Europäisches System für kontaktloses Zahlen soll kommen – irgendwann

In den vergangenen Wochen hat sich das Bezahlverhalten vieler Menschen geändert. Bargeld erscheint immer unwichtiger, dafür wird vermehrt mit dem Smartphone gezahlt. Aus den USA und China stammen bereits verschiedene Lösungen, die einem das mobile Bezahlen ermöglichen. Nur in Europa wurde das Thema eher stiefmütterlich behandelt. Das soll sich ändern, fordert Burkhard Balz, Vorstand der Bundesbank.


Photo by Jonas Leupe on Unsplash

Es gibt seit einiger Zeit eine breit angelegte Initiative der europäischen Banken mit dem Ziel, ein europäisches System für das Bezahlen an der Ladenkasse, im E-Commerce und zwischen Privatpersonen anzubieten„, sagte Burkhard Balz in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Doch die Arbeit scheint eher schleppend voranzugehen. Ein konkretes Datum konnte der Vorstand der Bundesbank deshalb nicht nennen. „Ich persönlich wünsche mir an dieser Stelle ein bisschen mehr Tempo. Manchmal erscheint es mir, als ob manche erst jetzt aufwachen„, erklärte Balz. „Aber ich bin zuversichtlich, dass sich gerade an dieser Stelle die Krise als Chance auswirkt.“ 

Wie eine Umfrage ergab, haben rund 43 Prozent der Deutschen aufgrund der Coronakrise ihr Bezahlverhalten geändert. Insbesondere kontaktlose Karten erleben einen enormen Aufschwung. Diese sind allerdings nur hygienischer als Bargeld, solange keine PIN-Eingabe nötig ist. Deswegen wird vermehrt das Bezahlen mit dem Smartphone empfohlen. Denn dort erfolgt die Verifikation am Gerät selbst.

Bargeld nicht in Gefahr

Auf die Frage, ob sich möglicherweise ein Run aufs Bargeld entwickeln könnte, wie es auch mit dem Klopapier geschehen ist, reagiert Balz gelassen. „Wir haben auch in Deutschland einige Tage lang zu Beginn des Lockdowns eine erhöhte Nachfrage nach Bargeld registriert. Das hat sich aber sehr schnell wieder gelegt, als deutlich wurde: In Deutschland wird das Geld nicht knapp„. In allen 35 Filialen in Deutschland sei ausreichend Bargeld vorhanden, sodass sich niemand Sorgen machen müsse.

Quelle: Redaktionsnetzwerk Deutschland

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