Bereits Anfang Mai kündigten ARD und ZDF an, man wolle künftig gemeinsame Sache machen. Auch andere Verleger halten eine Technikkooperation für möglich, stellen jedoch Bedingungen.



Die beiden Rundfunk-Sender planen ihre Mediatheken technisch zusammen zu führen, um so Doppelaufwand zu vermeiden. Dafür wollen sie einen Open Source Code entwickeln und diesen öffentlich zur Verfügung stellen, damit auch andere Unternehmen von diesem Angebot profitieren können. Valdo Lehari, Vorsitzender der Südwest-Verlage hält eine solche Kooperation bei digitalen Plattformen wie Mediatheken für vorstellbar. Allerdings stellt Lehari dafür einige Bedingungen. Lehari erklärte der Deutschen Presse-Agentur, dass vor dem Fortschreiten zunächst erst alle anderen Baustellen mit den Öffentlich-Rechtlichen geklärt sein müssten.

Der Verband der Südwestdeutschen Zeitungsverleger (VSZV) und der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) äußerten Bedenken gegenüber der Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Bereits seit einiger Zeit kritisieren sie, dass bestimmte Internetangebote der ARD-Anstalten im Netz zu textlastig seien und eine nicht erlaubte, “presseähnliche” Konkurrenz darstellen.



VSZV fordert Spielregeln

VSZV-Vorsitzender Lehari fordert klare Abgrenzungen in Hinsicht auf den Streit um die Presseähnlichkeit. Erziele man keine Einigkeit, sei man infolgedessen gezwungen nach Brüssel vor Gericht zu ziehen. So gibt es bereits seit langer Zeit einen Streit mit dem Südwestrundfunk (SWR) über die Nachrichten-App Newszone. Der ARD-Vorsitzende Gniffke ist Intendant des SWR.

Lehari äußerte seine Skepsis bezüglich einer Technikkooperation mit den Öffentlich-Rechtlichen angesichts solcher Auseinandersetzungen. Er könne sich nicht vorstellen, dass man direkt bereitwillig auf technologische Lösungen reagiert und sofort mitmacht. Stattdessen betonte er die Notwendigkeit, klare Voraussetzungen zu erfüllen, die auch als Grundlage vertrauensbildender Maßnahmen dienen sollen.

Der VSZV fordert also klare “Spielregeln” für eine Zusammenarbeit bei der Technik. Im Zuge dessen stellte Lehari die Frage, ob es grundsätzlich zum öffentlich-rechtlichen Auftrag gehöre, Technologie zu betreiben. Der VSZV trifft sich am 5. Juni 2024 zu seiner Jahresversammlung in Stuttgart, um dies und weitere Angelegenheiten zu diskutieren.

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