IDEAL AP80 PRO: Luftreiniger im Test

Frische Luft „Made in Germany“: Hinter der Marke IDEAL steckt ein Unternehmen aus dem schwäbischen Balingen, das sich zunächst als Hersteller für Aktenvernichter einen Namen machen konnte. Doch seit neuestem führen sie auch Luftreiniger in ihrem Sortiment. Einen dieser Luftreiniger, den IDEAL AP80 PRO, haben wir nun knapp drei Wochen lang in der Praxis getestet.


IDEAL Luftreiniger Test

Kurz zu unserer Test-Umgebung: Der Luftreiniger steht in unserem Großraumbüro, in dem mehr als 20 Personen sitzen. Kaum verwunderlich also, dass unsere Luft im Laufe des Arbeitstags nicht mehr die beste ist. Da kommt uns ein Luftreiniger also ziemlich gelegen. Um das Ergebnis nicht zu verfälschen, haben wir den AP80 PRO mittig im Raum positioniert, weit weg von allen Fenstern.

Design & Verarbeitung

Mit einer Höhe von beinahe 70 Zentimetern ist der Luftreiniger doch recht groß. Er lässt sich aber leicht transportieren und somit problemlos im Raum bewegen – auch alleine. Das Design ist insgesamt eher schlicht gehalten. Die Lüftungsschlitze sitzen an der Oberseite. Ein einzelner schwarzer Streifen unterbricht das ansonsten graue Gehäuse. Aber ein Luftreiniger muss ja auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.

Die Verarbeitung weiß zu überzeugen. Die Spaltmaße sind gleichmäßig und das Gehäuse lässt sich auch mit ordentlich Druck nicht eindrücken. Lediglich die Frontplatte wirkt im ersten Augenblick ein wenig instabil. Bei näherer Betrachtung wird aber klar, warum: Sie ist abnehmbar und wird nur durch vier Magnete gehalten. Dahinter verbirgt sich nämlich der austauschbare Filter, den man von der Seite auch schon erspähen kann.

Zwischenfazit: Unspektakuläres Design, aber gute Verarbeitung. Trotz der Größe noch leicht zu transportieren.


IDEAL AP80 PRO Test

Die Bedienung

Neben den Lüftungsschlitzen auf der Oberseite sitzen die Bedienelemente des Luftreinigers. Über vier Tasten lassen sich alle Einstellungen vornehmen:

  1. Ein-/Ausschalter
  2. Lüfterstufen-Taste: Grundsätzlich gibt es drei unterschiedlich starke Lüfterstufen, aus denen man wählen kann. Zusätzlich kann man sich aber auch für einen Automatikmodus und einen Turbo-Modus entscheiden.
  3. Timer-Taste: Man kann den Timer entweder für eine, zwei, vier oder acht Stunden einstellen.
  4. Quiet-Taste: Ein besonders leiser Modus, damit der Luftreiniger auch nachts betrieben werden kann.

Mittig befindet sich die Luftqualitätsanzeige. Die gemessene Luftqualität wird über drei Farben dargestellt: Grün (gut), Orange (mittel) und Rot (schlecht).


Die Bedienoberfläche des IDEAL AP80 PRO

Die Einstellungen lassen sich auch über die beiliegende Fernbedienung und (theoretisch) auch über eine Smartphone-App vornehmen. Die App wird momentan allerdings noch überarbeitet und wird wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt ihr volles Potential ausschöpfen können.

Zwischenfazit: Sehr einfache und übersichtliche Bedienungsmöglichkeiten. Alle Funktionen sind selbsterklärend und können auch über eine Fernbedienung gesteuert werden.

Der Praxistest: Die Lautstärke

Die Lautstärke des IDEAL AP80 PRO variiert, je nachdem für welche Lüfterstufe man sich entscheidet. Je höher die Reinigungsleistung, desto lauter das Gerät. Auf der ersten Stufe ist die Lautstärke wirklich angenehm. Es ist zwar ein leichtes Rauschen zu hören, aber stören tut es während der Arbeit nicht.

Die zweite Stufe ist hingegen schon lauter. Das Rauschen ist dann schon deutlich wahrnehmbar – und nicht nur für die Kollegen, die genau neben dem Gerät sitzen. Manch einer dürfte sich von dieser Lautstärke schon gestört fühlen. Die dritte Stufe macht wohl nur Sinn, wenn sich gerade niemand im Büro befindet. Konzentrieren kann man sich dann nämlich nicht mehr.

