Account-Sharing: Wie Netflix & Co. bald gegen unerwünschtes Passwort-Teilen vorgehen

Es ist ein weit verbreitetes Konzept: Einer besorgt sich das (günstigste) kostenpflichtige Abo einer Streaming-Plattform, teilt die Zugangsdaten mit seinen Freunden und plötzliche haben fünf Leute Zugriff auf sämtliche Inhalte, obwohl nur für eine Person bezahlt wird. Für Netflix & Co. natürlich ein unattraktives Verlustgeschäft. Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurde nun eine Methode vorgestellt, mit der sich unerwünschtes Account-Sharing in Zukunft verhindern lassen soll.


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Foto: sitthiphong / Shutterstock.com

Das britische Unternehmen Synamedia hat einen klaren Plan: Mithilfe einer neu entwickelten künstlichen Intelligenz sollen die bekannten Streaming-Anbieter in den kommenden Jahren Milliarden US-Dollar einnehmen können, die ihnen bislang noch entgehen. Denn wie Independent berichtet, geben mehr als ein Viertel aller Kunden ihre Zugangsdaten an Freunde und Verwandte weiter. Pay-TV-Sendern sollen dadurch etwa 9,9 Milliarden US-Dollar entgehen – Streaming-Anbietern nochmals 1,2 Milliarden Dollar.

KI spürt potentielle Betrüger auf

Das Vorgehen: Maschinelles Lernen soll dafür genutzt werden, um auffällige Verhaltensmuster der Kunden zu erkennen. Sollte beispielsweise das gleiche Konto, innerhalb kurzer Zeit, von zwei unterschiedlichen Orten aus genutzt werden, wird das durch die KI unter Umständen als „Account-Sharing“ eingestuft. Das betreffende Konto soll jedoch nicht direkt gesperrt werden. Stattdessen möchte man zunächst per Mail versuchen mit dem Account-Inhaber in Kontakt zu treten, um ihm einen Premium-Account anzubieten, welchen man völlig legal mit seinen Freunden teilen kann. Das Unternehmen geht nämlich davon aus, dass viele betroffene Kunden dazu bereit sind, etwas mehr Geld auszugeben, um ihren Account mit mehreren Personen teilen zu können.

Erste Tests bei ausgewählten Pay-TV-Anwendern laufen bereits. Es könnte nicht mehr lange dauern, bis auch alle gängigen Streaming-Anbieter auf dieses, oder zumindest auf ein ähnliches System setzen. Denn diese zusätzlichen Einnahmen möchte sich wohl kein Anbieter entgehen lassen.

Via: Independent

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