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Der 6G-Mobilfunk soll für mehr als nur schnelles Internet sorgen. Die nächste Mobilfunkgeneration könnte nämlich noch einiges mehr auf dem Kasten haben und in Zukunft so einiges verändern. Wir zeigen dir, was damit möglich sein soll und warum Datenschützer besorgt sind.

Eine Mobilfunkantenne sendet Funkwellen durch eine Hauswand und erfasst eine Person in einem Schlafzimmer sowie deren Herzschlag und Atmung.
Bild: KI-generiert über Chat-GPT

Der aktuelle Mobilfunkstandard ist 5G, doch das dürfte sich schon in wenigen Jahren ändern. Ab 2030 könnte mit 6G die nächste Generation an den Start gehen. Die Technik steckt aktuell mitten in der Entwicklung. Was mit 6G alles umgesetzt werden könnte, klingt aber schon jetzt ziemlich spannend und teilweise etwas unheimlich.

So wird 6G zum unsichtbaren Sensor

Der 6G-Mobilfunk soll nicht nur Daten übertragen, sondern gleichzeitig auch die Umgebung erfassen können. Wie das funktioniert? Dahinter steckt das sogenannte ISAC (Integrated Sensing and Communication). Dabei treffen Funkwellen etwa auf Wände, Fahrzeuge oder auch Menschen und werden von diesen reflektiert. Das Prinzip erinnert ein wenig an ein Radar. Die zurückgeworfenen Funkwellen lassen sich auswerten und liefern verschiedene Informationen über die Umgebung.

So ließe sich beispielsweise erkennen, wie weit etwas entfernt ist, wie schnell es sich bewegt oder welche Bewegungen jemand macht. Das Spannende daran ist, dass dafür offenbar nicht einmal zusätzliche Hardware wie Wärmebildkameras oder spezielle Radarsensoren nötig wäre. Damit könnten in Zukunft sogar Geräte wie Smartphones sowie Teile der Funk- und Mobilfunkinfrastruktur ganz nebenbei selbst zu Sensoren werden.

Wenn 6G plötzlich ziemlich viel über uns weiß

Mit maschinellem Lernen lassen sich die erfassten Daten sogar noch genauer auswerten. So könnte 6G eine Person beispielsweise an ihrem Gang erkennen. Auch Gesten und sogar bestimmte Gesichtsmerkmale sollen sich auf diese Weise erfassen lassen. Als wäre das nicht schon kurios genug, könnten sogar die Atmung und der Herzschlag analysiert werden. Gerade im medizinischen Bereich könnten solche Funktionen natürlich auch neue Möglichkeiten eröffnen.

Noch etwas gruseliger wird es, wenn Wände ins Spiel kommen. Die Funkwellen können nämlich auch bestimmte Hindernisse durchdringen. Damit könnte die Erfassung selbst dort funktionieren, wo eigentlich eine Wand dazwischenliegt. Spätestens hier wird das Thema Datenschutz ziemlich interessant.

Datenschützer sind besorgt

Die Datenschutzkonferenz (DSK) sieht in der neuen 6G-Technik einen Einschnitt in die Privatsphäre. Verständlich, da wohl auch Wände keine Barriere zu sein scheinen. Gerade die eigenen vier Wände gelten deshalb als besonders kritisch. Die DSK vergleicht das sogar mit einer „unsichtbaren Videoüberwachung“.

Dazu kommt, dass auch Menschen ohne entsprechendes Gerät erfasst werden könnten. Die DSK hat dafür bereits eine passende Bezeichnung und nennt diese Personen „Bystander“. Das macht auch die Einwilligung schwierig. Wer gar nicht mitbekommt, dass er gerade erfasst wird, kann schließlich auch nicht vorher zustimmen oder widersprechen.

Deshalb soll der Datenschutz schon bei der Entwicklung von 6G eine wichtige Rolle spielen. Erste Ideen dafür gibt es bereits. Am Barkhausen Institut wird daran gearbeitet, die Sensorfunktion abzuschalten, ohne dabei die eigentliche Kommunikation zu unterbrechen. Zusätzlich gibt es einen App-Prototyp, der Nutzer auf eine aktive Erfassung aufmerksam machen soll.

Was könnte 6G fürs Gaming bedeuten?

Auch fürs Gaming könnte 6G ziemlich spannend werden. Vor allem VR, AR und Extended Reality (XR) könnten von der neuen Funktechnik profitieren. So könnte durch die Sensorik die echte und die virtuelle Welt noch stärker miteinander verschmelzen. Gerade Spiele könnten dadurch noch realistischer wirken.

Auch bei der Geschwindigkeit und der Reaktionszeit soll sich einiges tun. Bis zu 1 Tbit/s stehen im Raum, während die Latenz im besten Fall bei gerade einmal 0,1 Millisekunden liegen soll.

Fazit

Der 6G-Mobilfunk bringt auf jeden Fall einige spannende Möglichkeiten mit und könnte weitaus mehr verändern als nur die Geschwindigkeit beim Surfen. Ganz ohne ist die neue Technik aber nicht. Gerade wenn die Umgebung und sogar Personen erfasst werden können, sind die Bedenken rund um den Datenschutz und die Privatsphäre natürlich berechtigt. Am Ende bleibt abzuwarten, wie 6G tatsächlich umgesetzt wird und vor allem, was dafür getan wird, damit wir nicht unfreiwillig gescannt werden.


Was denkt ihr über die Thematik? Habt ihr Bedenken wegen des Datenschutzes oder überwiegen für euch die neuen Möglichkeiten, die 6G beispielsweise fürs Gaming eröffnen könnte? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar!


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Quelle: Bitkom/Forschung und Wissen

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