Der WindRunner ist ein echtes Mammutprojekt. Das größte Frachtflugzeug der Welt nimmt langsam Gestalt an. Welche Rolle neue Partner dabei spielen und warum auch das Militär großes Interesse zeigt.

Visualisierung des WindRunner von Radia mit geöffneter Bugklappe. Ein F-16-Kampfflugzeug befindet sich im Laderaum, zwei weitere stehen vor dem Flugzeug.
Bild: Radia

Hinter dem Projekt WindRunner steckt das US-Unternehmen Radia. Das Riesenflugzeug soll künftig eine Alternative zur in die Jahre gekommenen Antonow An-124 werden. Neue Partner aus Europa treiben die Entwicklung jetzt weiter voran.

Was den WindRunner zum Koloss macht

Der WindRunner soll eine erstaunliche Länge von sage und schreibe 109 Metern erreichen. Damit wäre der Gigant das längste Flugzeug der Welt. Der Laderaum soll rund 6.800 Kubikmeter umfassen und damit mehr Platz bieten als viele heutige Militärtransporter. Insgesamt soll das Riesenflugzeug bis zu 72,6 Tonnen Fracht transportieren können. Eine weitere Besonderheit: Der WindRunner soll auch auf abgelegenen, sogar unbefestigten Landebahnen starten und landen können. Voraussetzung ist lediglich eine Pistenlänge von 1.800 Metern. Dadurch könnten sogar schwer erreichbare Orte direkt angeflogen werden.

Radia verzichtet bewusst auf neue Experimente und setzt stattdessen auf bewährte Technik, um die Entwicklung möglichst reibungslos voranzutreiben. Ist der WindRunner fertig gebaut, soll er direkt in die Lüfte steigen. Geplant ist der Transport mit dem Flugzeug ab 2030, auch ein Prototyp ist wohl nicht vorgesehen.

Vom Windpark auf den Militärflugplatz

Ursprünglich wurde der WindRunner dafür konzipiert, Rotorblätter von Windkraftanlagen mit einer Länge von über 100 Metern zu transportieren. Damit wollte Radia ein Problem lösen, denn der Transport solcher riesigen Bauteile über Straßen ist oft kompliziert oder gar nicht möglich. Mittlerweile spielt aber auch das Militär eine immer größere Rolle. Der WindRunner soll besonders große und sperrige Güter befördern können, die in viele heutige Transportflugzeuge gar nicht hineinpassen. Dazu gehören beispielsweise Kampfflugzeuge, Hubschrauber oder andere schwere Militärfahrzeuge.

Vor allem für die NATO könnte der WindRunner interessant werden, da die derzeit eingesetzten Maschinen bereits in die Jahre gekommen sind. Zwar kann der WindRunner nicht so viel Gewicht transportieren wie eine Antonow An-124, dafür bietet er deutlich mehr Platz für besonders sperrige Fracht. Ganze vier Kampfflugzeuge des Typs Lockheed Martin F-16 würden in das Mega-Flugzeug passen.

Die Entwicklung nimmt Form an

Beim WindRunner geht es weiter voran. Radia hat mit Latecoere und Stirling Dynamics zwei weitere Partner aus Europa ins Boot geholt. Während sich Latecoere um das Verkabelungssystem kümmert, übernimmt Stirling Dynamics die Flugsteuerung und wichtige Simulationen. Bereits zuvor konnte Radia mehrere Unternehmen für das Projekt gewinnen und baut sein Partnernetzwerk damit weiter aus. Der WindRunner befindet sich aktuell noch in der Entwicklung. Während das Grundkonzept bereits steht, arbeiten die Ingenieure nun an den einzelnen Systemen und Bauteilen. Läuft alles nach Plan, soll der WindRunner in etwa vier Jahren das erste Mal abheben.


Ob der WindRunner tatsächlich wie geplant ab 2030 zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Mit den neuen Partnern aus Europa nimmt das Projekt aber immer mehr Form an und könnte sowohl für die Windkraftindustrie als auch für das Militär eine sehr spannende Rolle spielen.


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Quelle: WinFuture/Flugrevue/Radia

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