Übermorgen ist es so weit: Bei uns in Deutschland lässt sich ein seltenes Naturschauspiel beobachten. Was du über die partielle Sonnenfinsternis am 12. August 2026 wissen musst und wie du deine Augen schützt, erfährst du hier.

Am 12. August 2026 lohnt sich ab etwa 19:00 Uhr ein Blick in den Himmel. Dann ist in Deutschland nämlich eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Je nach Standort wird die Sonne unterschiedlich stark verdeckt. Die höchste Bedeckung wird laut Bundesamt für Strahlenschutz für Freiburg erwartet. Dort sollen bis zu 90% der Sonne bedeckt sein.
Was ist eine partielle Sonnenfinsternis?
Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Mond zwischen Erde und Sonne. Dadurch verdeckt er die Sonne aus unserer Sicht ganz oder teilweise. Am 12. August ist in Deutschland eine partielle, also eine teilweise, Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond bedeckt dabei also nur einen Teil der Sonnenscheibe.
Weltweit sind Sonnenfinsternisse zwar nicht extrem selten, da es meist mehrere pro Jahr gibt. Von einem bestimmten Ort aus sind diese Himmels-Phänomene aber nur gelegentlich sichtbar. Die letzte partielle Sonnenfinsternis, die man von Deutschland aus beobachten konnte, fand am 29. März 2025 statt. Die Finsternis, die wir jetzt erwarten, fällt hierzulande jedoch deutlich stärker aus.
Die Mondpassage vor der Sonne dauert je nach Standort etwa eineinhalb Stunden. In Deutschland beginnt die partielle Sonnenfinsternis am Abend gegen 19.00 Uhr und erreicht vielerorts kurz nach 20:00 Uhr ihr Maximum. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt schon tief steht, endet das Ereignis an vielen Orten mit dem Sonnenuntergang.
Wie kannst du deine Augen schützen und die Sonne sicher beobachten?
Besonders wichtig ist der richtige Augenschutz. Auch wenn die Sonne während der Finsternis teilweise bedeckt ist, kann der direkte Blick hinein schwere Netzhautschäden verursachen und das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen. Gefährlich sind unter anderem die im Sonnenlicht enthaltenen Infrarotstrahlen, die nicht von der Linse im Auge absorbiert werden und bis zur Netzhaut vordringen.
Normale Sonnenbrillen, CDs, von Hand geschwärzte Gläser oder andere Behelfslösungen reichen dafür nicht aus. Sicher beobachten kannst du die Sonnenfinsternis nur mit einer geprüften Sonnenfinsternis-Brille oder einem passenden Spezialfilter für Kamera, Teleskop oder Fernglas. Prüfe vor der Benutzung unbedingt, ob Brille oder Filter unbeschädigt sind und keine Kratzer, Löcher oder Risse aufweisen.
Falls du kurzfristig keine sichere Brille mehr bekommen solltest, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz eine indirekte Beobachtung, etwa mit einer selbst gebauten Lochkamera. Dabei schaust nicht direkt in die Sonne, sondern nur auf ihr projiziertes Bild. Eine Bauanleitung findest du auf der Infoseite des BfS.
Was gilt es noch zu beachten?
Besondere Vorsicht gilt beim Verwenden von optischen Geräten. Kameras, Ferngläser und Teleskope bündeln das Sonnenlicht und erhöhen damit die Gefahr für deine Augen erheblich. Wenn du fotografieren oder die Finsternis vergrößert beobachten möchtest, brauchst du daher zwingend einen geeigneten Spezialfilter vor der Optik.
Und ganz praktisch: Für die Beobachtung brauchst du freie Sicht auf die tiefstehende Sonne. Checke also vorher den Wetterbericht auf Bewölkung und suche dir am besten einen Ort mit freiem Blick Richtung Westen. Eine Anhöhe, ein Feldrand oder ein freier Aussichtspunkt können hilfreich sein, damit Häuser, Bäume oder Hügel die Sicht nicht kurz vor dem Maximum verdecken.
Ganz so bald wiederholt sich ein solches Ereignis in Deutschland nicht. Ähnlich hohe Bedeckungsgrade werden hierzulande erst am 11. Juni 2048 mit bis zu 79 Prozent und am 13. Juli 2075 mit bis zu 88 Prozent erreicht. Auf eine totale Sonnenfinsternis, deren Totalitätszone auch über Teile Deutschlands verläuft, müssen wir sogar noch länger warten. Sie ist erst für den 3. September 2081 zu erwarten.
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Quelle: BfS / Vereinigung der Sternenfreunde

