Die großen Blockbuster haben auf der gamescom traditionell den lautesten Auftritt. Wir schauen uns heute zur Abwechslung aber mal die Indie-Games näher an, die auf der Spielemesse in Köln dieses Jahr näher vorgestellt wurden. Was hat uns besonders beeindruckt und was sieht nach großem Spielspaß aus? Wir gehen rein.

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Indie-Spiele im Fokus: Die Indie Area und Awesome Indies Show 2026
Indie-Games werden immer beliebter. Diesem Trend trug auch die gamescom 2026 Rechnung und bot mit der Indie Area in Halle 10.2 über 200 Indie-Games aus über 40 Ländern eine Bühne, viele Titel davon waren vor Ort auch anspielbar. Auch die Awesome Indies Show, die von IGN für die gamescom 2026 ausgerichtet wurde, rückte Indie-Spiele und -Entwickler aus aller Welt ins Rampenlicht. Am 27. August wurden ab 20:00 Uhr in etwas mehr als einer Stunde ausgewählte Indie-Highlights präsentiert. Darunter exklusive Trailer, Game-Previews, Gameplay-Reveals und Interviews zu den gezeigten Spielen.
Wir zeigen euch im Folgenden unsere Indie-Highlights der gamescom 2026, die uns am besten gefallen haben oder in denen wir das meiste Potenzial sehen.
Surviving Deponia
Den Anfang macht Surviving Deponia, ein neuer Titel von deutschen Studio Daedalic aus dem Deponia-Universum, das sich bei Indie-Fans reger Beliebtheit erfreut. Mit dem neuesten Teil bekommt der Müllplanet nun überraschend ein neues Kapitel: Statt Point-&-Click-Adventure erwartet dich diesmal aber ein Survivalspiel, das den Schrottplaneten selbst stärker in den Fokus rückt. Nach dem Absturz von Elysium ist Deponia noch unwirtlicher geworden: Wasser ist knapp, eine neue Ordnung besteht und du musst dir hier jetzt ein neues Zuhause aufbauen.
Diesmal musst du in erster Linie craften, erkunden, Erfahrungen sammeln und dir eine Basis aufbauen. Aber Deponia wäre nicht Deponia, wenn du nicht auch auf schrullige Charaktere treffen würdest und den ein oder anderen witzigen Dialog führen müsstest. Das Spiel soll den Entwicklern im Interview mit IGN zufolge aber auch gut ohne Vorwissen funktionieren, falls du neu in die Reihe startest. Ein Release ist nicht mehr in diesem Jahr zu erwarten, soll aber zügig im nächsten Jahr folgen. Außerdem ist ein weiterer Playtest auf Steam vorgesehen, für den du dich registrieren kannst.
Glasshouse
Ebenfalls in unseren Indie-Favoriten von der gamescom: Das rundenbasierte CRPG Glasshouse. Dieses Spiel vereint Murder Mystery, düstere Feudalpunk-Welt und bitterbösen Humor. In einem Wohnblock im Lockdown sollst du einen Dreifach-Mord aufklären und gleichzeitig einer politischen Verschwörung nachgehen. Die große Frage: Wem kannst du dabei überhaupt trauen?
Interessant wirkt vor allem das vielschichtige System, mit dem du an Informationen kommst: Du kannst kämpfen, andere überreden, gegnerische Schwachpunkte ausnutzen und musst deine Strategie dabei immer wieder anpassen. Dieselbe Masche mehrfach durchziehen, ist hier nämlich nicht. Dazu kommt noch ein komplexes Ideologiesystem, das deinen Spielstil, verfügbare Gesprächs- und Handlungsoptionen und die Reaktionen anderer Figuren auf dich beeinflusst. Wer den Spielstil von Disco Elysium mochte, sollte Glasshouse im Blick behalten. Eine Demoversion soll ab Oktober auf Steam verfügbar sein.
Wanderburg
Wanderburg von Randwerk ist die Art Indie-Konzept, bei dem man sofort hängen bleibt, weil das Spielprinzip so eine Sogwirkung entfaltet. In diesem minimalistischen Mittelalter-Roguelike steuerst du eine wachsende Festung auf Rädern, verschlingst Dörfer, Schafherden und kleinere Burgen und baust dein rollendes Arsenal immer weiter aus. Jeder Run soll andere Builds ermöglichen, während aus deiner kleinen Burg nach und nach eine überdimensionierte Belagerungsmaschine wird. Kein Wunder also, dass Wanderburg viel Beachtung bekommen hat und auf der gamescom den Award für Most Entertaining Spiel abgeräumt hat. Eine kostenlose Demo ist bereits auf Steam verfügbar. Der Titel startet voraussichtlich am 8. September 2026 in den Early Access.
