die einfach an der Unterseite angebracht werden können. Insgesamt acht Aufsätze liefert der Hersteller mit, vier für jede Seite. Mit jedem angebrachten Aufsatz lässt sich die Neigung der Tastatur ein klein wenig erhöhen oder verringern. Das bietet einem deutlich mehr Spielraum als gewöhnliche Ständer, die entweder ein- oder ausgeklappt werden können. Auch die Handballenauflage wird magnetisch an der Tastatur gehalten. Grundsätzlich macht sie einen stabilen Eindruck. Bei normaler Nutzung sollte sie nicht so leicht verrutschen.

Eine weitere Besonderheit betrifft die Tasten. Nicht nur die Tastenkappen, sondern auch die darunterliegenden Switches lassen sich mit wenigen Handgriffen austauschen. Entsprechendes Werkzeug wird direkt mitgeliefert. Einfach einhaken, nach oben ziehen und herausheben. So kann man auf Wunsch auch nur einzelne Switches tauschen, beispielsweise für WASD, um dort für ein anderes Tippgefühl zu sorgen. Unterstützt werden alle gängigen 3-Pin-Switches. Aufgrund der Beleuchtung am besten mit einem durchsichtigen Gehäuse.


Sowohl Tastenkappen als auch Switches lassen sich problemlos austauschen

Erfahrungen im Alltag

Unser Testexemplar war mit Cherry MX Red Switches ausgestattet. Die linearen Schalter haben den großen Vorteil, dass sie einen geringen Widerstand besitzen und sich äußerst leicht betätigen lassen. Perfekt für Gaming. Einen spürbaren Druckpunkt haben sie allerdings nicht vorzuweisen. Dafür sollte man dann eher zu braunen oder blauen Switches greifen. Ganz unabhängig von den Switches bleibt die Mountain Everest Max erfreulich leise während der Benutzung. Ein leichtes Hallen, wie man es von anderen Tastaturen mit Metall-Korpus kennt, gibt es hier nicht. Dank des Kunstlederbezugs ist die magnetische Handballenauflage auch für längere Gaming-Sessions geeignet, ohne dass es dabei zu störenden Druckstellen kommt.

Das Media-Dock überzeugt mit einer intuitiven Bedienung und die Funktionen sind eigentlich alle selbsterklärend. Ob man das dazugehörige Display dafür nutzt, um einfach nur schicke Grafiken darzustellen, oder ob man sich dort nützliche Informationen wie die CPU-Auslastung anzeigen lassen möchte, kann jeder für sich selbst entscheiden. Ebenso gut hat uns der andockbare Nummernblock mit seinen vier Zusatztasten gefallen. Die Tasten haben zwar einen etwas gewöhnungsbedürftigen Druckpunkt und sind nicht besonders Blickwinkelstabil, sind dafür aber überaus praktisch. Wobei es auch hier auf die individuelle Belegung ankommt.

Apropos Belegung. Insgesamt fünf verschiedene Profile können auf dem internen Speicher der Tastatur hinterlegt und per Knopfdruck geladen werden. Weitere Anpassungsmöglichkeiten bekommen wir über die dazugehörige Software geboten. Hier lässt sich beispielsweise eine Verbindung zur Streaming-Software OBS einrichten, um den Zusatztasten entsprechende Streamingfunktionen zuzuweisen. Selbstverständlich kann auch die RGB-Beleuchtung nach Belieben geändert werden. Entweder für die gesamte Tastatur oder für einzelne Tasten. Dank Razer Chroma-RGB-Support lassen sich die RGB-Settings mit anderen Chroma-kompatiblen-Geräten synchronisieren. Eine Möglichkeit zur Erstellung von Makros gibt es ebenfalls.

Fazit

Die Mountain Everest Max hat in unserem Test eine sehr gute Figur abgegeben. Große Schwächen leistet sie sich keine und der modulare Ansatz ist nicht nur was fürs Auge, sondern wirklich praktisch. Sogar die Software wirkt bis zum Ende durchdacht und trotz der großen Vielfalt an Sonderfunktionen geht die Bedienung der Tastatur intuitiv von der Hand. Das hat aber auch alles seinen Preis. Mit ihren rund 250 Euro fällt die Mountain Everest Max preislich ebenfalls ins High-End-Segment. Wer das nötige Kleingeld mitbringt und auf der Suche nach einer besonderen Gaming-Tastatur mit vielen Zusatztasten ist, der dürfte hier nicht enttäuscht werden.

PROCONTRA
Gute VerarbeitungDruckpunkt der Zusatztasten
Hochwertige OptikNur ABS-Tastenkappen
Praktische Module(Preis)
Vielseitige Software
Austauschbare Switches
Bequeme Handballenauflage

Hinweis: Wir haben das Produkt vom Hersteller für einen Testbericht zur Verfügung gestellt bekommen. Das hat jedoch keinerlei Auswirkungen auf unsere Berichterstattung.

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