Strikter Jugendschutz: Tencent sperrt minderjährige Spieler mithilfe von Gesichtserkennung aus

In China wird der Jugendschutz auf ein neues Level gehoben. Tencent will mit Gesichtserkennung dafür sorgen, dass Minderjährige nur noch zu den vorgesehenen Zeiten spielen können.


Photo by pan xiaozhen on Unsplash

Seit November 2019 gelten in China sehr strenge Jugendschutzregeln. Minderjährige dürfen unter der Woche nur noch 90 Minuten pro Tag Videospiele spielen und zwischen 22 Uhr abends und 8 Uhr morgens herrscht komplette Sperrstunde. An Wochenenden und Feiertagen wird die Spielzeit immerhin auf drei Stunden verdoppelt. Ziel der Regelungen ist es, die Suchtgefahr zu minimieren und die voranschreitende Kurzsichtigkeit aufzuhalten. Doch die Umsetzung ist schwer.

Tencent hat nun ein neues System namens „Midnight Patrol“ eingeführt, um die Kontrollen zu verschärfen. Das System greift auf Smartphone-Kameras zurück und soll minderjährige Spieler mithilfe einer Gesichtserkennung registrieren können. Dafür werden die erfassten Daten mit einer riesigen staatlichen Datenbank abgeglichen. In rund 60 Spielen kommt das System bereits zum Einsatz. Weitere Titel sollen in Zukunft noch folgen. Wer vom System als minderjährig erkannt wird, fliegt pünktlich um 22 Uhr aus den Spielen.

Midnight Patrol ist nicht der einzige Kontrollmechanismus, der in China zum Einsatz kommt. Spieler müssen sich darüber hinaus auch mit ihrer Personalausweisnummer anmelden, um Zugang zu Videospielen zu bekommen. Zudem wird ich China nur noch eine stark begrenzte Anzahl an Spielen zugelassen. Nur ein Bruchteil der gestellten Anträge wird am Ende auch bewilligt. In der Vergangenheit wurde unter anderem schon der Verkauf von Monster Hunter World eingestellt, weil das Spiel die strengen Anforderungen nicht erfüllen konnte.

Quelle: Sixth Tone

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