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Ein neuer Mobilfunkanbieter lockt mit einem ungewöhnlich günstigen Tarif. Für nur 10 Euro im Monat soll unbegrenztes Surfen möglich sein, sogar außerhalb der EU. Was hinter dem Angebot steckt und welche Fragen noch offen sind, erfährst du hier.

Hinter dem neuen Mobilfunkanbieter Simsalasim steckt Xing-Gründer Lars Hinrichs, der bis April 2025 selbst im Aufsichtsrat der Deutschen Telekom saß. Nun will er mit seinem eigenen Unternehmen anderen Mobilfunkanbietern Konkurrenz machen. Seiner Meinung nach hat sich in der Branche in den letzten Jahrzehnten nämlich viel zu wenig getan. Das will er mit Simsalasim jetzt ändern. Doch wie kann das Unternehmen einen derart günstigen Tarif anbieten und wo könnte der Haken liegen?
Unbegrenztes Datenvolumen auch außerhalb der EU
Bei Simsalasim handelt es sich um einen virtuellen Mobilfunkanbieter (MVNO), der für nur 10 Euro im Monat unbegrenztes Datenvolumen anbieten will, und das sogar außerhalb der EU ohne zusätzliche Roaminggebühren. Zu den bisher genannten Ländern zählen unter anderem die USA, Japan, Australien, China, Brasilien, Indien, Thailand und die Schweiz. Insgesamt soll mobiles Internet in rund 100 Ländern verfügbar sein. In etwa 50 Ländern sollen außerdem Telefonate und SMS ohne Aufpreis möglich sein. Die Länderliste ist allerdings noch nicht endgültig.
Klingt schon mal gut? Es kommt noch besser: Der Tarif soll außerdem monatlich kündbar sein. Eine Voraussetzung gibt es allerdings. Das Angebot soll ausschließlich per eSIM verfügbar sein. Wer ein Smartphone ohne eSIM-Unterstützung besitzt, geht damit leer aus. Eine klassische SIM-Karte ist bislang nicht geplant.
Wie kann der Tarif von Simsalasim so günstig sein?
Möglich machen soll das Ganze unter anderem eine etwas andere technische Herangehensweise. Das Unternehmen setzt auf ein sogenanntes Cloud-Core-Netz. Dabei werden wichtige Aufgaben über Rechenzentren auf der ganzen Welt erledigt. Dazu gehören beispielsweise die Anmeldung im Mobilfunknetz und die Weiterleitung der mobilen Daten.
So soll Simsalasim bei internationalen Datenverbindungen flexibler sein. Das Unternehmen kann außerdem eigene Vereinbarungen mit Partnern im Ausland treffen und dadurch möglicherweise bessere Konditionen aushandeln. Das könnte wiederum die Kosten senken und den günstigen Tarif ermöglichen. Eigene Mobilfunkmasten betreibt Simsalasim übrigens nicht. Stattdessen nutzt der Anbieter in Deutschland das bestehende Mobilfunknetz von Telefónica (O2). Im Ausland greift das Unternehmen auf die Netze seiner jeweiligen Roaming-Partner zurück.
Aber nicht nur die Technik soll Geld sparen. Auch Künstliche Intelligenz spielt bei Simsalasim eine große Rolle. Das Unternehmen will mit gerade einmal rund 24 Mitarbeitern auskommen. Viele Aufgaben sollen stattdessen von KI übernommen werden, darunter die Softwareentwicklung, die Abrechnung, das Marketing und der Kundenservice. Die KI soll aber nicht nur hinter den Kulissen zum Einsatz kommen. Ein geplanter Assistent soll beispielsweise Telefongespräche zusammenfassen und übersetzen können. Zusätzlich soll es eine App geben, mit der Eltern die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder kontrollieren können.
Noch sind nicht alle Details bekannt
So gut das Angebot auch klingt, ein paar Fragen sind noch offen. Beispielsweise wurden die endgültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Vertragsdetails bislang nicht veröffentlicht. Zwar soll es laut Simsalasim keine Drosselungsgrenzen geben, zur maximalen Internetgeschwindigkeit fehlen aber noch konkrete Angaben. Auch die genauen Fair-Use-Regeln sind bislang nicht bekannt.
Bei der Hotspot-Nutzung gibt es ebenfalls noch Unklarheiten. Während einige Berichte davon sprechen, dass diese komplett ausgeschlossen sein soll, hat Simsalasim gegenüber Golem erklärt, dass eine gelegentliche Nutzung durchaus möglich sei. Welche Einschränkungen dabei genau gelten, bleibt allerdings noch offen.
Testbetrieb soll noch im Oktober 2026 starten
Der offizielle Marktstart in Deutschland ist für die kommenden Wochen geplant. Ein genauer Termin steht allerdings noch nicht fest. Die Testphase mit ausgewählten Kunden soll bereits im Oktober beginnen. Wer sich für den neuen Tarif interessiert, kann sich schon jetzt auf der Website von Simsalasim auf die Warteliste setzen lassen.
Sollte Simsalasim seine Versprechen halten, könnte der neue Tarif für ordentlich Bewegung auf dem Mobilfunkmarkt sorgen. Gerade für Vielnutzer und Menschen, die häufig ins Ausland reisen, klingt das Angebot für nur 10 Euro im Monat ziemlich attraktiv. Allerdings könnte die unklare Hotspot-Funktion für viele Nutzer ein echter Nachteil sein. Hinzu kommen die noch offenen Fragen zur Internetgeschwindigkeit und den genauen Vertragsbedingungen. Ob Simsalasim am Ende wirklich mit den etablierten Anbietern wie Telekom, Vodafone & Co. mithalten kann, muss sich also erst noch zeigen.
Klingt das Angebot von Simsalasim für dich verlockend oder bist du eher skeptisch? Lass uns deine Meinung dazu gerne in den Kommentaren da.
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