Farbtiefe: Was bedeuten 8 Bit, 10 Bit & Co.?

Wer auf der Suche nach einem neuen Fernseher oder Monitor ist, der wird früher oder später auf die sogenannte „Farbtiefe“ stoßen. Bei manchen Geräten werden 8 Bit angegeben, bei anderen hingegen 10 oder sogar 12 Bit. Aber was bedeutet das überhaupt? Und macht das im Alltag einen Unterschied? Hier bekommt ihr die Antwort.


Photo by Ricardo Gomez Angel on Unsplash

Displays, ganz egal ob Fernseher oder Monitor, arbeiten in aller Regel mit dem RGB-Farbraum. Das bedeutet, dass aus den drei Grundfarben Rot, Grün und Blau alle anderen Farben zusammengemixt werden. Eine lilafarbene Bildfläche ist also nichts anderes als eine Kombination aus rotem und blauem Licht. Das Prinzip sollte den meisten wohl noch aus dem Kunstunterricht geläufig sein.

Die Farbtiefe gibt nun Aufschluss darüber, wie viele Farbabstufungen von diesen drei Grundfarben dargestellt werden können. Beispielsweise von Hellrot bis Dunkelrot. Je höher die Zahl, desto mehr Farbschritte – was wiederum in einem größeren Detailreichtum resultiert. Dabei steht „8 Bit“ für 256 Farben und „10 Bit“ für 1.024 Farben.

Ein 8-Bit-Monitor kann also rund 16,8 Millionen (256 x 256 x 256) verschiedene Farben darstellen. Währenddessen kommt ein 10-Bit-Monitor auf stolze 1,07 Milliarden (1.024 x 1.024 x 1.024) unterschiedliche Farben. In der Theorie müsste das Display mit einer Farbtiefe von 10 Bit also deutlich überlegen sein. Doch macht sich das auch in der Praxis bemerkbar?

Im Alltag versteckt sich die Farbtiefe oft hinter anderen Begriffen. „HDR10“ steht beispielsweise für eine Farbtiefe von 10 Bit. „Dolby Vision“-Inhalte haben sogar eine 12-Bit-Farbtiefe.

Das Display entscheidet nicht alleine

Grundsätzlich lautet die Antwort: Ja! Solange es passende Rahmenbedingungen gibt, sehen 10-Bit-Farben tatsächlich besser aus als 8-Bit-Farben. Ein solches Display bietet deutlich mehr Darstellungsmöglichkeiten und dementsprechend auch einen größeren Kontrastumfang. Wer also wirklich das bestmögliche Bild haben möchte, Grafiker oder Heimkino-Fans beispielsweise, sollte sich wenn möglich für eine Farbtiefe von 10 Bit oder höher entscheiden.

Wie eben bereits angedeutet, funktioniert das jedoch nur, wenn die restlichen Quellen ebenfalls auf eine 10 Bit-Farbdarstellung ausgelegt sind. Die Software muss mitspielen und die dargestellten Inhalte müssen natürlich ebenfalls die notwendigen Informationen liefern können. Und genau an dieser Stelle stößt man im Alltag immer wieder an die Grenzen. Viele Medien, ganz egal ob Videospiele oder Filme, sind nämlich nur auf eine Farbtiefe von 8 Bit ausgelegt. Sie können dann gar nicht so viele Farbabstufungen darstellen, wie eigentlich vom Monitor gefordert. Außerdem sollte man darauf achten, dass eine höhere Farbtiefe auch mehr Daten bedeutet, die verarbeitet werden müssen. Im Zweifelsfall kann die Bildrate also etwas unter der höheren Farbtiefe leiden.


Eine Farbtiefe von 10 Bit oder höher eignet sich für…

  • Grafiker, die oft mit Bild- und Videobearbeitung zu tun haben
  • Gamer, die gerne Spiele mit HDR-Unterstützung spielen
  • Film-Enthusiasten, die das bestmögliche Heimkino-Feeling möchten

Im Endeffekt kommt es also – wie so häufig – auf das eigene Nutzerverhalten an. Eine Farbtiefe von 10 Bit kann durchaus Vorteile mit sich bringen, insbesondere wenn es um die Darstellung von hellen und dunklen Flächen geht. Der Otto-Normalnutzer wird allerdings auch gut mit einem 8-Bit-Display zurechtkommen und im Alltag womöglich nicht einmal einen großen Unterschied merken, da er die relevanten Anwendungen ohnehin nicht nutzt.

Ganz egal für was ihr euch am Ende entscheidet, eine große Auswahl an Monitoren und Fernsehern findet ihr natürlich auch bei ALTERNATE!

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