Strom aus Orangen? Sevilla träumt von „fruchtigen“ Energieträgern

In Sevilla gibt es unzählige Orangenbäume, welche einmal im Jahr Unmengen an Früchten abwerfen. Das Resultat ist dann eine klebrige Masse, die sich auf den Straßen und Gehwegen der spanischen Stadt ausbreitet. Jetzt plant die Stadt offenbar, diese Orangen einfach zur Stromgewinnung zu nutzen – aber wie soll das funktionieren?


Bild: unsplash.com

Sobald die etwa 50.000 Bäume ihre Früchte regnen lassen, müssen diese zunächst von den Straßen entfernt und anschließend entsorgt werden. Das Unternehmen Emasesa, welches in der Stadt Wasserversorgung anbietet, bekundete jetzt eine Idee, mit der die Orangen besser genutzt werden könnten. Die Früchte, die niemand von uns mehr essen würde, da sie viel zu matschig und überreif sind, gären vor sich hin und produzieren dabei Methan. Eben dieses kann zur Energieerzeugung genutzt werden. Sevilla zählt jährlich etwa 5,7 Millionen Tonnen Orangen, die überreif vom Baum fallen und entsorgt werden müssen. Für die Biogasanlage des städtischen Wasserwerks plant Emasesa daher für dieses Jahr 35 Tonnen der Früchte ein. Das Unternehmen erhofft sich davon eine lohnenswerte Innovation, denn die kurzen Kohlenstoffketten der Orangen versprechen einen durchaus energieeffizienten Einsatz. Doch damit nicht genug – die Abfälle der Orangen sollen anschließend auch noch als Dünger dienen. Somit hätten sie sogar einen doppelten Mehrwert für die Stadt und das Unternehmen.

Investment für Strom aus Orangen?

In 1.000 Orangen sollen in etwa 50 kWh Strom stecken – so haben es Versuche von Emasesa offenbar gezeigt. Mit dem Strom aus Orangen ließe sich sogar die komplette Stadt Sevilla versorgen, vorausgesetzt man könnte sämtliches Obst der Bäume als Energielieferant nutzen. Für dieses wunderbare Neuerung am Biostromhimmel müssten ca. 250.000 Euro investiert werden, was im Vergleich zu manch anderen Investitionen durchaus realistisch erscheint. Zudem hätte es den positiven Nebeneffekt, dass die Hauptstadt der autonomen Region Andalusien nicht mehr so viele Früchte von den Straßen in den städtischen Müll entsorgen müsste.

Ein starkes Vorreiterbeispiel für all die weiteren Städte, die mit Müll dieser oder ähnlicher Art zu kämpfen haben und daraus unter Umständen etwas positives machen können. Abfall und (Bio-)Müll gibt es schließlich überall und je nach Beschaffenheit der Ressource, könnten daraus diverse Energiespender werden. Wir sind gespannt auf weitere spannende Ideen findiger Entwickler/innen!

Quelle: trendsderzukunft

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