Acer Predator X25 im Test: Super Gaming-Monitor mit 360 Hertz

Vor rund einem Jahr hat Acer den Predator X25 offiziell vorgestellt. Nun ist er auch im Handel erhältlich. Der Gaming-Monitor zeichnet sich durch eine besonders hohe Bildwiederholrate von 360 Hertz aus. Aber kann er auch in den anderen Bereichen überzeugen? Wir haben den Test gemacht.



Die wichtigsten Details:

Größe24,5 Zoll
PanelIPS
Auflösung1.920 x 1.080 (Full-HD)
Bildwiederholrate360 Hertz
Reaktionszeit1ms (MPRT)
Helligkeit400 cd/m²
Kontrast1.000:1
Anschlüsse2x HDMI 2.0 ; 1x DisplayPort 1.4 ; 1x 3,5-mm-Audio
FeaturesNVIDIA G-Sync
ErgonomiePivot, Drehbar, Neigbar, Höhenverstellbar
Preis799 Euro

Design & Verarbeitung

Bevor der Acer Predator X25 einsatzbereit ist, muss er zunächst noch zusammengesetzt werden. Glücklicherweise ist der Standfuß mit wenigen Handgriffen am Bildschirm befestigt und es wird kein zusätzliches Werkzeug benötigt. Der Fuß selbst ist aus Metall gefertigt und macht einen robusten Eindruck. Er garantiert einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch und lässt sich nur mit etwas Kraftaufwand verschieben. Im Eifer des Gefechts wackelt also rein gar nichts.



Ganz hübsch: am oberen Ende des Standfußes ist ein silberfarbenes Predator-Logo zu sehen. Hinzu kommt eine kleine Aussparung, um die Kabel ordentlich nach hinten zu verlegen.

Auf der Rückseite kann eine kleine Headset-Halterung ausgeklappt werden. Die Idee ist ganz nett, aufgrund der Position haben wir ihn allerdings kein einziges Mal genutzt. Es ist schon etwas umständlich, wenn man immer um den kompletten Bildschirm herum greifen muss, um das Headset hervorzuholen.



Optisches Highlight ist zweifelsohne die integrierte Beleuchtung auf der Rückseite des Monitors. Diese ist ausreichend hell, um die dahinterliegende Wand in ein echtes Farbenspektakel verwandeln zu können. Farbe und Beleuchtungseffekt lassen sich jederzeit im Menü anpassen. Auf Wunsch kann die Beleuchtung natürlich auch komplett ausgeschaltet werden.

Durch das Menü navigieren wir mithilfe eines kleinen Joysticks, der rückseitig am rechten unteren Rand angebracht wurde. Darüber befinden sich noch drei weitere Knöpfe sowie der Power-Button. Die Steuerung ist intuitiv und schon nach kurzer Zeit hat man den Dreh raus.

Das Display hat erfreulich schmale Bildschirmränder, die im ausgeschalteten Zustand quasi nicht zu sehen und bei Benutzung etwa sieben Millimeter breit sind. Unter dem Display sind Sensoren verbaut, welche das Umgebungslicht erkennen und auf Basis dessen die Helligkeit und Farbtemperatur des Monitors automatisch anpassen können. Zudem erkennt das Display automatisch, ob jemand im Raum ist oder nicht. Falls nicht, wird der Standby-Modus eingeleitet.

Zwischenfazit: Der Acer Predator X25 ist schön anzusehen und macht einen hochwertigen Eindruck. Der Standfuß garantiert einen sicheren Stand auf dem Schreibtisch und die Spaltmaße sind schön gleichmäßig. Einziger Minuspunkt: Das Kunststoff-Gehäuse knarzt ein wenig und der untere Bildschirmrand lässt sich mit Druck leicht eindrücken. Da sollte man im Alltag etwas Vorsicht walten lassen.

Die Anschlussmöglichkeiten

Ein Großteil der Anschlüsse sitzt auf der Rückseite des Monitors und ist nach unten hin ausgerichtet. Dort stehen uns 2x HDMI 2.0, 1x DisplayPort 1.4, 2x USB und ein 3,5-mm-Audio-Ausgang zur Verfügung. Hinzu kommen zwei weitere USB-Ports an der, von vorne betrachtet, linken Seite des Monitors.

Extrem hohe Bildwiederholrate

Das IPS-Display des Acer Predator X25 ist 24,5 Zoll groß und löst mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf, was einer Full-HD-Auflösung und einer Pixeldichte von rund 90 PPI entspricht. Zum Vergleich: ein 27-Zoll-Monitor mit QHD-Auflösung, für viele Gamer der Sweetspot, kommt auf etwa 108 PPI. Dieser Unterschied macht sich in der Praxis auch bemerkbar. Das Bild des Acer Predator X25 wirkt an sich nicht unscharf, im direkten Vergleich wirkt das 27-Zoll-Modell aber einfach schärfer.

Doch die „niedrige“ Auflösung ist beim Acer Predator X25 ohnehin nur Mittel zum Zweck. Immerhin handelt es sich um einen Gaming-Monitor für eSportler. Der muss besonders eines können: möglichst viele Bilder in kürzester Zeit darstellen. Und in Full-HD lassen sich eben deutlich mehr Bilder pro Sekunde berechnen als in QHD oder gar 4K.