Cairn und kostenloser DLC On The Trail: Deep Water
Das Indie-Kletterspiel Cairn ist zwar schon seit dem 29. Januar 2026 auf dem Markt, erhielt aber auf der gamescom noch einmal frischen Rückenwind. In der Awesome Indies Show wurde ein kostenloser DLC On the Trail: Deep Water angekündigt, der am 13. August für Steam und PS5 erscheinen soll. Doch worum geht es? Cairn ist ein Survival-Climber von den Machern von Furi und Haven. Du spielst Profikletterin Aava, die den Berg Kami bezwingen will. Dabei geht es nicht nur ums Erklimmen, sondern auch um clevere Routenplanung, Ressourcenmanagement und Durchhaltevermögen.
Der neu angekündigte DLC bringt drei neue Klettergebiete und führt mit Marco noch eine zweite spielbare Figur ein, die einen neuen Kletterstil und ein anderes Erfahrungslevel mitbringt. Zudem kannst du dann auch über Gewässern klettern. Wer besondere Indie-Games mit außergewöhnlicher Mechanik und einem großartigen, comicartigen Grafikstil mag, bekommt mit dem kostenlosen DLC noch ein weiteres Argument, sich Cairn zuzulegen. Auf Steam erhältst du das Hauptspiel für 29,99 Euro.
DeadRoot
Mit seinem Kontrast aus Niedlichkeit und hartem Gemetzel überzeugt hat uns DeadRoot. Es handelt sich um ein 3D-Metroidvania, das in einer winzigen, aber alles andere als harmlosen Märchenwelt spielt. Im Königreich regiert der Hunger und im Wurzelreich breitet sich eine bedrohliche Dunkelheit aus. Du spielst Kitt, einen kleinen Schneckenrecken, der sich mit Schwert, Pfeil und Bogen durch unterirdische Verliese, gewaltige Ruinen und ziemlich eklige Gegner kämpft. Auf dem Weg musst du neue Fähigkeiten erlernen, Ausrüstung finden, versteckte Wege entdecken und dich großen Bossen stellen. Wer Metroidvanias mit ungewöhnlicher Perspektive und knackiger Action mag, kann DeadRoot schon auf die Wunschliste setzen.
4:AM
Auch dieses Spiel hat uns besonders gut gefallen: 4:AM wurde in der Awesome Indies Show gefeatured. Das düstere und visuell beeindruckende Stealth-Adventure spielt in einer dystopischen Zukunft nach einem Krieg, in dem eine Substanz namens Gelb die Welt zerstört hat. Du spielst Aila, mutmaßlich ein entflohenes Experiment, die sich durch menschenleere Umgebungen und an gefährlichen Robotergegnern vorbeischleichen muss. Optisch und atmosphärisch erinnert 4:AM zugegeben an Spiele wie Limbo oder Little Nightmares, es setzt spielerisch aber einen eigenen Schwerpunkt:
Du kopierst beliebige Objekte aus deiner Umgebung und setzt sie kreativ ein, um Hindernisse zu überwinden, Feinde abzulenken oder dir neue Wege zu bahnen. Es gibt dabei nicht die eine richtige Lösung – richtig ist, was funktioniert. Manchmal hilft aber tatsächlich nur Rennen. 4:AM soll voraussichtlich im 4. Quartal 2026 – also zwischen Oktober und Dezember – erscheinen. Eine Demo ist bereits jetzt auf Steam verfügbar, außerdem kannst du dich für einen Playtest anmelden.
INFERIUS
Was haben ein Deckbuilder-Kartenspiel, Lovecraft und grauseliger Body-Horror gemeinsam? Die Antwort findest du im neuen Indie-Game INFERIUS! Dieser wilde Höllenritt, der seine Inspiration aus Dantes Inferno zieht, wurde in der Awesome Indies Show präsentiert und ist uns aufgrund seines kreativen Genremixes im Gedächtnis geblieben. Du steigst durch neun Domänen der Hölle hinab, erkundest düstere Orte aus der Ego-Perspektive und musst dich mit deiner Laterne gegen Kreaturen behaupten, die in der Dunkelheit lauern. Gekämpft wird allerdings nicht mit Waffen, sondern am Kartentisch! Mit großen oder kleinen Arkana baust du dein Deck aus, verbesserst Karten zwischen deinen Toden und trittst gegen die Herrscher der jeweiligen Höllendomänen an. INFERIUS soll 2027 erscheinen. Eine Demo ist jetzt bereits auf Steam verfügbar, außerdem kannst du dich für einen Playtest anmelden.
