Wer Anfang der 2000er regelmäßig am PC saß, erinnert sich wahrscheinlich noch an das berühmte „Uh-oh!“, das beim Eingang einer neuen Nachricht aus den Lautsprechern ertönte. ICQ war für viele der erste Messenger überhaupt und prägte eine ganze Internetgeneration. Nachdem der Dienst 2024 endgültig eingestellt wurde, gibt es nun überraschend ein Wiedersehen in Form von ICQ Reborn.


Bild: ICQ Reborn

Schon auf den ersten Blick fallen die vertraute Kontaktliste und die typischen Chatfenster ins Auge. Der gesamte Aufbau orientiert sich eng an dem ICQ aus den frühen 2000er-Jahren. Sogar die bekannten Benachrichtigungstöne und die legendären numerischen UINs (also die persönliche ICQ-Nummer) sind wieder mit dabei. Alles mit dem Ziel, das klassische ICQ-Erlebnis möglichst originalgetreu zurückzubringen.

ICQ Reborn: Wer steckt dahinter?

ICQ Reborn ist allerdings kein offizieller Neustart des ursprünglichen Dienstes. Hinter dem Projekt steckt stattdessen eine Gruppe von Fans. Und auch technisch hat das Ganze nur noch wenig mit dem ICQ von damals gemeinsam. Statt der ursprünglichen Server setzt ICQ Reborn auf eine moderne Infrastruktur mit XMPP-Unterbau. Dadurch soll der Messenger zuverlässiger und sicherer arbeiten als das historische Original.



Infos zu einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es jedoch nicht. Und da zudem nicht klar ist, wer da genau hinter dem Projekt steckt, sollte man zunächst einmal vorsichtig sein und keine sensiblen Infos über den Chat teilen. Zumindest so lange, bis sich dir offenen Sicherheitsfragen geklärt haben.

Nostalgie sorgt zwar für Aufmerksamkeit, ersetzt aber keine Sicherheitskonzepte oder eine große Nutzerbasis. Messenger wie Signal, WhatsApp oder Telegram sind heute nicht nur technisch ausgereift, sondern auch deshalb erfolgreich, weil dort bereits Freunde, Familie oder Kollegen erreichbar sind. Ein neuer Dienst muss also mehr bieten als eine vertraute Benutzeroberfläche.

Für viele dürfte das Projekt weniger eine ernsthafte Alternative zu etablierten Messengern sein, sondern vielmehr eine kleine Zeitreise in die Anfangstage des Instant Messaging. Das berühmte „Uh-oh!“ lebt damit zwar weiter, ob daraus aber auch wieder eine aktive Community entsteht, bleibt fraglich.

Quelle: ICQ Reborn, heise online


Hinweis in eigener Sache: Ohne euch gäbe es techrush.de nicht. 🙌 Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr uns mit wenigen Klicks bei Google als bevorzugte Quelle markieren und bei Google News folgen. Jede Unterstützung hilft – hier zeigen wir euch wie das geht.


0 0 votes
Beitragsbewertung