SteelSeries APEX PRO im Test: Mechanische Tastatur mit anpassbarem Tastenanschlag

Gaming-Tastaturen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und dennoch schafft es die SteelSeries APEX PRO aus der Masse hervorzustechen. Denn sie verfügt über individuell anpassbare Tastenanschläge. Aber ob das den vergleichsweise teuren Anschaffungspreis von 229,90€ rechtfertigen kann? Wir haben den Test gemacht!



Design & Verarbeitung

Der Lieferumfang ist zum Glück sehr überschaubar. Neben der Tastatur selbst befindet sich lediglich eine optionale Handballenauflage und der typische Zettelkram im Karton: Plug-and-Play lautet das Motto – fürs erste.

Die Verarbeitung wirkt äußerst hochwertig. Das Aluminium-Design sieht schick aus, liegt ordentlich in der Hand und macht einen stabilen Eindruck. Nichts knarrt, auch bei etwas stärkerem Druck. Dank der dunklen, matten Oberfläche kommt die RGB-Beleuchtung sehr gut zur Geltung.

An der rechten oberen Ecke sitzt ein Dreh-Regler, mit dem sich die Lautstärke des PCs anpassen lässt. Links daneben befindet sich ein kleines OLED-Display. Auf diesem lassen sich auf Wunsch kleine Grafiken, Musiktitel oder ähnliche Informationen anzeigen. Zu Beginn erinnert er uns aber daran, das aktuelle Software-Update aufzuspielen.



Das Anschlusskabel lässt sich gleich auf drei Wegen in Richtung PC verlegen. Der an der Unterseite angebrachte Kabelkanal führt nämlich nach links, rechts und auch zur Mitte hin ab. Es ist also egal, auf welcher Seite euer PC steht.

An der linke oberen Ecke findet man noch einen USB-Passthrough-Port. Um diesen nutzen zu können, müssen beide USB-Stecker des Anschlusskabels mit dem PC verbunden sein. Sobald er einsatzbereit ist, leuchtet der Eingang weiß.

Die Hanballenauflage ist nicht fest, sondern wird magnetisch an der Tastatur gehalten. Obwohl sie sich dadurch kinderleicht anbringen und auch wieder abnehmen lässt, sitzt sie überraschend stabil an der Tastatur. Im Alltag dürfte sie kaum verrutschen.

Zwischenfazit: In Puncto Verarbeitung gibt es nichts auszusetzen. Das Aluminiumgehäuse fühlt sich sehr hochwertig an und gibt auch optisch einiges her. Der kleine OLED-Bildschirm ist ein zusätzlicher Blickfang und der daneben liegende Lautstärkeregler ist im Alltag wirklich praktisch.

Die Anpassungsmöglichkeiten

Ihr wahres Potential entfaltet die APEX PRO erst in Zusammenspiel mit der passenden Software, der „SteelSeries Engine“. Dort lässt sich die Tastenbelegung ändern, die Beleuchtung einstellen, das Display konfigurieren und der Tastenanschlag anpassen. Fünf verschiedene Profile können insgesamt gespeichert werden. Dabei ist die Software sehr übersichtlich gestaltet. Auch absolute Laien sollten sich in jedem Menüpunkt zurechtfinden können.



Einen Makro-Manager und eine konfigurierbare RGB-Beleuchtung kennen wir ja schon von diversen anderen Modellen. Aber ein eigenes Display haben nur die wenigsten Tastaturen zu bieten – von einem anpassbaren Tastenanschlag mal ganz abgesehen.

Das Display zeigt standardmäßig das Logo des Herstellers an. Die Software erlaubt es aber zusätzliche Grafiken (maximal 120 x 48 Pixel) anzeigen zu lassen. Man kann sogar selbst Hand anlegen und ein eigenes Bild zeichnen. Die Darstellungen sind anschließend sehr gut auf dem Bildschirm zu erkennen. Dank OLED-Technologie stimmen auch die Kontrastwerte. Um einen waschechten Dual-Screen handelt es sich aber nicht, dafür ist der Funktionsumfang einfach zu begrenzt.

