Corona-App soll von SAP und Telekom entwickelt werden

Die Bundesregierung hat sich dazu entschieden, dass die Corona-App von den beiden deutschen Konzernen SAP und Telekom entwickelt werden soll. Wir erklären euch, wie das Konzept der App funktioniert.


Bild: unsplash

Es wird ein großes Gemeinschaftsprojekt: neben SAP und Telekom, die hauptsächlich für die Entwicklung der App verantwortlich sind, wird auch die Fraunhofer-Gesellschaft, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) ein Auge auf das Projekt werfen. Denn letztlich darf auch der Datenschutz nicht zu kurz kommen.

Dezentral & Pseudonymisiert

Die App funktioniert wie folgt: Bei der Installation wird für jeden Nutzer ein geheimer Schlüssel, bestehend aus einer zufälligen Zeichenfolge, generiert. Aus diesem Schlüssel errechnet die App wiederum Identifikationsnummern. Diese sind ebenfalls pseudonymisiert und werden in regelmäßigen Abständen neu berechnet.

Per Bluetooth wird nun erfasst, ob sich zwei Personen (Person A und B) lange genug in unmittelbarer Nähe befunden haben, sodass eine Infektion mit dem Corona-Virus theoretisch möglich wäre. Ist das der Fall, so tauschen die Geräte der beiden Personen ihre ID-Nummern aus.

Sollte Person A nun positiv auf den Coronavirus getestet werden, so erhält dieser eine Art Bestätigungscode vom Gesundheitsamt. Sobald er den Code in der App hinterlegt, wird sein geheimer Schlüssel (nicht seine ID-Nummern!) auf einen Server hochgeladen und von dort an alle Nutzer verteilt – also auch an Person B.

Nun nimmt die App von Person B den erhaltenen Schlüssel von Person A als Basis, um daraus alle möglichen ID-Nummern zu berechnen. Ist eine dieser ID-Nummern bereits in der App von Person B hinterlegt, so wird dieser benachrichtigt. Die Schlüssel werden also über einen zentralen Server an alle Nutzer verteilt, der Abgleich erfolgt allerdings dezentral auf den jeweiligen Endgeräten. Die Serverbetreiber können dementsprechend keine Rückschlüsse daraus ziehen, wer mit wem Kontakt hatte. Download und Nutzung der App sollen den bisherigen Ankündigungen zufolge freiwillig erfolgen.

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