Google Chrome: US-Regierung erwägt Zwangsverkauf wegen zu hoher Marktmacht

Seit 2012 ist Chrome der beliebteste Internet-Browser der Welt. Derzeit haben knapp 70 Prozent aller Nutzer diesen Browser installiert. An sich kein Problem. Doch Chrome gehört zu Google – und Google steht seit einiger Zeit in der Kritik, seine Marktmacht im Internet zu missbrauchen. Deshalb erwägt die US-Regierung gerade, das Browser-Geschäft von dem Konzern abzuspalten.


Foto von PhotoMIX Company von Pexels

Wie die Webseite Politico berichtet, berät die US-Regierung derzeit über einen Zwangsverkauf von Chrome. Entsprechende Hinweise habe es aus dem Justizministerium gegeben. Es wäre die erste Zerschlagung eines großen US-Konzerns seit einigen Jahrzehnten.

Kein fairer Wettbewerb möglich

Dem Konzern wird vorgeworfen, seine Marktmacht im Internet in vielerlei Hinsicht zu missbrauchen. Unter anderem soll Google das mobile Betriebssystem Android nutzen, um dort die eigene Suchmaschine zu bevorzugen. Konkurrenzprodukte wie Bing würden Kritikern zufolge stark benachteiligt werden.

Erst vor kurzem hatte Goo­gle angekündigt, eine neue Art von Cookies in den Chrome-Browser integrieren und Drittanbieter-Cookies zukünftig komplett blockieren zu wollen. Auch diesen Plan sieht das US-Repräsentantenhaus kritisch.

In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Milliardenstrafen gegen Google verhängt. Diesmal könnte eine erste Zerschlagung folgen. Eine finale Entscheidung sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht gefallen. Weder Google noch die US-Regierung haben sich zu den aktuellen Berichten geäußert.

Quelle: Politico

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