Für Klicks: YouTuber soll Flugzeug absichtlich zum Absturz gebracht haben

Am 24.12.2021 veröffentlichte der YouTuber TrevorJacob ein Video, in dem zu sehen ist, wie sein Flugzeug abstürzte. Er selbst konnte sich mit einem Fallschirm retten. Doch war alles nur ein großer Fake? Experten zweifeln an der Echtheit des „Unfalls“.

Update vom 22.04.2022: Die FAA hat den Fall untersucht und kam zu dem Entschluss, dass der YouTuber sein Flugzeug absichtlich hat abstürzen lassen. Das geht aus einem Bericht der New York Times hervor. Aufgrund „fahrlässiger und rücksichtsloser“ Handlung wurde ihm nun seine Fluglizenz entzogen. Ob er mit weiteren Strafen rechnen muss, ist unklar. Das hat nämlich nicht die FAA, sondern das US-Verkehrsministerium zu entscheiden.


Bild: TrevorJacob (YouTube)

Worum geht’s? Eigenen Angaben zufolge war der YouTuber TrevorJacob mit seiner neu erworbenen Taylorcraft BL64 auf dem Weg zu einem Sportevent, als plötzlich der Motor ausfiel und er sich auch nicht mehr starten ließ. TreverJacob schaltete schnell, verließ das Flugzeug mit einem Fallschirm und landete sicher am Boden. Das Flugzeug wiederum wurde beim Aufprall komplett zerstört.

Glück im Unglück oder Kalkül? Könnte es sein, dass er sein Flugzeug absichtlich zum Absturz brachte, um seinen YouTube-Kanal zu bewerben? Mit dieser Frage beschäftigt sich nun zumindest die Federal Aviation Administration (FAA) – also die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten. Zuvor gab es bereits einige Luftfahrt-Experten, denen beim Anschauen des Videos ein paar Ungereimtheiten aufgefallen sind. Das Video könnt ihr euch an dieser Stelle anschauen.



Der YouTuber betonte im Nachhinein, dass er zur Sicherheit immer einen Fallschirm mit an Bord habe. Andere Flieger halten diese Aussage nicht für besonders glaubwürdig. Das Flugzeug sei derart klein, dass es sehr unangenehm sei, beim Fliegen noch einen Fallschirm auf dem Rücken zu tragen. Außerdem sei in seinen älteren Videos kein Fallschirm zu sehen.

Suspekt sei auch die Tatsache, dass die Cockpit-Kamera kurz vor dem Ausfall des Motors ebenfalls ausgefallen sein soll und dadurch keine Bilder mehr lieferte. Zudem sei der YouTuber schon einen Tag zuvor mit einem anderen Flugzeug über der Absturzstelle gekreist. Das ließe sich über spezielle Tracking-Plattformen beweisen. Der Verdacht liegt nahe, dass er die Gegend im Vorfeld nach einer geeigneten Stelle auskundschaftete.

Die FAA wird der Sache nun auf den Grund gehen. Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, dürfte es ernsthafte Konsequenzen für den YouTuber geben. Absichtlich einen Flugzeugabsturz herbeizuführen, nur um ein paar Klicks auf YouTube zu generieren, wäre selbstverständlich illegal. Zumindest aber hätte der Werbe-Effekt funktioniert. Bis heute wurde das Video schon mehr als eine Millionen Mal angeklickt.

Via: The Drive

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