Die neue RAM-Generation DDR6 befindet sich bereits in Entwicklung. Der neue Speicherstandard soll künftig deutlich höhere Geschwindigkeiten ermöglichen. Wann der Marktstart geplant ist und welche Infos bisher bekannt sind, erfährst du hier.

Laut einem südkoreanischen Bericht von The Elec und Informationen aus der PCB-Branche hat die Entwicklung des neuen Speicherstandards DDR6 bereits begonnen. Bis die neue RAM-Generation tatsächlich auf den Markt kommt, dürfte es allerdings noch dauern. Auch eine finale Spezifikation von JEDEC, der weltweit führenden Organisation für Speicher- und Halbleiterstandards, steht aktuell noch aus.
Neue Herausforderungen für Mainboards und PCBs
Mit DDR6 sollen die Datenraten noch einmal deutlich steigen. Genau das sorgt aber auch für neue technische Herausforderungen. Denn je schneller Daten übertragen werden, desto schwieriger wird eine stabile und fehlerfreie Signalübertragung zwischen Speicher und Mainboard. Deshalb werden für DDR6 deutlich komplexere Leiterplatten (PCBs) benötigt. Aus diesem Grund arbeiten PCB-Hersteller schon jetzt eng mit den Speicherproduzenten zusammen, obwohl der neue Standard noch einige Jahre entfernt ist.
Viele technische Details sind bislang ebenfalls noch offen. Laut aktuellen Berichten stehen beispielsweise die genaue Modul-Dicke oder die Anzahl der I/O-Kontakte noch nicht final fest. Auch die offizielle JEDEC-Spezifikation lässt weiter auf sich warten. Erste Entwürfe für DDR6 und LPDDR6 existieren zwar bereits seit 2024, die ursprünglich geplante Veröffentlichung der finalen Spezifikation im Jahr 2025 wurde bislang aber nicht umgesetzt. An der Entwicklung beteiligt sind unter anderem Samsung, SK Hynix und Micron, die gemeinsam mit ihren Partnern an den finalen Standards arbeiten.
Markteinführung erst ab 2029
Die Entwicklung neuer Speicherstandards startet oft mehr als zwei Jahre vor dem eigentlichen Marktlaunch. Deshalb rechnen Experten aktuell frühestens ab 2028 mit ersten DDR6-Modulen. Wahrscheinlicher dürfte allerdings ein Release im Jahr 2029 oder sogar später sein. Zunächst dürfte DDR6 vor allem in Enterprise- und Serverplattformen zum Einsatz kommen. Desktop-PCs und Gaming-Systeme werden voraussichtlich erst einige Zeit später folgen.
Auch Speicherhersteller SK Hynix hat DDR6 in einer eigenen Roadmap frühestens für 2029 eingeordnet. DDR6 soll deutlich schneller werden als der aktuell genutzte DDR5-RAM. Zum Start sind laut bisherigen Informationen Geschwindigkeiten von 8.800 bis 17.600 MT/s geplant, später könnten sogar bis zu 21.000 MT/s möglich sein. Technisch setzt DDR6 künftig auf vier 24-Bit-Sub-Channels statt wie DDR5 auf zwei 32-Bit-Sub-Channels. Dadurch soll der neue RAM deutlich mehr Bandbreite und eine effizientere Datenübertragung bieten.
KI sorgt für steigende RAM-Nachfrage
Der aktuelle KI-Boom spielt bei der Entwicklung neuer Speichertechnologien ebenfalls eine große Rolle. Vor allem Rechenzentren und Server benötigen immer schnelleren Arbeitsspeicher, um große KI-Modelle effizient betreiben zu können.
Im Server-Bereich hat DDR5 den älteren DDR4-Standard mittlerweile fast vollständig verdrängt. Laut Marktforschern sollen bereits rund 90 Prozent aller neuen Server-Systeme mit DDR5 ausgestattet sein. Die hohe Nachfrage könnte deshalb auch die Entwicklung und Einführung von DDR6 weiter beschleunigen.
DDR6 steht zwar noch ganz am Anfang, die Entwicklung der nächsten RAM-Generation läuft aber bereits auf Hochtouren. Vor allem der aktuelle KI-Boom sorgt dafür, dass immer schnellere Speicherlösungen gefragt sind. Bis DDR6 wirklich in Gaming-PCs und Alltagsrechnern landet, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Aktuell gilt ein Marktstart ab 2029 als wahrscheinlich. Klar ist allerdings schon jetzt: Mit DDR6 dürfte Arbeitsspeicher noch einmal einen deutlichen Leistungssprung machen.
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Quelle: ComputerBase/PCGH

