Ankündigungen neuer Grafikkarten von Nvidia blieben auf der diesjährigen CES aus. Warum das so war, erklären wir in diesem Beitrag.

Kein RTX-50-Super: Der Refresh, der nie kam
Nvidia drückt aktuell massiv auf die Bremse, zumindest im Gaming-Segment. Zwei Entwicklungen greifen ineinander: Der Super-Refresh der aktuellen RTX 50-Serie ist offenbar komplett gestrichen. Währenddessen ist die nächste GPU-Generation rund um eine mögliche RTX 6090 noch weit entfernt. Der Tech-Gigant scheint andere Prioritäten zu haben.
Eigentlich war alles angerichtet: Ein Refresh der laufenden Generation mit dem Super-Zusatz, mehr VRAM, leicht bessere Performance, längere Produktlebensdauer. Intern war das wohl auch so für die RTX 50-Serie geplant, allerdings hat man sich aus Kostengründen für eine Streichung entschieden. Der geplante Mehrwert sollte vor allem über mehr Speicher kommen, Stichwort größere GDDR7-Module. Die sind aktuell aber teuer und schwer verfügbar, versprechen also nur eine geringe Gewinnspanne.
Zudem verdient Nvidia sein Geld aktuell nicht mit GeForce-Karten, sondern mit KI-Beschleunigern, Rechenzentren und Cloud-Hardware. Gaming ist wichtig fürs Image, aber nicht fürs Wachstum. Auch die Konkurrenz von AMD setzt die Prioritäten ähnlich, dementsprechend herrscht kaum Wettbewerbsdruck. Ein Super-Refresh hätte bei den anhaltend hohen Preisen für Speicher wenig neue Kaufimpulse generiert und sich auf dem Markt nur schwierig etabliert.
Die lange Leere vor der nächsten Generation
Parallel dazu verdichten sich die Hinweise, dass auch die nächste große Gaming-Generation ungewöhnlich spät kommt. Das erste Gerücht rund um eine mögliche GeForce RTX 6090 spricht von einem Launch erst im zweiten Halbjahr 2027. Damit würde ein für Grafikkarten ungewöhnlich langer Zyklus entstehen: Über 2,5 Jahre zwischen zwei Generationen wären ein Novum der jüngeren Vergangenheit.
Gerüchten zufolge soll die RTX 60-Serie auf einer völlig neuen Architektur basieren (intern als GR202 betitelt). Kleinere Ableger dieses Designs könnten früher auftauchen, aber das eigentliche High-End-Modell steht noch in den Sternen. Auch hier zeigt sich: Nvidia taktet Gaming bewusst langsamer.
Was das strategisch bedeutet
Wenn man beide Entwicklungen zusammenzieht, wird Nvidias Kurs ziemlich klar:
- Gaming läuft stabil, aber nicht aggressiv
- Innovationsdruck wird rausgenommen
- Ressourcen fließen primär in KI und professionelle Beschleuniger
Für Nvidia ergibt das Sinn. Für Spielerinnen und Spieler fühlt sich der Fokus auf Software-Updates (DLSS, Upscaling, Frame-Generation) statt auf die schnellstmögliche Weiterentwicklung der GPU-Hardware unter Umständen eher nach Stillstand an. Hinsichtlich der anhaltenden Halbleiter-Knappheit sowie dem fast ausgeschöpften Optimierungspotenzial nach bestehenden Fertigungsmethoden, wird Nvidia wohl auch zukünftig vermehrt auf Software-Lösungen setzen.
Wer heute auf eine RTX 50-Karte schielt, sollte nicht auf einen baldigen Super-Nachfolger hoffen. Der kommt sehr wahrscheinlich gar nicht mehr. Und wer auf die nächste echte Generation wartet, braucht Geduld. Wenn du dir die Wartezeit verkürzen möchtest, findest du bei ALTERNATE eine große Auswahl an Grafikkarten namhafter Hersteller. Reinschauen lohnt sich!
Natürlich ist Nvidia, jüngst zum wertvollsten Börsenunternehmen der Welt aufgestiegen, weit entfernt von einer Krise. Allerdings rückt die für die Unternehmenszahlen immer weniger wichtige Sparte Gaming mehr und mehr aus dem Fokus.
Quellen: ComputerBase / ComputerBase

