Bessere Reparierbarkeit: Umweltministerin fordert austauschbare Handy-Akkus

Am Montag hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in Berlin ihre „umweltpolitische Digitalagenda“ vorgestellt. Ziel sei es, durch verschiedenste Maßnahmen den ökologischen Fußabdruck der IT-Branche zu verringern.


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Man kann es nicht leugnen: die Digitalisierung hat unser Leben enorm beeinflusst. Meistens im positiven, manchmal aber auch im negativen Sinne. So gehen vier Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen bereits auf das Konto der IT-Branche. Und in nur fünf Jahren könnte der Sektor sogar mit dem weltweiten Autoverkehr gleichgezogen sein. Diesen Trend gilt es zu stoppen – im Sinne des Umweltschutzes.

Aus diesem Grund hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze nun eine „umweltpolitische Digitalagenda“ vorgestellt. Die Agenda besteht aus 70 Maßnahmen, die langfristig dafür sorgen sollen, den ökologischen Fußabdruck der IT-Branche zu verringern. Die jeweiligen Maßnahmen haben nicht nur die Fertigung von umweltfreundlicheren Technik-Produkten im Sinn, sondern beziehen sich auch auf Themen wie Streaming oder Online-Shopping.

Ein „längeres Leben“ für Smartphones

Smartphones und Tablets gelten in der heutigen Gesellschaft als Wegwerfprodukte. Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt gerade einmal zwei Jahre, was aber hauptsächlich am Akku liegt. Selbst bei schonender Akku-Nutzung verliert er auf Dauer einen Teil seiner Kapazität – das lässt sich auch nicht verhindern.

Die Lösung könnte denkbar einfach sein: wenn die Nutzer eine Möglichkeit haben, den Akku einfach auszutauschen, so dürfte die Lebenszeit eines Smartphones deutlich steigen. Dieses „Feature“ gab es in der Vergangenheit auch schon. Doch im Endeffekt hatte sich dann doch der fest verbaute Akku durchgesetzt, da es die Hersteller dadurch einfacher haben, staub- und wasserdichte Modelle zu entwerfen.

Neben austauschbaren Akkus, sollen die Hersteller zukünftig auch anderweitige Ersatzteile und notwendige Updates für einen gewissen Zeitraum bereitstellen müssen. Geht es nach dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), wäre ein Zeitraum von mindestens fünf Jahren angemessen.

Erneuerbare Energien für Streaming-Anbieter

Auch Streaming-Anbieter werden ihren Teil dazu beitragen müssen. Die Digitalagenda sieht vor, die großen Player wie Netflix, Amazon oder Apple dazu zu verpflichten, ihre Rechenzentren zu 100 Prozent mit Ökostrom zu betreiben. Außerdem möchte Svenja Schulze die Autoplay-Funktion standardmäßig deaktivieren.

Der IT-Verband Bitkom begrüßt die Initiative des Bundesumweltministeriums. „Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine riesige Herausforderung – ohne Digitalisierung werden wir sie nicht bewältigen“, erklärt Bitkom-Präsident Achim Berg. Dafür müsse die Bundesregierung aber auch den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben.

Quelle: BMU (via heise online)

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