CEO verantwortet Snapchat-Krise im Alleingang

Für die Foto-App Snapchat läuft es in den vergangenen Wochen nicht sonderlich rund. Grund dafür ist unter anderem eine sehr fragwürdige Design-Änderung. Ein weiteres Beispiel dafür, dass auch die bestbezahlten Manager bei Weitem nicht unfehlbar sind.


Alleingang sorgt für Katastrophe

Im Mittelpunkt steht Evan Spiegel, der Chef von Snap Inc. und gleichzeitig einer der bestbezahlten CEOs der Welt. Die vergangenen Wochen musste er zusehen, wie die Kritik an seiner bekannten Foto-App immer lauter wurde. Ein Großteil der Nutzer waren unzufrieden und der Aktienkurs erlebte eine regelrechte Talfahrt, nachdem sich diverse Promis negativ über die App äußerten. Zu Verantworten hat er das Ganze aber selbst. Auslöser waren nämlich einige markante Änderungen am Design der App. Änderungen, vor denen er im Vorfeld mehrfach von seinen Experten gewarnt wurde. Auch die Testphasen brachten überwiegend negatives Feedback ein. Trotzdem entschloss er sich kurzerhand dazu, das neue Design quasi im Alleingang durchzusetzen. Wohl nicht die beste Entscheidung seiner Manager-Karriere, wie sich nun herausstellte.

Die größte Zielgruppe verägert

Die Inspiration erhielt Evan Spiegel während eines China-Aufenthalts. Dort entdeckte er, seiner Meinung nach sehr interessante Design-Konzepte, welche er im Anschluss gemeinsam mit seinem Top-Designer Will Wu ausarbeitete. Das Ergebnis war eine neue, unübersichtlich wirkende Timeline. Ein Algorithmus entscheidet seitdem, welche Snaps dem Nutzer zuerst angezeigt werden. Auch andere soziale Netzwerke, wie Twitter oder Facebook, durften sich zuletzt einige Kritik gefallen lassen, da man nicht weiter auf eine chronologische Timeline setzt.  Zudem wurde bei Snapchat das Konzept der „Stories“ deutlich überarbeitet. Sein Ziel war es, durch diese Änderungen auch älteren Nutzern den Einstieg in die Foto-App zu erleichtern. Tatsächlich verlief dieser Ansatz recht erfolgreich. Man konnte wirklich einen kleinen Anstieg an älteren Nutzern beobachten. Doch gleichzeitig verärgerte man auch Millionen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen – die mit Abstand größte Zielgruppe des Unternehmens.

Erfolgreiche Online-Petition

Die jungen Nutzer waren alles andere als Zufrieden mit den Änderungen. Doch ganz verzichten wollte man dann doch nicht auf die App. Aus diesem Grund wurde eine Online-Petition ins Leben gerufen, um sich Gehör zu verschaffen und dem CEO seinen Fehler vor die Augen zu führen. Über eine Millionen digitale Unterschriften wurden gesammelt. Eine beachtliche Anzahl für eine solche Petition und letztlich auch ausreichend um Evan Spiegel zum Einlenken zu bewegen. Snapchat kehrt in Zukunft nämlich wieder zur alten Version der App zurück! Die Snaps werden nun erneut in chronologischer Reihenfolge angezeigt und auch die Stories finden zurück zu ihren alten Platz. In einer Mail an den Nachrichtendienst The Information gesteht Spiegel schließlich: „Es besteht kein Zweifel, dass Zusammenarbeit zu besseren Ergebnissen führt.“

 

 

 

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