Damit diese Bilder nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis dargestellt werden, muss auch die Bildwiederholrate stimmen. Diese beträgt beim Acer Predator X25 stolze 360 Hertz. Der Gaming-Monitor gehört also zu den wenigen Exemplaren auf dem Markt, die bis zu 360 Bilder pro Sekunde darstellen können.

Lohnt sich eine derart hohe Bildwiederholrate überhaupt? Nun ja, es kommt darauf an wen man fragt. Wir konnten im direkten Vergleich zwischen 240 und 360 Hertz keinen spürbaren Unterschied mehr feststellen. Ein eSportler wird das wahrscheinlich anders sehen. Im Zweifel hilft die einfache Faustregel „Besser haben als nicht haben“. Insbesondere, wenn jede Millisekunde über Sieg und Niederlage entscheiden könnte. Wie sich unterschiedliche Bildraten in der Praxis auswirken, zeigt ein Blick auf den bekannten Ufo-Test.



Ebenfalls für eSportler interessant ist der integrierte Nvidia Reflex Latency Analyzer. Um das Feature nutzen zu können, muss die Maus mit dem rot markierten USB-Slot des Monitors verbunden werden. Dann erkennt der Analyzer die Klicks, die von der Maus kommen, und misst dann die Zeit, die für die resultierenden Pixel erforderlich ist, um den Bildschirm zu aktualisieren. So kann jederzeit überprüft werden, ob die Latenzen in Ordnung sind, oder ob man sie mithilfe einiger Systemanpassungen noch verringern könnte.

Schöne Farben & Gute Blickwinkelstabilität

Obwohl es sich „nur“ um einen eSport-Monitor handelt und die Bildqualität nicht das wichtigste Kriterium ist, gibt der Acer Predator X25 dennoch eine gute Figur ab. Der sRGB-Farbraum wird zu 99 Prozent abgedeckt bei einer Farbabweichung von Delta E < 1. Das Display ist bereits ab Werk kalibriert, ein entsprechendes Zertifikat liegt dem Lieferumfang bei. So eignet sich der Monitor nicht nur zum Zocken, sondern auch für die hobbymäßige Bild- und Videobearbeitung.



Der Monitor strahlt bis zu 400 Nits hell. Zuvor muss allerdings der Menüpunkt „Max Brightness“ aktiviert werden. Andernfalls ist die Helligkeit auf rund 230 Nits beschränkt. Bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten sind wir zwiegespalten. Helle Highlights werden sehr gut, fast schon dreidimensional dargestellt. Bei dunklen Flächen schwächelt der Monitor allerdings etwas. Tiefes Schwarz lässt sich, trotz dynamischen Kontrasts, nur schwer erreichen.

Gewisse Einschränkungen gibt es auch bei ULMB (ultra-low motion blur). Wer das Feature nutzen möchte, muss die Bildwiederholrate auf maximal 240 Hertz stellen und G-Sync deaktivieren. Positiv hervorzuheben ist die Blickwinkelstabilität des Displays. IPS-typisch kann man auch seitlich auf den Bildschirm blicken und dabei noch alle Details erkennen.

Eine Vielzahl an Anpassungsmöglichkeiten

Die Ergonomie kommt beim Acer Predator X25 ebenfalls nicht zu kurz. Der Monitor kann in der Höhe verstellt, gedreht und geneigt werden. Hinzu kommt eine Pivot-Funktion, die es uns erlaubt, den Monitor hochkant zu nutzen. Besonders nützlich, wenn man häufig mit längeren Texten oder Excel-Tabellen arbeiten muss.

Die integrierten Lautsprecher sind dagegen maximal okay. Als Notlösung, falls man gerade nichts anderes zur Hand hat, sind sie in Ordnung. Der Sound klingt allerdings sehr blechern und drucklos. Langfristig sind ein paar gute Boxen oder ein Headset definitiv nicht wegzudenken.

Fazit

Ambitionierte eSportler bekommen mit dem Acer Predator X25 alles, was sie benötigen. Der Gaming-Monitor vereint eine hohe Bildwiederholrate, eine schnelle Reaktionszeit und nützliche Features wie G-Sync oder Nvidias Reflex Latency Analyzer. Auch die Bildqualität weiß zu überzeugen. Darüber hinaus ist die rückseitige Beleuchtung schön anzusehen. Abzüge gibt es für das eher mäßig stabil wirkende Kunststoffgehäuse und die durchwachsene HDR-Wiedergabe.

PROCONTRA
Schicke RGB-BeleuchtungUnterer Bildschirmrand wirkt nicht sehr stabil
Sehr hohe BildwiederholrateHDR-Wiedergabe durchwachsen
Kurze ReaktionszeitLautsprecher nicht erwähnenswert
G-Sync
Gute Farbdarstellung
Pivot-Funktion

Ansonsten bleiben wir dabei: die Wenigsten werden voraussichtlich noch einen Unterschied zwischen 240 und 360 Hertz sehen können. Wer also nicht gerade als professionelle eSportler unterwegs ist, der kann auch zu einem günstigeren 240-Hertz-Modell greifen, ohne Angst haben zu müssen, ein entscheidendes Feature zu verpassen. Und wer ohnehin lieber atmosphärische Singleplayer spielt, bei denen es nicht auf eine möglichst hohe Bildwiederholfrequenz, sondern eher auf eine hohe Auflösung und satte Kontraste ankommt, der ist mit anderen Monitoren zweifelsohne besser bedient.

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