Wer es besonders leise mag, kann auch auf die Quiet-Funktion zurückgreifen. Der Luftreiniger ist in diesem Modus nicht mehr zu hören, fährt im Gegenzug aber die Reinigungsleistung zurück. Der Turbo-Modus ist das genaue Gegenteil und akustisch am ehesten mit einem Staubsauger zu vergleichen.

Zwischenfazit: Im Büro-Alltag macht eigentlich nur die erste Stufe wirklich Sinn. Ab der zweiten Stufe kann die Lautstärke stören, ab der dritten Stufe stört sie garantiert. Den Turbo-Modus sollte man definitiv nur anwerfen, wenn gerade niemand im Raum ist.

Der Praxistest: Die Reinigungsleistung

Kommen wir zum wichtigsten Punkt: Was leistet so ein Luftreiniger überhaupt? Merkt man einen Unterschied im Alltag? Unsere Antwort lautet: jein…

Es ist nicht so, dass man den IDEAl AP80 PRO anwirft und plötzlich fühlt sich die Luft im Büro besser an. Eventuell entfernt er ein paar unliebsame Gerüche, aber im Großen und Ganzen würde es, rein nach unserer subjektiven Wahrnehmung, nicht auffallen, wenn er mal einen Tag nicht läuft. Aber irgendetwas muss er ja bewirken: Wir hören ihn arbeiten und wir sehen das Lämpchen regelmäßig von Orange auf Grün wechseln. Aber was genau reinigt er da?

Dazu müssen wir uns den Filter etwas genauer anschauen. Zum Einsatz kommt nämlich ein 360-Grad-Filter, bestehend aus einem Fein-Vorfilter, einem HEPA-Filter und einem sehr hohen Aktivkohleanteil. Der Luftreiniger filtert also groben Staub, Haare, Feinstaub, Hausstaub, Schimmelsporen, Allergene und giftige Chemikalien aus der Luft. Also nichts, was einem im Alltag direkt auffallen würde.

Zum Glück (also wenigstens in diesem Fall) verbinde ich den Frühling hauptsächlich mit Heuschnupfen. Sobald die ersten Pollen unterwegs sind, macht sich das direkt bemerkbar. Und tatsächlich: Seitdem der Luftreiniger im Büro steht, habe ich praktisch keine Beschwerden mehr. Das mag entweder großer Zufall sein, oder aber der IDEAL AP80 PRO reinigt tatsächlich die Luft. Wir tippen auf letzteres.

Zwischenfazit: Die Luft fühlt sich nicht großartig anders an, dennoch werden Schadstoffe (zumindest Allergene) zuverlässig gefiltert.

Lebenszeit und Wartung

Den Herstellerangaben zufolge beträgt die durchschnittliche Lebensdauer des Filters etwa ein Jahr. Sobald er ausgetauscht werden muss, macht sich die Filterwechselanzeige auf der Oberseite des Geräts bemerkbar. Der Austausch selbst dauert wohl keine zwei Minuten: einfach die Gehäuse-Abdeckung abnehmen, den Lüfter herausdrehen und einen neuen einsetzen. Ein neuer Filter kostet etwa 180 Euro.

Fazit

Mehr als drei Wochen sind vergangen, seitdem der Luftreiniger in unserem Büro aufgebaut wurde. Gefühlt hat sich seitdem nicht viel verändert, außer für Leute wie mich, die mit einer Pollen-Allergie gesegnet sind. Wunder darf man also nicht erwarten: Rein subjektiv fühlt sich Luft noch immer so an wie vorher: nicht frischer, nicht leichter und generell nicht „besser“. Aber solange er im Stillen die Pollen, Schimmelsporen und Viren aus der Luft zieht, sind wir doch zufrieden.

In Sachen Verarbeitung und Bedienung punktet der IDEAL AP80 PRO auf ganzer Linie. Selbst absolute Laien werden sich in wenigen Minuten zurechtfinden können. Es fehlt nur noch die finale Version der Smartphone-App.

Pro
Contra
Sehr einfache BedienungTeilweise sehr laut
Allergene werden zuverlässig gefiltertLuft fühlt sich nicht frischer an
Einfache Wartung
Nützlicher Automatik-Modus

Für Allergiker und Raucherzimmer lohnt sich ein Luftreiniger von IDEAL durchaus. Ansonsten wird man aber wohl keinen großen Unterschied merken. Die „frischeste“ Luft kommt noch immer durch das Fenster.


Hinweis: Das Produkt wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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