Im neuen Anno 117: Pax Romana wird es endlich kurvig. Das haben uns nun die Entwickler bei Ubisoft Mainz auf ihrem Devblog verraten. Alle Infos gibt es hier.
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Anno bleibt Anno – doch beim Städtebau geht Ubisoft Mainz diesmal neue Wege. In Anno 117: Pax Romana verabschiedet sich die Reihe vom starren 90-Grad-Schachbrettmuster und führt erstmals 45-Grad-Winkel für Gebäude ein. Bereits im Juni 2024 sorgte ein geleakter Screenshot für zahlreiche Spekulationen, nun bekommen wir endlich Gewissheit. Das neue 45-Grad-Winkel-System sorgt nicht nur für mehr kreative Freiheit, sondern lässt die Städte auch deutlich organischer wirken.
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Überarbeitetes Straßenbausystem
Besonders spannend wird das beim Straßenbau: Ein komplett überarbeitetes System sorgt dafür, dass Wege sich natürlicher in die Umgebung einfügen. Statt starre Rasterkacheln aneinanderzureihen, werden Straßen jetzt fließend als Graphen gesetzt – mit sanften Kurven und besseren Übergängen an Kreuzungen. Ubisoft verspricht dadurch ein realistisches Stadtbild, das nicht mehr so stark nach Baukasten aussieht und alle Kreuzungen berücksichtigt. Zudem erklärte Ubisoft, dass bei einem 45°-Winkel die Zahl möglicher Kreuzungen erheblich steigt.
Die Berechnung dieser Zahl sei jedoch komplex, da Straßenkreuzungen nicht auf eine einzelne Kachel beschränkt sind und sich mit anderen überschneiden können, was zu einem „großen Durcheinander“ führen könnte. Die Entwickler wiesen darauf hin, dass sie auf den Sub-Kacheln jeder Hauptkachel aufbauen und sich entschieden, eine kleinere Menge an Teilen zu erstellen, die je nach Kontext der richtigen Position zugewiesen werden, um Straßen zu bilden – und dies auf Basis des vom 3D-Programming generierten Codes.
Dabei betonten sie, dass dieser Prozess keinesfalls einfach sei. Das gezeigte Bild (rechts) veranschaulicht gut, was möglich ist, wenn man mehrere Teile, Kurven und Kreuzungen dicht nebeneinander platziert – und all dies müsse sowohl funktional als auch optisch ansprechend sein.
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Einen Nachteil gibt es allerdings: Straßenabschnitte müssen nun mindestens zwei Rasterfelder lang sein. Diese Entscheidung soll dafür sorgen, dass die Straßen nicht mehr zu schmal oder unnatürlich wirken, sondern sich besser in die Landschaft und das Stadtbild einfügen. Trotz dieser Einschränkung bleibt das System flexibel und dynamisch – Straßen passen sich weiterhin der Geländehöhe an und können wie gewohnt Brücken bilden, um Flüsse oder Täler zu überqueren.
Frühere Elemente bleiben bestehen
Außerdem bleiben auch die verschiedenen Straßentypen aus früheren Teilen erhalten. So können wir weiterhin auf einfache Straßen oder fortschrittlichere Varianten zurückgreifen, die nicht nur mehr kosten, sondern auch zusätzliche Vorteile bieten. Diese Änderungen sorgen dafür, dass das Straßenbau-System zwar immer noch einfach zu bedienen ist, aber gleichzeitig neue Möglichkeiten bietet, die Städte noch detailreicher und funktionaler zu gestalten.
Trotz der Erweiterungen bleibt auch die klassische Rasterstruktur in Anno 117: Pax Romana für alle, die den traditionellen Aufbau bevorzugen, vollständig optional. Wer also lieber mit dem gewohnten rechteckigen Raster arbeitet, kann dies weiterhin tun – ohne Abstriche bei der Flexibilität und Kontrolle.
Ubisoft geht mit dem Trend
Warum diese Änderungen? Ubisoft Mainz hatte schon länger den Wunsch, das starre Schachbrettmuster von Anno aufzubrechen, scheiterte jedoch in der Vergangenheit an technischen Hürden. Mit Anno 117: Pax Romana haben sie nun den Sprung geschafft. Der Vergleich mit der Konkurrenz zeigt, dass moderne Aufbauspiele wie Pioneers of Pagonia, Manor Lords oder Farthest Frontier bereits auf organischere Bauweisen setzen.
Nun folgt Ubisoft diesem Trend, um das Spiel visuell und spielerisch auf den neuesten Stand zu bringen, ohne das klassische Anno-Gameplay zu verwässern. Das Ergebnis: eine frische, moderne Ästhetik, die mehr Freiheit beim Bauen bietet, ohne die vertrauten Elemente des Spiels zu verlieren.
Offene Fragen
Es gibt noch einige offene Fragen, die Ubisoft in naher Zukunft klären möchte. Zum einen plant das Studio einen ausführlichen Blogeintrag, der die technischen Herausforderungen hinter der neuen Straßenbauweise detailliert erklären soll. Besonders spannend wird es bei den Übergängen zwischen Gebäuden und Straßen. Derzeit ist es noch unklar, wie die Lücken zwischen geraden und diagonalen Strukturen elegant geschlossen werden können.
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass das neue System nicht nur für Straßen, sondern auch für andere Bauwerke wie Aquädukte verwendet werden könnte. Ubisoft deutet an, dass sich diese flexible Bauweise auch auf andere Bereiche des Spiels anwenden lässt, was das Potenzial für kreative und abwechslungsreiche Stadtplanung weiter erhöht. Bis zum finalen Reveal müssen wir uns vielleicht gar nicht mehr so lange gedulden.
Denn Ubisoft hat seine Teilnahme am IGN Fan Fest angekündigt. Das virtuelle Event für die Gaming-Community, das bereits am Montag mit dem ID@Xbox Showcase gestartet ist. Bis Freitag werden täglich verschiedene Spiele und Genres präsentiert, und am Donnerstag ab 19 Uhr steht Anno 117 im Mittelpunkt. Die Show kann unter anderem auf dem IGN YouTube-Kanal verfolgt werden. Ubisoft’s Creative Director Manuel Reinher wird Einblicke in Anno 117 geben und ein „neues Feature“ vorstellen.