RECUR
RECUR ist uns durch seine clevere Zeitmechanik und den markanten Comic-Stil aufgefallen. Du spielst einen Postboten, dessen Stadt von einer Katastrophe getroffen wird. Plötzlich steht die Zeit still und ist an deine Bewegungen gekoppelt. Bewegst du dich vorwärts, läuft die Zeit nach vorne und umgekehrt. Du musst dich durch die Level bewegen und mithilfe der besonderen Zeitmechanik Abläufe vor- und zurückspulen, Details verändern und so Puzzles lösen, um letztlich das drohende Unheil abzuwenden.
Im Interview mit IGN beschreiben die Entwickler aus Stuttgart RECUR als zugängliches, cineastisches Puzzle-Adventure mit gutem Spielflow, das unter anderem von Spielen wie Limbo inspiriert wurde. Inhaltlich soll es aber nicht nur um die drohende Apokalypse und Zeitdrehungen gehen, sondern auf einer tieferen Eben auch ums Erwachsenwerden und die Frage, wer man eigentlich sein will. Auf der gamescom war RECUR erst zum dritten Mal überhaupt anspielbar. Die Release ist voraussichtlich für Mitte nächsten Jahres geplant.
Inkblood
Dieses Spiel sieht mal anders aus: kunstvoll, düster und irgendwie angenehm abgefahren. Nicht umsonst war Inkblood nominiert für die gamescom-Award-Kategorie Best Visuals. Im Detektivspiel schlüpfst du in die Rolle eines Inquisitors, der einem Kult das Handwerk legen und seinen Vorgänger, der verschwunden ist, wiederfinden soll. Du folgst dabei einer Spur aus Tod und Chaos und reist mit deiner Kutsche durch die unheimliche Region. Dabei ist dein Vorgehen streng analytisch, denn du bist ein Mann der Inquisition:
Untersuche die Hinweise gründlich, fotografiere Beweise und führe deine Fallakten akribisch. Aus einzelnen Indizien musst du eine belastbare Theorie für deinen Vorgesetzten erstellen. Dabei helfen dir deine Kutsche und eine besondere Lupe, mit der du Fragmente der Vergangenheit erkennen kannst, beispielsweise um herauszufinden, was die liederlichen Dorfbewohner in der Nacht zuvor getrieben haben. Wenn du Lust bekommen hast, den okkulten Geheimnissen selbst auf die Spur zu gehen, solltest du Inkblood schon einmal auf die Wunschliste setzen. Es soll noch dieses Jahr erscheinen.
Snowtracked
Einmal wieder wie ein Kind fühlen und draußen im frischen Schnee herumtollen? Dieses Gefühl verspicht das Indie-Game Snowtracked von Einzelentwickler Viktor Jonsson. Hier steht dir eine ganze unberührte Schnee-Welt offen, die du einfach ohne Aufgabenliste erkunden kannst. Du ziehst los, kletterst über verschneite Felsen, zerbrichst Eis, hinterlässt Spuren im Schnee oder baust aus Ästen kleine Konstruktionen – worauf du eben Lust hast. Allein oder mit bis zu drei Freunden, mit denen du dich per Walkie-Talkie austauschen kannst, geht es ums Spielen und vor allem ums Runterkommen. Snowtracked soll voraussichtlich 2026, wahrscheinlich aber eher 2027 erscheinen.
Fazit: Kleine Studios, große Ideen! Indie-Games müssen sich nicht verstecken
Das waren sie, unsere Indie-Highlights von der gamescom 2026. Wir finden, da waren einige vielversprechende Titel dabei, auch wenn sich natürlich erst zum Release zeigen wird, welche Spieletitel ihr Potenzial wirklich ausschöpfen. Vielleicht ist ja auch bei dir das ein oder andere Indie-Game auf der Wunschliste gelandet. Schreib uns gerne in die Kommentare, welche Titel du besonders spannend findest oder ob dir in unserer Auswahl noch ein Spiel fehlt.
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Quelle: Awesome Indies Show / gamescom studio Tag 1 / gamescom awards 2026

