Für Meta könnte es jetzt richtig teuer werden, denn in den USA hat ein neuer Gerichtsprozess gegen den Social-Media-Konzern begonnen. Im Raum steht eine Strafe von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar. Hier erfährst du, was dahintersteckt.

Warum Meta vor Gericht steht
Heute, am 18. August, beginnt der Prozess vor einem Bundesgericht in Oakland, Kalifornien. Rund sechs Wochen sind dafür eingeplant. Ausgangspunkt ist eine Klage aus dem Jahr 2023. Schon davor hatten sich mehrere US-Bundesstaaten genauer mit Meta und den möglichen Folgen seiner Plattformen für Kinder und Jugendliche beschäftigt.
Jetzt muss sich Meta gleich mit mehreren Vorwürfen auseinandersetzen. So soll der Konzern Facebook und Instagram bewusst so gestaltet haben, dass sie abhängig machen können. Kalifornien, Colorado, Kentucky und New Jersey werfen Meta außerdem vor, mögliche Risiken der Apps nicht offen kommuniziert und damit gegen Verbraucherschutzgesetze verstoßen zu haben.
Auch der Umgang mit jungen Nutzern spielt eine Rolle. Meta soll gewusst haben, dass Kinder unter 13 Jahren Facebook und Instagram verwenden, und dennoch ohne die erforderliche Zustimmung Daten von ihnen gesammelt haben. Die 29 beteiligten Bundesstaaten sehen darin einen Verstoß gegen das US-Kinderdatenschutzgesetz COPPA.
Strafen bis zu 1,4 Billionen Dollar
Besonders brisant ist die mögliche Höhe der Strafe. Eine konkrete Forderung haben die Kläger bislang nicht öffentlich genannt. Laut Meta sollen die Bundesstaaten jedoch Strafen von bis zu 1,4 Billionen US-Dollar anstreben. Der Konzern soll diese Summe als „abwegig“ bezeichnet haben. Auch die zuständige Richterin soll diese Größenordnung für unangemessen gehalten haben. Gleichzeitig wies sie Metas eigene Schätzung von lediglich vier Millionen US-Dollar zurück. Wie teuer eine Niederlage für Meta tatsächlich werden könnte, ist daher noch völlig offen.
Der aktuelle Prozess ist dabei längst nicht Metas einziges rechtliches Problem. In Los Angeles und New Mexico gab es in diesem Jahr bereits Entscheidungen gegen Meta in Verfahren mit ähnlichen Vorwürfen. Der Konzern will dagegen vorgehen. Zudem sieht sich Meta mittlerweile mit Tausenden weiteren Klagen wegen möglicher Schäden durch seine Plattformen konfrontiert. Schon jetzt verursachen die Rechtsstreitigkeiten hohe Kosten. Allein im zweiten Quartal 2026 beliefen sie sich laut Meta auf 2,4 Milliarden US-Dollar.
Meta weist Anschuldigungen zurück
Meta weist die Vorwürfe der Bundesstaaten zurück und hält auch die möglichen Strafzahlungen für völlig überzogen. Der Konzern sieht keine Beweise für die Anschuldigungen. Außerdem würden selbst harmlose Funktionen der Plattformen von den Klägern als schädlich dargestellt.
Auch bei der Altersverifizierung sieht Meta nicht nur sich selbst in der Verantwortung, sondern spricht von einer Herausforderung für die gesamte Branche. Gleichzeitig verweist der Konzern auf seine Maßnahmen zum Schutz von Jugendlichen und will seine Position nun vor Gericht verteidigen.
Wie der Prozess ausgeht, bleibt abzuwarten. Für Meta steht einiges auf dem Spiel, zumal der Konzern in diesem Jahr bereits Niederlagen in ähnlichen Verfahren hinnehmen musste. Ob sich die Bundesstaaten auch diesmal durchsetzen und welche Strafe Meta am Ende tatsächlich droht, ist jedoch völlig offen. Eine Zahlung in Höhe von 1,4 Billionen US-Dollar erscheint allerdings fraglich, da selbst die zuständige Richterin diese Größenordnung für unangemessen hielt.
Hinweis in eigener Sache: Ohne euch gäbe es techrush.de nicht. 🙌 Wenn ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, könnt ihr uns mit wenigen Klicks bei Google als bevorzugte Quelle markieren und bei Google News folgen. Jede Unterstützung hilft – hier zeigen wir euch wie das geht.
Quelle: ComputerBase