Unter dem Menüpunkt „Betätigung“ können wir den Tastanenanschlag verändern. Die Skala von 1 bis 10 spiegelt hier die Wegstrecke von 0,4 bis 3,6 Millimeter wider. Bedeutet in der Praxis: stellen wir die Betätigung auf 1, so lösen die Tasten bereits mit dem kleinsten Anschlag aus. Stellen wir die Betätigung hingegen auf 10, so müssen wir die einzelnen Schalter komplett eindrücken, ehe der Tastendruck als solcher erkannt wird. Die Einstellung können wir entweder für alle 62 Haupt-Tasten übernehmen oder für jede Taste einzeln einstellen.

Zwischenfazit: SteelSeries bietet eine Menge an Einstellungsmöglichkeiten. Am interessantesten ist sicherlich der anpassbare Tastenanschlag. Das OLED-Display ist zwar ganz nett, aber mehr eine Spielerei als ein nützliches Feature.

Das Schreibgefühl

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: wie schneidet die Tastatur in der Praxis ab? Zum Einsatz kommen SteelSeries OmniPoint Schalter, die eine Lebensdauer von 100 Millionen Anschlägen haben sollen. Die meisten Gaming-Tastaturen kommen in etwa auf die Hälfte der Lebensdauer.

Die Schalter haben einen sehr angenehmen Widerstand. Ein leichter Druck genügt, um die Tasten bis zum Anschlag durchzudrücken. Einen spürbaren Druckpunkt gibt es auf Grund des veränderlichen Signalpunkts nicht.

Insgesamt gehört die APEX PRO nicht zu den leisesten Tastaturen, doch wirklich laut wird sie auch nicht. Ein gut hörbares Klickgeräusch ist immer zu vernehmen und bei besonders starken Anschlägen, was in hektischen Spielsituationen durchaus mal vorkommen kann, ist auch ein leichter metallischer Hall zu hören, da die Schalter auf das Aluminumgehäuse treffen. Aber auch das empfanden wir während des Tests nicht als störend. Andere mechanische Tastaturen sind da nochmals deutlich lauter.



Für das Schreiben von Texten entschieden wir uns am liebsten für einen langen Tastenanschlag, um unerwünschte Tippfehler besser verhindern zu können. Beim Spielen kamen hingegen die kurzen Tastenanschläge zum Einsatz. Somit konnten wir die Reaktionszeit nochmals auf ein Minimum reduzieren. Ob das als Hobby-Gamer wirklich einen Unterschied macht? Wahrscheinlich nicht, nett ist es aber trotzdem.

Die Handballenauflage hat sich mit der Zeit ebenfalls als nützlich erwiesen. Gerade bei längeren Sessions sorgt diese für eine ergonomischere Haltung und dank der rutschfesten Oberfläche bietet sie einen guten Halt.

Fazt

Die SteelSerie APEX PRO ist eine dieser Tastaturen, an denen es eigentlich nichts auszusetzen gibt. Im Gegenteil: mit dem anpassbaren Tastenanschlag hat sie sogar ein innovatives Feature zu bieten, welches die Konkurrenz alt aussehen lässt … wäre da nicht der Preis.

Denn ja, der veränderbare Tastenanschlag und das OLED-Display sind cool, aber die wenigsten werden wahrscheinlich einen wirklichen Nutzen daraus ziehen können. Es sind größtenteils Spielereien, für die man nicht unbedingt 229 Euro ausgeben muss.

ProContra
Gute VerarbeitungPreis
Dreiwege-Kabelführung
Magnetische Handballenauflage
OLED-Display
Anpassbare Tastenanschläge

Von daher unsere Empfehlung: kauft euch die Tastatur, wenn ihr auch wirklich Lust auf die Features habt und das nötige Kleingeld mitbringt – sie wird euch garantiert nicht enttäuschen. Ihr verpasst aber auch nicht viel, solltet ihr euch für ein deutlich günstigeres Modell mit ähnlichen Voraussetzungen entscheiden. Die Features sind wirklich cool, aber eben kein Must-Have.

– SteelSeries Apex Pro Test –

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