Materialforschung: Neues Verfahren lässt Holz schärfer werden als Metallklingen

Holzbesteck findet man mittlerweile in jedem Supermarkt. Die nachhaltige Plastik-Alternative ist aber leider weder besonders stabil, noch besonders scharf. Das könnte sich in Zukunft ändern. US-Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich Holzwerkzeuge fertigen lassen, die hinsichtlich Robustheit und Schärfe sogar mit Edelstahlprodukten mithalten können.


Bild: Bo Chen / University of Maryland

Rein theoretisch ist Holz der perfekte Rohstoff. Es wächst in der Natur, ist biologisch abbaubar und benötigt nicht viel Energie zur Weiterverarbeitung. Wäre da nicht die die vergleichbar geringe Widerstandsfähigkeit. US-Forscher wollen dieses Problem nun aus der Welt schaffen. In einem kürzlich veröffentlichten Fachbericht präsentierten sie ein Holzmesser, welches dreimal so scharf sein soll wie das Gegenstück aus Edelstahl. Grundlage ist ein neu entwickeltes Verfahren zur Härtung.

Umweltfreundliches Werkzeug?

Das Team um Teng Li von der University of Maryland in College Park hat ein Verfahren entwickelt, welches Holz um den Faktor 23 härter macht. Dafür wird das Holz zunächst in einer Mischung aus Natriumhydroxid und Natriumsulfit gekocht. Sobald das Holz eine schwammige Konsistenz erreicht, wird es über mehrere Stunden hinweg einem enormen Druck ausgesetzt und mit demineralisiertem Wasser abgespült. Anschließend noch 48 Stunden lang in Mineralöl tauchen und fertig ist die Basis für scharfes und robustes Besteck.



Mit dem neuen Verfahren sollen „Weichmacher-Bestandteile“ wie Hemicellulose und Lignin aus dem Holz entfernt werden, ohne das Zellulose-Gerüst zu zerstören.

Für ihre Studie haben die Wissenschaftler Lindenholz verwendet. Im Grunde sei das Verfahren jedoch für alle Hartholzarten geeignet. Auch andere Einsatzgebiete seien denkbar. Beispielsweise Nägel oder Schrauben, die im Vergleich zu konventionellen Produkten sogar rostfrei wären. Man wolle nun erörtern, wie groß das Potenzial der neuen Technik tatsächlich ist.

Quelle: Maryland Today

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