Zwischen InterDigital und Disney+ kehrt einfach keine Ruhe ein. Jetzt geht der Patentstreit in die nächste Runde. Nachdem Disney+ aufgrund vorheriger Rechtstreits bereits bei 4K umstellen musste, steht nun auch der als Alternative eingesetzte VP9-Codec im Fokus. Droht damit erneut das 4K-Aus?

Bild: Disney+

Schon im Juli sorgte der Patentstreit bei Disney+ für ordentlich Ärger. Nachdem InterDigital vor Gericht gegen Disney vorgegangen war, verschwanden 4K und HDR in Deutschland aus dem Angebot. Dabei ging es unter anderem um Patente rund um HDR und das HEVC-Encoding, das häufig für hochauflösende Streams genutzt wird. Disney brauchte nach den Einschränkungen eine andere Möglichkeit, um 4K wieder anzubieten.

Disney+ wechselt für 4K auf VP9

Damit weiterhin Filme und Serien in 4K bei Disney+ gestreamt werden können, musste eine Lösung her. Statt auf HEVC zu setzen, wechselte der Streamingdienst deshalb auf den älteren VP9-Codec. So kann mittlerweile wieder in 4K geschaut werden. Auf HDR müssen Nutzer in Deutschland allerdings weiterhin verzichten.

Damit schien Disney zunächst immerhin eine Alternative gefunden zu haben. Lange hielt die Ruhe jedoch nicht an. Denn laut InterDigital steckt auch in VP9 Technik, die durch Patente des Unternehmens geschützt ist. Damit ist jetzt ausgerechnet die Lösung das Problem, mit der Disney+ 4K wieder zurückgebracht hat.

Zwei neue Verfahren gegen Disney+

Bei dem Vorwurf allein bleibt es allerdings nicht. InterDigital hat zwei neue Verfahren gegen Disney beim Einheitlichen Patentgericht (UPC) eingereicht. Eines davon dreht sich um VP9 und wird vor der Lokalkammer Mannheim verhandelt.

Mit dem Patent EP 2 465 265 hatte die Kammer allerdings schon einmal zu tun. Bereits am 16. Juni entschied sie in einem früheren Verfahren, dass Disney dieses Patent verletzt. Nun hat InterDigital auf Grundlage desselben Patents eine einstweilige Verfügung gegen die Nutzung von VP9 beantragt. Da das Patent für die Kammer also kein Neuland ist, geht InterDigital davon aus, dass die Sache dieses Mal zügiger über die Bühne gehen könnte.

Das zweite Verfahren läuft vor der Lokalkammer Düsseldorf und dreht sich um ein anderes Patent. Dabei geht es um die „Up Next“-Funktion von Disney+. Damit ist es möglich nach dem Ende einer Episode direkt die nächste Folge anschauen, ohne vorher ins Hauptmenü zurückkehren zu müssen. Auch hier sieht InterDigital seine Patentrechte verletzt.

4K bei Disney+ bleibt weiter unsicher

Wie der neue Patentstreit ausgeht, ist aktuell noch offen. Sollte InterDigital auch im Fall von VP9 Recht bekommen, könnte das für Disney+ wieder erhebliche Folgen haben. Der Streamingdienst müsste 4K dann möglicherweise erneut aus dem Angebot streichen oder auf einen anderen Codec ausweichen.

Ob es tatsächlich so weit kommt, bleibt abzuwarten. Disney hat sich zu den beiden neuen Verfahren bisher noch nicht geäußert. Es ist also noch offen, ob 4K bei Disney+ erneut verschwindet und wann eine Entscheidung fällt. Bei Premium-Abonnenten dürfte ein erneuter 4K-Ausfall jedenfalls nicht besonders gut ankommen.


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Quelle: heise/Stadt Bremerhaven

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