Bei der Opening Night Live der gamescom am 25. August 2026 kündigte CD Projekt Red überraschend neue Pläne für The Witcher III: Wild Hunt an. Für Fans klingt das erstmal großartig doch hinter der Ankündigung dürfte mehr stecken als pure Nostalgie und Fanservice.


Artwork zu The Witcher 3: Wild Hunt Remastered mit Geralt, Ciri, Yennefer und Triss vor einer düsteren Fantasy-Landschaft.
Bild: CD Projekt Red

Fans warten inzwischen schon seit Jahren sehnsüchtig auf The Witcher 4. Schließlich erschien The Witcher III: Wild Hunt schon 2015, also vor mehr als zehn Jahren. Doch bis zum nächsten Hauptteil brauchen Fans noch Geduld: CD Projekt Red hatte erst vor kurzem angekündigt, dass mit einem Release des neuen Spiels frühestens 2028 zu rechnen sei.

Ganz ohne neue Witcher-Inhalte müssen Spieler bis dahin allerdings nicht auskommen. Für 2027 ist mit Songs of the Past noch eine weitere vollwertige Erweiterung für The Witcher III: Wild Hunt geplant. Dass CD Projekt Red den DLC während der Opening Night Live-Show der gamescom 2026 vorstellte, war daher keine große Überraschung.

Die eigentliche Überraschung der ONL-Show kam unmittelbar zuvor: Es wird ein Remaster von The Witcher 3 geben. Das Upgrade soll für alle, die das Spiel bereits auf GOG, Steam, Epic Games Store, PlayStation 5, oder Xbox Series X|S besitzen, kostenlos verfügbar sein und bereits am 29. September 2026 erscheinen. Doch damit nicht genug: Seit der Ankündigung gestern können alle Besitzer von The Witcher 3 außerdem die beiden bisherigen großen Erweiterungen Hearts of Stone und Blood and Wine ebenfalls kostenlos spielen. Beide werden zudem kostenlos im Umfang des Remasters enthalten sein.

The Witcher III: Wild Hunt Remastered: Was ändert sich?

Beim Remaster handelt sich sich offenbar um mehr als ein simples Grafik-Update. CD Projekt Red verspricht unter anderem Verbesserungen bei Grafik, Performance und Gameplay. Insbesondere Kampfsystem und Fortbewegung wurden überarbeitet und zudem an Monsterverhalten und den Hexer-Effekten geschraubt. Auch Geralts Pferd, der Skilltree, Finisher und der Fotomodus erhielten Anpassungen. Kurz gesagt: CD Projekt Red modernisiert hier nicht nur die Optik, sondern überabeitet auch einige Gameplay-Mechaniken, die mittlerweile vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß wirken.

Der Zeitpunkt dürfte kaum zufällig gewählt sein. 2027 erscheint mit Songs of the Past schließlich eine komplett neue Erweiterung. Statt diese technisch an die inzwischen etwas angestaubte Version anzudocken, bringt der Entwickler zuvor einfach das gesamte Grundspiel auf den neuesten Stand. So entsteht im Idealfall ein Spielerlebnis wie aus einem Guss. Gleichzeitig steigt auch die Chance, dass dann auch Spieler zugreifen, die The Witcher 3 bisher verpasst haben.

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Ein Geschenk an die Fans und eine clevere Brückenstrategie von CD Projekt Red

Dass Besitzer von The Witcher 3 das Remaster kostenlos erhalten und die beiden Erweiterungen nun ebenfalls ohne Aufpreis spielen können, ist zunächst einmal erfreulich. Vor allem angesichts der Preise, die für manche Neuauflagen inzwischen verlangt werden. Trotzdem stellt sich die Frage: Warum investiert der Entwickler gerade jetzt noch einmal so viel Arbeit in ein mehr als zehn Jahre altes Spiel? Die naheliegende Antwort lautet: Weil The Witcher 4 noch weit entfernt ist.

Aus Sicht von CD Projekt Red ist das ausgesprochen clever: Statt die Witcher-Marke mehrere Jahre ruhen zu lassen, bekommen sie so gleich mehrere Anlässe, Spieler vor dem Release von Witcher 4 in 2028 zurückzuholen oder sogar neu zu gewinnen. Aus einem einzelnen Release wird so eine mehrjährige Brücke zum nächsten große Serienteil.

Damit liegt CD Projekt Red voll im Branchentrend. Remakes und Remaster erfolgreicher Marken sind längst keine Ausnahme mehr. Titel wie etwa Assassin’s Creed IV: Black Flag Resynced, Halo: Campaign Evolved oder Rayman Legends Retold zeigen, wie stark große Publisher derzeit auf bekannte Namen und bewährte Spielkonzepte setzen.

Das hat gute Gründe. Moderne AAA-Titel verschlingen enorme Budgets und benötigen immer längere Entwicklungszeiten. Gleichzeitig befindet sich die Spielebranche seit Jahren in einer Phase von Studioschließungen, Umstrukturierungen und Entlassungswellen. Unter solchen Strukturbedingungen sind etablierte Marken attraktive Zugpferde: Das Publikum kennt sie bereits, die Nachfrage lässt sich besser einschätzen und ein Teil der kreativen und wirtschaftlichen Risiken eine komplett neuen Projekts entfällt. Nostalgie ist für Publisher damit längst nicht nur Fanservice, sondern ein handfester Wirtschaftsfaktor

The Witcher 3 Remastered zeigt das Dilemma der Branche

Genau hier liegt aber auch die Schattenseite dieser Entwicklung. Natürlich spricht nichts dagegen, ein herausragendes Spiel wie the Witcher 3 technisch zu modernisieren, erst recht nicht, wenn Besitzer für das Upgrade nichts zahlen müssen. Problematisch ist eher die Entwicklung der gesamten Branche: wenn der Blick zurück zum sichereren Geschäftsmodell wird als der Mut, Neues zu wagen.

Das Remaster von The Witcher III: Wild Hunt ist ein gutes Beispiel für das derzeitige Dilemma der Branche: Für Spieler ist es ein attraktives Angebot. Für CD Projekt Red ist es gleichzeitig die Möglichkeit, eine extrem wertvolle Marke über Jahre hinweg präsent zu halten und die lange Wartezeit auf The Witcher 4 zu überbrücken. Es wäre überzogen, das als Hinhaltetaktik zu bezeichnen, aber eine wohl kalkulierte Brückenstrategie ist es allemal.

Wie siehst du das? Freust du dich auf das Remaster und den neuen DLC? Schreib es uns in die Kommentare!


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Quellen: CD Projekt Red / ONL Stream

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